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JubiläumSo hat sich die Feuerwehr in Frechen-Habbelrath in 100 Jahren entwickelt

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Auf dem Bild sind die Gründer der Löschgruppe Habbelrath zu sehen.

Die Gründer der Löschgruppe Habbelrath: Wiemer Bahn (vorn, 4.v.l.) wurde mit der Gründung der Wehr beauftragt.

Mit 18 Bürgern startete die Wehr 1926, heute hat der Löschzug rund 100 Mitglieder.

 „100 Jahre im Dienst am Menschen“: Unter diesem Stichwort feiert der Löschzug Habbelrath der Freiwilligen Feuerwehr Frechen in diesem Jahr sein Jubiläum. Er besteht aus der Einsatzabteilung, der Jugendfeuergruppe und der Ehrenabteilung – rund 100 ehrenamtliche Feuerwehrleute gehören dem Löschzug an.

Ein Blick zurück – mithilfe der Chronik: Vor 1926 war die Bevölkerung der Orte Habbelrath, Grefrath und Bottenbroich im Brandfall auf sich selbst gestellt. Wenn es brannte, wurden die Bewohner des jeweiligen Dorfes mithilfe von Kirchenglocken oder Feuerwehrhorn alarmiert. Man bildete Eimerketten, um das Löschwasser aus Bächen oder Brunnen zur Brandstelle zu bringen.

Am 26. September 1926 wurde die Wehr in der Gaststätte Schmitz offiziell gegründet

Obwohl sich die Gemeinde Türnich, zu der Habbelrath damals gehörte, lange gegen die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr gewehrt hatte, wurde der Druck durch den Landrat so groß, dass 1926 Wiemer Bahn mit der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr beauftragt wurde. Am 26. September wurde die Wehr in der Gaststätte Schmitz aus der Taufe gehoben.

Insgesamt stellten sich 18 Bürger in den Dienst am Nächsten. Anton Esser wurde zum 1. Brandmeister ernannt, sein Stellvertreter wurde Peter Dräger. Ein halbes Jahr später, im Frühjahr 1927, erhielt die Löschgruppe Habbelrath eine alte Saug- und Druckpumpe. Sie musste von Pferden gezogen werden und wurde deshalb beim Bauern Kaltwasser untergestellt.

Frechen: 1930 konnten die ersten Uniformen angeschafft werden

1928 wurde Anton Effertz von der Gemeinde als stellvertretender Brandmeister bestätigt und 1930, die Mannschaftsstärke war auf 22 angewachsen, konnten die ersten Uniformen angeschafft werden. Anton Effertz übernahm 1934 die Leitung der Löschgruppe von Anton Esser, der wegzog.

Schwierig wurde es ab 1937, denn die meisten Kameraden wurden zum Kriegsdienst eingezogen. Um den Brandschutz sicherzustellen, wurden Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren, sowie ältere Leute dienstverpflichtet. Bei Fliegeralarm wurde die schnelle Einsatzbereitschaft durch Bereitschaftswachen sichergestellt.

Auf dem SW-Bild sind Feuerwehrleute bei einer Übung in den 60er-Jahren zu sehen.

Löschübung der Habbelrather Wehr in den 60er-Jahren.

Nach dem Ende des Krieges konnte der Wiederaufbau der Löschgruppe mithilfe der zurückgekehrten Kameraden beginnen. Der langjährige Leiter der Löschgruppe Habbelrath, Anton Effertz, wurde zum Gemeindebrandmeister bestellt und Oberfeuerwehrmann Johann Bahn wurde mit der kommissarischen Leitung der Gruppe betraut. Nachdem er den Lehrgang an der Landesfeuerwehrschule in Münster absolviert hatte, wurde er zum ersten Brandmeister der Löschgruppe Habbelrath bestellt.

1951 erfolgte der Zusammenschluss der Gruppen Habbelrath, Grefrath und Bottenbroich zu einer Gruppe. Im selben Jahr feierte die Löschgruppe Habbelrath ihr 25-jähriges Jubiläum. Nun ging es bergauf: 1953 erhielt die Gruppe ein neues Gerätehaus, die Leitung übernahm Brandmeister Heinrich Effertz und die Löschgruppe bekam ein neues Löschfahrzeug, einen Ford FK 2000 LF 8 TS.

Auf dem Bild sind drei Feuerwehrfahrzeuge zu sehen.

1972 wurde das Feuerwehr-Gerätehaus an der Antoniusstraße in Betrieb genommen.

1965 folgten die ersten drei Atemschutzgeräte. Nach Bestehen des Atemschutzgeräteträgerlehrgangs durften Peter Odendall, Peter Hartl und Heinz Willy Heyartz die Pressluftatmer im Einsatz nutzen. 1966 erhielt die Löschgruppe ein neues Löschfahrzeug, ein LF 16, und 1970 wurde die Jugendfeuerwehr aufgebaut. Inzwischen war Habbelrath umgezogen, und 1972 konnte das heutige Gerätehaus an der Antoniusstraße bezogen werden.

Mit viel Eigenleistung wurde das Gerätehaus aus- und umgebaut

Drei Jahre später, mit der kommunalen Neuordnung, kam der Löschzug Habbelrath zu Frechen, gab damit auch seine Zuständigkeit für Neu-Bottenbroich auf und stand in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr der Stadt Frechen für deren Ortsteile bereit. Um dafür gerüstet zu sein, erhielt der Löschzug mit dem TLF 16 ein zweites Fahrzeug. Hinzu kam 1985 noch ein Gerätewagen.

In den folgenden Jahren gab es einige neue Einsatzfahrzeuge, die alten Wagen wurden verkauft oder – wie der Gerätewagen – umgebaut. Er lief dann als Einsatzleitwagen. Die Mannschaftsstärke veränderte sich, der Platzbedarf wurde größer, und so wurde mit viel Eigenleistung auch das Gerätehaus aus- und umgebaut. So gab es neue Sozialräume, da inzwischen auch Mädchen in die Jugendfeuerwehr aufgenommen wurden. Zusätzlich zu dem Anbau wurden auch zwei Container aufgestellt, um genügend Platz für Gerätschaften und die Helfer zu haben.

Heute verfügt der Löschzug Habbelrath über fünf Einsatzfahrzeuge. Rund 100 Mitglieder gehören ihm an, darunter 47 aktive Feuerwehrfrauen und -männer und 24 Angehörige der Jugendfeuerwehr. Größter Wunsch aller bleibt aber seit der Jahrtausendwende der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses. Seinerzeit sollte dieses Gebäude neben dem Nahversorgungszentrum errichtet werden. Immer wieder wurde die Wehr vertröstet. Wann ein Umzug in modernere Räume möglich ist, bleibt wohl weiter ungewiss.