Der Fußball-Bezirksligist aus Erftstadt strebt eine sportliche Neuausrichtung an, um zu alter Geschlossenheit zurückzufinden.
Rhein-Erft:RW Ahrem blickt voller Zuversicht in die Zukunft

Die Ahremer Tugenden verinnerlicht hat der Rot-Weiße Daniel Tappert.
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Der Fußball-Bezirksligist SSV Rot-Weiß Ahrem hat zuletzt wichtige personelle Weichen für die Zukunft gestellt. Nach der Trennung vom Trainerteam Thomas Frohn und Andreas Papenfuß im November, reagierte der Verein besonnen und setzte zunächst auf eine interne Lösung.
Darauf übernahmen Frank Joswig, Daniel Erpenbach, Martin Zimmermann und Daniel Tappert mit Torwarttrainer Sebastian Borgwaldt die Verantwortung für die erste Mannschaft. In dieser Phase präsentierte sich das Team in der Staffel 3 stabil, gewann Ende November das Derby gegen den SC Germania in Lechenich und sammelte wichtige Punkte, so dass man mit einem positiven Gefühl in die Winterpause ging.
Neuer Cheftrainer
Gleichzeitig konnte die Klubführung die Trainersuche ohne Zeitdruck und mit der nötigen Ruhe vorantreiben. Diese Zeit wurde genutzt – mit einem für den Verein äußerst erfreulichen Ergebnis. Zur Rückrunde hat Markus Hilmer das Traineramt des Bezirksliga-Teams übernommen. Unterstützt wird er von Co-Trainer Tobias Baer sowie Torwarttrainer Sebastian Borgwaldt, der seine Arbeit fortsetzt. Ergänzt wird das Trainerteam durch eine strukturelle Neuerung: Martin Zimmermann übernimmt künftig die Rolle des Teammanagers der ersten Mannschaft und löst damit Kilian Zimmermann ab.
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Auch im weiteren Seniorenbereich hat sich der SSV neu aufgestellt. Für die zweite Mannschaft wurde mit Simon Schwärzel ein Teammanager gewonnen. Den Abschluss der Neuausrichtung bildet die Installation eines neuen Sportlichen Leiters für den gesamten Seniorenbereich: Mit Andreas Moll übernimmt ein Ahremer Urgestein die Schlüsselposition von Sebastian Weber, der aus privaten Gründen sein Amt niederlegt.
Der Vorsitzende Thomas Kreisch zeigt sich hochzufrieden mit den Personalentscheidungen: „Wir sind sehr froh und auch ein Stück weit stolz darauf, dass wir alle Schlüsselpositionen im sportlichen Bereich mit unseren absoluten Wunschlösungen besetzen konnten und die jeweiligen Personen davon überzeugen konnten, den Weg ab sofort gemeinsam mit uns zu gehen.“
Der Fokus muss sein, den Verein nachhaltig aufzustellen und vielen Kindern den Weg zu den Senioren zu ermöglichen.
Neben der Neuausrichtung im Seniorenbereich hebt der Vorstand besonders die Entwicklung der Jugendabteilung hervor. Stolz berichtet Andreas Krebs, 2. Vorsitzender: „Wir sind wahnsinnig stolz auf das, was in den letzten Jahren im Jugendbereich von unseren Jugendleitern, Trainern und Eltern geleistet wurde und wird. Die Anzahl unserer Jugendspielerinnen und -spieler ist von rund 80 auf nahezu 250 angewachsen, gleichzeitig konnten wir die Zahl der Trainer von zehn auf knapp 25 erhöhen. Das zeigt, dass wir hier auf einem sehr guten Weg sind. Genau dort muss auch weiterhin ein klarer Fokus liegen, um den Verein nachhaltig für die Zukunft aufzustellen und möglichst vielen Ahremer Kindern den Weg aus der Jugend in unseren Seniorenbereich zu ermöglichen. Vor allem aber wollen wir Ihnen eine sportliche Heimat bieten, in der sie sich auch persönlich weiterentwickeln können.“
Dabei stehen dem Verein künftig große Herausforderungen bevor. Kurzfristig gilt es, den Klassenerhalt in der Bezirksliga zu sichern. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für den Neubau des Vereinsheims und der Neugestaltung der Sportanlage. Wichtiger bei der Neuausrichtung ist die starke Identifikation der handelnden Personen mit dem Verein. Bis auf Co-Trainer Tobias Baer verfügen alle neuen Verantwortlichen über eine Ahremer Vergangenheit – viele von ihnen spielen oder engagieren sich bereits seit Jahren oder Jahrzehnten beim SSV. Trainer Markus Hilmer war bereits in einer früheren Amtszeit in Ahrem tätig.
Rückkehr zu alten Tugenden
Der Verein erhofft sich durch diese personelle Zusammensetzung, dass sogenannte Ahremer Tugenden wieder stärker gelebt werden und der Club zu der Geschlossenheit zurückfindet, die ihn über viele Jahre ausgezeichnet hat. Diese war insbesondere nach dem Hochwasser 2021 ins Wanken geraten, als Mannschaften über einen längeren Zeitraum hinweg auf verschiedene Trainings- und Spielstätten ausweichen mussten und der vereinsinterne Austausch deutlich eingeschränkt war.
Mit der Perspektive einer modernen Platzanlage, dem bald beginnenden Bau des Vereinsheims und einer klaren sportlichen Struktur blickt der SSV nun optimistisch nach vorne. Ziel ist es, die positive Entwicklung im Jugendbereich fortzusetzen, den Seniorenmannschaften langfristige Stabilität zu geben und den Verein insgesamt nachhaltig, zielgerichtet und auf gesunden Füßen weiterzuentwickeln.
