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Haus steht, Strom fehltJunges Paar aus Frechen wartet vergeblich auf Anschluss

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Das Bild zeigt Lars Ollig sitzend vor seinem Haus.

Lars Ollig wartet auf den Stromanschluss für seinen Neubau in der Heinrich-Imig-Straße in Frechen-Bachem.

Warum Westnetz nach 16 Wochen noch keinen Stromanschluss legen konnte.

Im April beantragt, aber immer noch nicht umgesetzt: Ein junges Paar wartet seit Monaten darauf, dass Westnetz das neugebaute Haus ans Stromnetz anschließt. „Wir liegen mit allem super in der Zeit“, sagt Lars Ollig. „Am 22. August wollen wir einziehen.“ Allerdings sieht es so aus, als müssten er und seine Partnerin Jasmin Rinken Herd und Wärmepumpe zunächst mit teurem Baustrom versorgen lassen. Denn es gibt noch keinen Termin, an dem die Anschlussarbeiten starten können.

Frechener Paar muss womöglich auf teuren Baustrom zurückgreifen

In Frechen-Bachem hatten Ollig und Rinken einen Bauplatz gekauft, den ehemaligen Garten des Nachbarhauses. Er liegt an der vor Jahrzehnten erschlossenen Heinrich-Imig-Straße. Sie entschieden sich für ein Fertighaus, eineinhalbgeschossig, kein Keller, 150 Quadratmeter Wohnfläche, mit Wärmepumpe und Photovoltaikanlage. Am 9. April 2026 stellte Ollig online bei der Westnetz einen Antrag für Baustrom und für den Anschluss ans Stromnetz. „Der Kasten für den Baustrom stand schnell da, und die Rheinenergie hat ihn umgehend angeschlossen“, sagt Ollig. Eine Auftragsbestätigung der Westnetz kam jedoch nicht.

Das Bild zeigt Lars Ollig am Stromkasten seines Hauses.

Der Verteilerkasten ist bereit. Aber Lars Ollig hat noch keinen Termin, wann Westnetz seinen Neubau ans Stromnetz anschließt, damit er einen günstigen Tarif buchen und die Photovoltaikanlage nutzen kann.

Ende April starteten die Bauarbeiten für das Einfamilienhaus. „Ab Ende Mai habe ich ungefähr alle 14 Tage bei Westnetz angerufen, das habe ich im Bautagebuch dokumentiert“, erzählt der Realschullehrer, der bislang in Hürth lebt. Ende Juni setzte das Paar Westnetz eine Frist, den Auftrag zu bestätigen. Es folgten Beschwerdemails an die Bundesnetzagentur und die Schlichtungsstelle Energie, am 22. Juli ein Schreiben mit Androhung von Schadenersatzforderungen. „Ich habe auch weiter angerufen“, sagt Ollig. „Zuletzt hieß es auf einmal, es fehle die Genehmigung der Stadt Frechen, die Straße aufbrechen zu dürfen.“

Frechen: Auftragsbestätigung trudelte nach 16 Wochen ein

Die Stadt Frechen habe ihm mitgeteilt, es liege kein Antrag der Westnetz zum Aufbruch vor. Eine Genehmigung sei ohnehin nicht notwendig, sofern der bestehende Graben in der Straße genutzt werden könne. Immerhin: Die Auftragsbestätigung für den Hausanschluss ist nach 16 Wochen eingetrudelt – einen Tag, nachdem diese Redaktion bei der Westnetz-Pressestelle um Informationen zum Ablauf beim Antrag von Lars Ollig gebeten hatte. Zwei Werktage später sagte sich kurzfristig ein Vertreter der Tiefbaufirma an. „Er versprach, dass er noch am Abend einen Aufbruchantrag bei der Stadt Frechen stellt“, so der Bauherr.

Aufträge würden nach technischer Prüfung bestätigt

Laut Westnetz GmbH ist es nicht möglich, eine durchschnittliche Wartezeit zwischen Antragstellung und Errichtung eines Netzanschlusses im Rhein-Erft-Kreis zu nennen. Jedes Bauvorhaben sei anders. Aufträge würden immer erst nach der technischen Prüfung bestätigt. Den Antrag sollte man daher so früh wie möglich stellen. „Im Rhein-Erft-Kreis gibt es derzeit keine Anträge im Hausanschlussgeschäft der Westnetz, die unbearbeitet sind“, schreibt die Pressestelle. Dass Ollig am Tag nach der Anfrage dieser Redaktion eine Auftragsbestätigung erhalten hat, sei Zufall.

Wann das Haus an der Heinrich-Imig-Straße ans Stromnetz angeschlossen und damit auch die Photovoltaikanlage nutzbar sein wird, ist offen. Lars Ollig und Jasmin Rinken packen unterdessen für den Umzug.