Malteser starten Begleitungsdienst für Senioren in Erftstadt
InterviewMalteser starten Besuchsdienst in Erftstadt - Gemeinsam gegen einsam

Johanna Westenburger, Referentin für das soziale Ehrenamt.
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Mit ihrem Besuchs- und Begleitungsdienst „Mobil & mittendrin“ helfen die Malteser älteren Menschen in Erftstadt, aktiv zu bleiben und soziale Kontakte zu pflegen. Damit dieses Angebot ab Herbst wieder möglichst vielen Menschen zugutekommen kann, sucht die Hilfsorganisation jetzt weitere ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer. Mit der zuständigen Referentin für das soziale Ehrenamt, Johanna Westenburger, sprach Markus Peters.
Frau Westenburger, Sie koordinieren für die Malteser das Angebot „Mobil & mittendrin“, das jetzt auch in Erftstadt wieder anlaufen soll. Was steckt hinter diesem Konzept?
„Mobil & mittendrin“ steht für unseren Besuchs- und Begleitungsdienst mit den drei Bereichen "Besuche", "Einkaufen" und "Kulturelle Angebote". Ehrenamtliche besuchen ältere oder hilfsbedürftige Menschen zu Hause, verbringen Zeit mit ihnen, gehen zum Beispiel spazieren, trinken Kaffee oder spielen gemeinsam Spiele. Es geht um eine Freizeitbegleitung und nicht etwa um Hilfe beim Ausfüllen von Formularen oder bei Pflegekassen-Anträgen. Ebenso übernehmen unsere Ehrenamtlichen keine hauswirtschaftlichen oder pflegerischen Aufgaben. Im Mittelpunkt stehen Abwechslung, soziale Kontakte und Teilhabe für unsere Gäste.
Welche weiteren Aspekte gehören zu diesem Angebot?
Neben den Besuchen gibt es den „mobilen Einkaufswagen“: Ehrenamtliche holen die Seniorinnen und Senioren zu Hause ab, fahren gemeinsam zu einem Supermarkt, unterstützen beim Einkauf – etwa wenn Produkte zu hoch oder zu niedrig im Regal stehen – und anschließend trinken alle gemeinsam Kaffee.
Sie setzen das Konzept bereits in anderen Kommunen um. Wie läuft es dort?
Wir haben mit dem Dienst sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch in Erftstadt wurde das Angebot gut angenommen, und es gibt bereits Nachfragen, wann zum Beispiel die nächsten Einkaufsfahrten wieder stattfinden. Nach einigen neu geschaffenen Strukturen in den vergangenen Monaten und der Schulung weiterer Ehrenamtlicher soll das Angebot nun weitergehen.
Wer nutzt den Dienst?
Unsere Zielgruppe sind Seniorinnen und Senioren, die zum Beispiel allein in ihrem privaten Haushalt leben. Viele sind einsam und wünschen sich wieder stärkeren Anschluss an die Gesellschaft. Grundsätzlich können alle älteren Menschen den Dienst in Anspruch nehmen, die Unterstützung wünschen und wieder mobiler sein möchten.
Wie sieht ein typischer Einsatz aus?
Eine Ehrenamtliche oder ein Ehrenamtler besucht eine Person zu Hause – meist einmal pro Woche, eventuell auch alle 14 Tage, für rund anderthalb Stunden. Man verbringt gemeinsam Zeit und unternimmt vielleicht kleine Ausflüge. Beim „mobilen Einkaufswagen“ melden sich die Teilnehmenden an, werden zu einem vereinbarten Termin mit einem Malteser-Fahrzeug abgeholt, gehen gemeinsam einkaufen und trinken anschließend noch Kaffee. Das Kaffeetrinken ist für viele das Highlight der Einkaufsfahrt, und oft entstehen durch die Treffen Freundschaften zwischen unseren Gästen, bei denen auch schon einmal Telefonnummern ausgetauscht werden, um in Kontakt zu bleiben. Ein weiteres Modul ist der KulTour-Begleitungsdienst, bei dem die Gästegruppe gemeinsam mit den Ehrenamtlichen an ausgesuchten Veranstaltungen, Konzerten oder Ausflügen teilnimmt. Auch hier geht es darum, die Gäste zu Hause abzuholen, während des gesamten Ausflugs zu begleiten und wieder nach Hause zu bringen.
Ist das Angebot für die Seniorinnen und Senioren kostenpflichtig?
Der gesamte Dienst ist kostenfrei und wird hauptsächlich durch Spenden sowie durch das ehrenamtliche Engagement der Helferinnen und Helfer ermöglicht. Nur persönliche Einkäufe, Kaffee oder Kuchen bei den Treffen oder anfallende Eintrittsgelder müssen selbst bezahlt werden – worüber zuvor aber immer informiert wird.
Wer engagiert sich ehrenamtlich für das Angebot?
Das ist sehr vielfältig – von jungen Menschen bis zu Ehrenamtlichen, die selbst schon Seniorinnen und Senioren sind. Viele sagen: „Ich möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben.“ Andere haben keine Großeltern mehr und möchten bewusst Zeit mit älteren Menschen verbringen. Viele Ehrenamtliche erleben ihre Tätigkeit als sinnstiftend. Sie erfahren viel Dankbarkeit und bekommen Rückmeldungen wie: „Der Besuch ist der Höhepunkt meiner Woche.“ Es gibt auch Seniorinnen und Senioren, die berichtet haben, dass sie durch dieses Angebot wieder aus einem emotionalen Loch herausgefunden haben.
Was sollten Ehrenamtliche mitbringen?
Vor allem Offenheit, Interesse an Menschen und etwas Zeit – etwa anderthalb Stunden pro Einsatz; beim Einkauf oder bei Ausflügen kann es auch etwas mehr sein. Wir bereiten alle Ehrenamtlichen gut vor: Es gibt eine Informationsveranstaltung, Schulungen und eine ehrenamtliche Dienstleitung als feste Ansprechperson. Niemand wird allein gelassen. Bei schwierigen Situationen können sich die Ehrenamtlichen jederzeit melden und werden unterstützt.
Wann soll „Mobil & mittendrin“ in Erftstadt wieder starten?
Wir planen, im Herbst wieder Einkaufsfahrten anzubieten sowie nach und nach auch Besuche und Ausflüge. Aktuell suchen wir noch weitere Ehrenamtliche, die den Dienst unterstützen. Jeder kann dabei selbst entscheiden, in welchem Bereich er oder sie aktiv werden möchte.
Interessierte an einem Ehrenamt bei den Maltesern können sich per E-Mail oder unter 0221- 6909 4852 melden und informieren.
bbdmum.erftstadt@malteser.org