Abo

GeranienstraßePlanung für neues Wohngebiet in Elsdorf kommt voran

3 min
Zu sehen ist eine marode Straße, im Hintergrund ein Acker.

Auf dem Acker im Norden der Giesendorfer Geranienstraße soll eine Wohnsiedlung mit bis zu 66 Eigenheimen entstehen. 

Die Stadt Elsdorf sieht ein Wohngebiet für bis zu 66 Eigenheime an der Geranienstraße in Giesendorf vor, auch für eine Kita wäre Platz.

Es mutet wie eine Endlos-Schleife an: Seit einem halben Jahrhundert warten die Anwohnenden der Geranienstraße auf eine vernünftig asphaltierte Straße. Jetzt hebt sich, knapp zehn Jahre nach dem vorangegangenen Akt, ein neuer Vorhang: Die Stadtverwaltung hat einen groben Plan für ein Wohngebiet nördlich (Richtung ehemalige Dampfmühle) der zum Flickenteppich verkommenen Geranienstraße vorgelegt.

Der Bauausschuss hat die Verwaltung nun beauftragt, die Planung in eine frühzeitige Beteiligung von Behörden und Trägern öffentlicher Belange zu geben. Zwei Varianten hat das Aachener Stadtplanungsbüro BKR für die rund 4,2 Hektar große bisherige Ackerfläche zwischen Geranien-, Jackerather, Sebastianusstraße und der Verlängerung der nördlichen Bebauungsgrenze der Hermann-Esser-Straße erarbeitet.

Elsdorf: Zwei Varianten für das Wohngebiet an der Geranienstraße

In beiden Varianten sind ein Spielplatz, ein Regenrückhaltebecken sowie zwei Parzellenstreifen in Süd-Nord-Richtung vorgesehen, die nicht gemäß des Grundsatzbeschlusses zum kommunalen Baulandmanagement erworben werden konnten. Sie werden nun nominell als Ausgleichsflächen geführt.

Die Varianten sehen zwischen 56 und 66 Eigenheime in Form von freistehenden Häusern, Doppel- und Reihenhäusern vor, die in mehreren Reihen an Stichstraßen angeordnet und „je nach Bedarf abschnittweise entwickelt werden können“, wie Fachbereichsleiter Alexander Sobotta erläuterte.

Die Variante mit 56 Bauplätzen sieht zudem eine Fläche für eine Kita vor. „Ob für eine Kita Bedarf ist, bleibt abzuwarten“, sagte Ortsvorsteher Stefan Ebel (CDU), der sich freut, „dass bald etwas passiert“. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Harald Könen sieht angesichts rückläufiger Geburtenzahlen keinen akuten Bedarf für eine Kita. Die Varianten könnten, so Sobotta, auch kombiniert und angepasst werden. So weit waren wir noch nie“, frohlockte Ausschussvorsitzender Toni Heller (CDU).

Zur Erinnerung: Die südliche, der Etzweilerstraße zugewandte Seite der Geranienstraße wurde Mitte der 1970er-Jahre entlang einer provisorisch asphaltierten Straße bebaut. Fertiggestellt wurde sie nie, weil zunächst die Nordseite der Straße hätte bebaut werden sollen. Dazu kam es nicht, da einige Eigentümer der Ackerflächen kein Land abgeben wollten und die verbleibende Breite nicht für eine ordentliche Straße ausreichte.

Vor 20 Jahren wurde ein Bebauungsplan aufgestellt, jedoch nicht weiterverfolgt. 2010 wurde eine endgültige Asphaltierung für 2013 angekündigt. Diese wäre dann jedoch gemäß kommunalem Abgabengesetz zulasten der Bewohner der Südseite gegangen. Nach mehreren Anläufen wurde 2014 ein Enteignungsverfahren für einen Streifen an der Nordseite beschlossen. Den Eigentümern sollte im Gegenzug die Möglichkeit gegeben werden, einen Streifen als Bauland für eine Häuserzeile zu nutzen.

Schon vor zehn Jahren hieß es, das sei die schlechteste Straße der Stadt

Aus Sicht der Betroffenen blieb jedoch zu wenig Fläche für eine weitere landwirtschaftliche Nutzung. Das Enteignungsverfahren bei der Bezirksregierung wurde daraufhin ausgesetzt. Es sollte der Abschluss des Bebauungsplanverfahrens abgewartet werden. Seitdem kam die Entwicklung 2017 erneut zum Stillstand.

„Das ist die schlechteste Straße in der Stadt“, hieß es schon vor über zehn Jahren im Stadtrat über die schlagloch- und pfützenreiche Marterstrecke. „Es wäre schön, wenn dort zumindest in der nächsten Legislaturperiode endlich gebaut werden könnte“, sagt Ebel auch mit Verweis darauf, „dass von der Straßendecke der Geranienstraße bald gar nichts mehr übrig ist“.