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Siegerin bei NRW-WettbewerbFrechener Poetry-Slammerin (14) gibt Kindern eine Stimme

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Zu sehen ist die Poetry-Slammerin Hannah Breitbarth mit einem Pokal in der Hand.

Zweimal schon hat die Poetry-Slammerin Hannah Breithbart (14) aus Frechen den NRW Slam in Aachen gewonnen.

Hannah Breitbarth aus Frechen hat bereits zum zweiten Mal die U20-NRW-Slam-Meisterschaften gewonnen.

Am Anfang war die Wut. Und auch die Trauer. Über die Dinge im Leben, die man nicht beeinflussen kann, die einen aufregen, berühren oder beschäftigen. Die junge Frechenerin Hannah Breitbarth (14) kann davon ein Lied singen – oder vielmehr darüber slammen. Seit eineinhalb Jahren ist Hannah auf den Poetry-Slam-Bühnen des Landes unterwegs, schreibt Texte und hat vor allem ein Ziel: Die Menschen mit ihren Texten zu berühren und ihnen im besten Fall zu helfen. Angefangen hat sie mit zwölf. Vor allem Kindern und Jugendlichen, die mit ihren Sorgen manchmal nicht ernstgenommen werden, möchte sie eine Stimme geben: „Nicht alles, was Kinder erleben, ist Kinderkacke.“

Zum Poetry-Slam ist sie durch ihren Halbbruder gekommen, auch einen gemeinsamen Text hat sie mit ihm performt. Doch normalerweise steht Hannah allein auf der Bühne – sechs Minuten, die ihr gehören. „Das Besondere auf der Bühne ist, dass sie dir gehört, und jeder hört dir zu. Du kannst Gutes damit tun“, erzählt Hannah.

Frechen: Mit acht Texten ist Hannah Breitbarth schon aufgetreten

Hinter jedem ihrer Texte verbirgt sich eine Botschaft. Acht Texte hat die junge Künstlerin bisher vorgetragen, unveröffentlicht sind es mehr als 20, und stetig schwirren ihr neue Zeilen und Sätze durch den Kopf. Sogar irgendwann ein Buch zu schreiben, kann sie sich vorstellen, die Struktur schwebt ihr schon grob vor. Für Hannah ist das Slammen, also das Verfassen und Vortragen ihrer Texte, ein Ventil.

Während ihre Texte am Anfang noch eher beschuldigend oder anprangernd waren, sind ihre gegenwärtigen Texte emotionaler und berührend. „Lustige Texte zu schreiben ist anstrengend, denn nicht jeder hat den gleichen Humor“, sagt Hannah und berichtet, dass einmal nach einem Auftritt ein riesiger Mann, „wie ein Bär“, mit tränenden Augen auf sie zugekommen sei, weil ihr Text ihn so berührt hat.

Doch nicht nur ihr Publikum, sondern auch die Fachjury konnte Hannah bereits überzeugen. So auch, als sie an ihrem 14. Geburtstag zum zweiten Mal die U20-NRW-Slam-Meisterschaften in Aachen gewann. Und mit Übergabe des Pokals sangen über 600 Stimmen nur für sie ein Happy-Birthday-Ständchen. „Das hat sich unrealistisch angefühlt, aber war mit das schönste Geburtstagsgeschenk“, erinnert sich die 14-Jährige. In der Poetry-Community hat Hannah ihren Platz gefunden, denn man finde dort „viele Herzensmenschen“.

Anfangs schrieb sie ihre Texte noch mit der Hand, nun tippt sie ihre Ideen am Computer. Trägt Hannah ihre Texte vor, treten Mimik und Gestik in ihr Auftreten, ihre deutliche und rhythmische Stimme geht melodisch auf und ab, und füllt mit ihren Worten den ganzen Raum: „Ja, lass mal Brücken bauen, bis die Ufer sich berühren. Bis wir lernen, nicht zu hassen und als Team zu funktionieren“ und weiter „lass mal Spuren hinterlassen, die auch bleiben, wenn wir gehen. Nicht als Namen auf den Schildern, nicht als Denkmäler aus Stein, sondern als Gefühl bei den Menschen, das sagt: Da war jemand und ich war nicht allein.“ Zeit, im Sinne von Hannah Brücken zu bauen.