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Ausstellung im Forum Terra NovaElsdorf: Zeichnungen von Orten, die der Tagebau verschlungen hat

Zeichnungen des Vermessungstechnikers Willi Müller zeigen auch Orte wie Etzweiler und Alt-Königshoven, die dem Braunkohleabbau weichen mussten.

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Daniel Hamm, Sarah Milke, Dagmar Milke, Hilde Keller, Michael Valtinat und Peter Ruhnke bei der Vernissage.

So wertvoll Kunst um ihrer selbst willen schon sein mag, ist sie doch auch ein Schatz für die Erinnerung. Denn einiges von dem, was Willi Müller gezeichnet hat, ist heute nicht mehr in Elsdorf wiederzufinden.

Selbst der Geburtsort des 1924 in Etzweiler geborenen Künstlers ist heute nur ein Stück Grube südwestlich des heutigen Aussichtspunktes am Forum Terra Nova, und wer sich dorthin begibt, wird nicht das wiederfinden, was Willi Müller dort vorgefunden hat.

Neue Ausstellung im Forum Terra Nova

Die Stadt und der Geschichtsverein Elsdorf zeigen nun unter dem Titel „Romantische Orte & Bauwerke – realistisch gesehen und gezeichnet“ Werke von Willi Müller im Forum Terra Nova. Es ist die 24. Ausstellung der Reihe „Kunst: im Forum“, wie die Pressestelle der Stadt Elsdorf berichtet.

Diese beschreibt den Künstler als einen der bekanntesten und beliebtesten Heppendorfer:

„Schon in jungen Jahren widmete er sich Bleistift-, Kohle- und Federzeichnungen. 1936 gehörte er bei einem Schülerwettbewerb mit mehr als tausend Einsendungen zu den besten Zehn. Eine künstlerische Ausbildung absolvierte er nie, er bildete sich als Autodidakt stetig weiter“, so die Pressestelle der Stadt.

Bis zu seiner Pensionierung 1984 arbeitete Müller als Vermessungstechniker, was seine Zeichnungen erkennbar prägte. „Sie zeichnen sich durch große Genauigkeit, stimmige Proportionen und einen geschulten Blick für Details aus. Ab 1976 war er zudem freier Mitarbeiter der Rheinbraun-Zeitschrift ‚Revier und Werk‘ und schuf Industriebilder, Schaubilder und Buchtitel für die Braunkohle-Fachliteratur. Sein Können war damit in der Kunst wie in der Technik gefragt“, zitiert die Mitteilung Hilde Keller, Vorsitzende des Geschichtsvereins, die bei der Eröffnung der Ausstellung gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Daniel Hamm und Michael Valtinat die Begrüßung übernahm.

Zeichnung von Willi Müller.

Historische Bauwerke und Landschaften

Bekanntheit erlangte Willi Müller für realistische Darstellungen historischer Bauwerke und Landschaften, führt die Stadt Elsdorf in ihrer Mitteilung aus. Zu seinen Lieblingsmotiven gehörten Burgen, Schlösser, Mühlen, Kirchen und idyllische Orte der Region. Er zeichnete auch heute existierende Gebäude wie die Niederembter Windmühle, die Heppendorfer Apostelkirche, schuf Ansichten aus den Ortslagen von Stammeln und Widdendorf. Doch auch die Orte, die im Zuge des Tagebaus gewichen sind, sind Teil von Willi Müllers künstlerischem Vermächtnis. In seinen Werken hielt er Orte wie Burg Reuschenberg, Etzweiler und Alt-Königshoven fest.

Schenkung an den Geschichtsverein

2014 schenkte Müller dem damaligen Museumsverein, dem heutigen Geschichtsverein Elsdorf, 38 Tuschezeichnungen aus seiner Sammlung und machte sie so dauerhaft öffentlich zugänglich.

Willi Müller starb im März 2016, nur wenige Wochen vor einer Ausstellung von Tuschezeichnungen im Foyer des Ratssaales. Wie aus dem damaligen Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers zu lesen ist, waren seine Tochter Dagmar Milke und seine Enkelin Sarah Milke zur Vernissage angereist.

Auch zur Eröffnung der neuen Ausstellung in diesem Jahr waren die beiden wieder anwesend, wie die Stadt Elsdorf berichtet. Der Heppendorfer Musiker Danny Prill begleitete die Vernissage musikalisch. „Die Ausstellung erinnert an einen Künstler, der mit großer Leidenschaft und handwerklicher Meisterschaft arbeitete“, so Peter Ruhnke, ehemaliger stellvertretender Bürgermeister und Kulturausschussvorsitzender der Stadt Elsdorf. Die Werke sind zu den Öffnungszeiten der Gastronomie im Forum bis zum 31. Dezember zu sehen. (rag)