Volleyball-Trainer Felix Jülicher glaubt an einen Befreiungsschlag des FC gegen Werder Bremen.
Einwurf„Mit Abstiegskampf nichts zu tun“

FC-Fan und Volleyballtrainer Felix Jülicher (TVA Hürth) geht das Saisonfinale seiner Geißböcke positiv an.
Copyright: Matthias Breuer
Am 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga schickt FC-Trainer René Wagner seine Geißböcke erstmals als Chefstratege auf das heimische Grün, wenn der SV Werder Bremen sonntags in Köln gastiert (15.30 Uhr). Im „Einwurf“ mit Matthias Breuer berichtet der 30-jährige Felix Jülicher, Volleyball-Coach beim TVA Hürth in der 3. Liga, warum er als FC-Fan fast sorglos auf die restlichen Spieltage blickt – und davon ausgeht, dass die Kölner nach dem Werder-Spiel nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben werden.
Herr Jülicher, nach dem ersten Spiel unter der Leitung von Neu-Trainer René Wagner wartet der 1. FC Köln weiterhin seit acht Spieltagen auf einen Sieg. Gehen Sie als FC-Fan dennoch positiv auf die letzten sechs Spieltage zu?
Felix Jülicher: Eigentlich gibt es für mich keine Gründe, nicht positiv in das Saisonfinale zu gehen. Generell finde ich, dass der FC sowohl unter Lukas Kwasniok und jetzt unter Wagner einen Fußball spielt, den ich mir sehr gerne anschaue. So hat der FC auch gegen gute Frankfurter aufzeigen können, dass das Team noch intakt ist und gegen starke Gegner bestehen kann.
Da sich im Spiel der Kölner unter Wagner nicht wirklich etwas verändert hat, wäre die sportliche Leitung des FC nicht besser beraten gewesen, das komplette Trainerteam auszutauschen?
Die Entscheidung der sportlichen Führung kann ich im Gegensatz zu vielen anderen FC-Fans nachvollziehen, da der Verein zum einen eben seit Januar auf einen Sieg wartet und nicht die angestrebten Punkte erzielen konnte. In meinen Augen kam zur Entlassung von Kwasniok hinzu, dass er nicht mit der Kölner Medienlandschaft umzugehen wusste. An Wagner hat man meiner Ansicht nach festgehalten, weil der Verein ihn auf lange Sicht ohnehin als Chef-Trainer aufbauen wollte. Er ist mir jedenfalls lieber als irgendein Feuerwehrmann.
Die FC-Spieler scheinen mit Wagner ebenso zufrieden zu sein und loben vor allen Dingen seine Kommunikation auf und neben den Platz. Für wie wegweisend halten Sie als Trainer motivierende Ansprachen?
Gerade im Fußball erscheinen mir emotionale Ansprachen von Trainern sehr wichtig, weil sie entscheidenden Einfluss darauf haben, ob die Spieler in beiden Spielhälften über die volle Distanz alles füreinander geben werden. Im Volleyball habe ich als Trainer durch die vielen kurzen Pausen viel mehr Möglichkeiten, mit taktischen Ansprachen das Spiel meines Teams direkt zu korrigieren und würde mit einer Motivationsrede vermutlich weniger erreichen.
Die Bremer sorgten in den vergangenen Saisons mit den Verpflichtungen von Naby Keita und Viktor Boniface für Aufsehen. Warum setzt das Fußballgeschäft noch immer auf verletzungsanfällige Spieler, solange der Name groß ist?
Besonders wir FC-Fans können von solchen Transfers große Lieder singen, wenn ich beispielsweise an die ehemaligen Kölner Petit und Maniche denke. Den neuen FC-Weg, auf junge Talente zu setzen, finde ich super. Ich habe den Eindruck, dass im Fußball aber einfach noch viel von großen Namen abhängig gemacht wird und solche Namen auch aus Marketingzwecken eingekauft werden.
Der 1. FC Köln musste in den bisherigen 54 Heimduellen erst acht Niederlagen gegen die Werderaner hinnehmen. Werden die Geißböcke mit dieser Statistik im Rücken endlich drei Punkte holen?
Wir gewinnen knapp mit 2:1 und werden nach dem Spiel nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben, weil die nachfolgenden Teams einfach schwächer sind als der FC. Den Sieg werden wir über das schnelle Umschaltspiel von Said El Mala, Jakub Kaminski und Ragnar Ache festmachen.