Andreas Heller (CDU) weist Kritik an seiner Entscheidung, das Land zu verklagen, zurück. Es sei legitim, Entschädigung zu fordern, wenn einer Stadt ein Drittel ihrer Fläche genommen werde.
Klage gegen NRWElsdorfs Bürgermeister wettert gegen die „üblichen Gutmenschen“

Elsdorfs Bürgermeister Andreas Heller setzt auf Konfrontation.
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Andreas Heller hat den Schritt verteidigt, in zwei Verfahren gegen das Land Nordrhein-Westfalen zu klagen. Anlass ist der Braunkohlenplan von 2024. Der Plan sieht für seine Stadt vor dem Hintergrund des vorgezogenen Ausstiegs aus der Braunkohle vor, dass Teile des früheren Stadtgebiets nicht wieder angeschüttet werden, sondern ein deutlich größerer See als ursprünglich geplant entstehen wird. Dies einfach hinzunehmen, könne er mit seinem Amt als Bürgermeister vor den Elsdorfern und künftigen Generationen nicht verantworten, sagte der CDU-Politiker in einem Statement auf der Facebook-Seite der Stadt Elsdorf.
Er bezweifle, dass es die Kölner so ohne Weiteres hinnehmen würden, wenn ihnen im Laufe der vergangenen 50 Jahre (des Braunkohleabbaus) rund 22 Quadratkilometer ihres Stadtgebiets genommen worden wären. Dies entspreche der Größe von Ehrenfeld – für Elsdorf macht das ein Drittel des ursprünglichen Stadtgebiets aus.
Die sollen alle mal runterfahren
Andreas Heller erwartet dafür eine Kompensation – sprich: finanzielle Entschädigung. Elsdorf dürfe kein weiteres Sonderopfer für den Kohleausstieg 2030 entschädigungslos hinnehmen. Für sein Vorgehen erntet der CDU-Politiker von verschiedenen Seiten Kritik und Unverständnis. So hatten die Grüne Antje Grothus und Dirk Jansen (BUND) kritisiert, dass die Stadt Elsdorf das Land verklagt.
Er empfiehlt seinen Kritikern, sie mögen „alle mal runterfahren“. Nicht nur Naturschutzverbände und Grüne hätten das Recht, gegen Pläne oder Beschlüsse zu klagen, sondern auch andere. Wenn diese die Einzigen seien, die sich „auf den Schlips getreten fühlen“, habe er alles richtig gemacht. Zumal es sich um Leute („die üblichen Gutmenschen“) handele, die er noch nie in Elsdorf gesehen habe, sagte der CDU-Bürgermeister auf der Facebook-Seite der Stadt.

