Nicht nur das Stadion, sondern auch das Terrassenfreibad verbindet der einstige Spieler, Trainer und Stadionsprecher mit vielen schönen Erinnerungen.
Serie „Mein Lieblingsplatz“Darum ist der Kurt-Bornhoff-Sportpark in Frechen für Johannes Paul wichtig

Das alte Stadion der Spielvereinigung Frechen 20 im Kurt-Bornhoff-Sportpark ist Jochen Pauls Lieblingsplatz. Von der alten Grandezza sieht der einstige Spieler, Trainer, Stadionsprecher und Geschäftsführer des Fußballvereins nicht mehr viel.
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Für Johannes Paul zeigt sich der Kurt-Bornhoff-Sportpark als Juwel. Gleich vom Parkplatz am Ende der Allee zum Sportpark erschließe sich das Gelände, früher einfach „Sportpark an den Sieben Bäumen“ genannt, in einer Waldlandschaft von einer Größe, die ihresgleichen suche, schwärmt Johannes Paul. Bis nach Glessen führten die Wege. Hier finde er schöne Wander- und Joggingstrecken für seine Laufexkursionen, drei mal die Woche, rund neun Kilometer.
Frechen: Erinnerung an leckere Pommes und den „Colawagen“
Vom Parkplatz führt der leicht ansteigende Weg zum Stadion der Spielvereinigung Frechen 20, vorbei am Terrassenfreibad. Hier habe er schon als Kind heiße Sommertage verbracht, mit den leckersten Pommes aus dem Kiosk und täglich „vom Colawagen“ angelieferten kühlen Getränken, die auf einem langen hölzernen Tisch zwischen dem Denkmal geschützten Eingangsbereich des Schwimmbads und Kiosk aufgereiht waren. „Da tropfte das Eiswasser an der Tischplatte hinunter“, schildert Johannes Paul.
Seit drei Jahren präsentiere sich das wohl schönste und größte Freibad im Kreis leider als Baustelle. Er zeige Verständnis für die Dauer der Arbeiten, viele Überraschungen seien zu Beginn der Renovierung nicht abzusehen gewesen. Sein Blick schweift über die neue Edelstahleinlage im 50 Meter langen Schwimmerbecken, den Zehnmeterturm, das große Nichtschwimmerbecken mit Wasserrutsche und das kreisrund angelegte, neu gepflasterte Planschbecken. Am terrassierten Hang, der dem Freibad seinen Namen gab, können Badegäste im Schatten alter Bäume liegen, wenn es erst – voraussichtlich im Sommer 2027 – wieder geöffnet ist.

Den Kurt-Bornhoff-Sportpark liebt Jochen Paul. Im dort gelegenen Terrassenfreibad mit der Liegewiese am Hang verbrachte der Frechener viele schöne Stunden. Bei seinem Besuch zeigt sich der Zehn-Meter-Turm zwar noch eingerüstet, aber die Stahleinlagen in den Becken sind schon komplett und die Pflasterer tätig.
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Im Sportlerheim am neuen Sportplatz nimmt der Vorsitzende der Spielvereinigung Frechen 20 e.V., Sahim Yildirim, Johannes Paul in Empfang. Paul ist zusammen mit dem Ex-Bürgermeister Hans-Willi Meier einer der zwei Ehrenwarte des Vereins. Als Junge habe er, „Frechener durch und durch“, hier schon Fußball gespielt, sei später Trainer und von 1992 bis 1999 Geschäftsführer des Fußballvereins gewesen.
Was ich mit 20 erlebt habe, kann man in Worten kaum beschreiben
Johannes Paul gelte ihm immer noch als „Impulsgeber“, wenn es um Entscheidungen eines Vereins gehe, der ganz in der Gegenwart angekommen sei, sagt der Vorsitzende. Natürlich vertraut er ihm den Schlüssel zum großen Stadion an, das von der großen Zeit der Zwanziger zeugt, als der Verein noch Fußball auf semiprofessionellem Niveau spielte. „Was ich mit 20 erlebt habe, kann man in Worten kaum beschreiben“, sagt der 69-jährige. Es sind Erlebnisse bei Heimspielen als Kind, als junger Mann, später mit den Söhnen Mathias und Michael, aus denen dann doch keine Fußballer geworden seien. Noch heute tigere er sonntags ins Stadion, um dort „guten, ehrlichen Fußball“ zu erleben – Profifußball begeistere ihn hingegen nicht mehr.
Spiele gegen den 1. FC Köln und Bayer Leverkusen
Das Schloss am niedrigen Tor zur einstigen „guten Stube der Stadt“ knirscht ein wenig unwillig. Von der einstigen Grandezza ist nicht mehr so viel übrig. Es war der Ort, wo der „Sportpark in Flammen“ mit Feuerwerk rund 15.000 Zuschauer während der Frechener Sportwochen Ende der 1960er Jahre in seinen Bann zog, wo „20“-ger gegen den 1. FC Köln, Bayer-Leverkusen oder Sparta Rotterdam spielte.
Die Ränge in der Kurve wurden begrünt, die Überdachung der großen Tribüne mit großzügig eingerichteten Räumlichkeiten für Restauration, Spieler und den Stadionsprecher, wo er selbst das Sprechen vor großem Publikum gelernt habe, hätten aus baustatischen Gründen weichen müssen, so Paul. Er genießt den Blick übers Grün dennoch, und kickt mit einem stillen Lächeln den mitgebrachten Fußball vor sich hin.
