Bis zu 80 Personen können an der Hochstedenstraße untergebracht werden. Die Anlage soll im zweiten Quartal bezugsfertig sein.
2,5 Millionen EuroSo laufen die Arbeiten für die neue Unterkunft für Geflüchtete in Frechen

Die Bauarbeiten für die neue Unterkunft für Geflüchtete an der Hochstedenstraße haben begonnen.
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Die Bauarbeiten für die neue Unterkunft für Geflüchtete an der Hochstedenstraße neben dem Friedhof St. Audomar haben begonnen: Für rund 2,5 Millionen Euro werden auf dem rund 2400 Quadratmeter großen Grundstück moderne Wohncontainer aufgestellt. Bis zu 80 Personen sollen dort ab dem zweiten Quartal dieses Jahres untergebracht werden können.
Die Wohncontainer werden zu drei Wohnblöcken zusammengefügt. Zwei der Gebäude entstehen zwei-, eines eingeschossig. Die geplante Nutzungsdauer der Container betrage zehn Jahre, so die Verwaltung. Ergänzt wird die Anlage durch ein Nebengebäude, acht Auto- und 20 Fahrradstellplätze sowie eine zentrale Müllsammelstelle. Aktuell würden die beauftragten Firmen im Zeitplan liegen. Die nächste Anlieferung von Containern ist für den 24. März geplant.
Frechen: 16 Quadrameter für zwei Personen
Jeder Wohncontainer verfügt über etwa 16 Quadratmeter Fläche und ist für zwei Personen ausgelegt. Gemeinschaftsräume gibt es nicht. Die Stadt teilt mit, dass sie eine sozialverträgliche Belegung anstrebt – sowohl Familien als auch Einzelpersonen sollen dort ein neues, vorübergehendes Zuhause in Sicherheit erhalten. Fest steht bereits, dass nicht nur neu nach Frechen kommende Geflüchtete dort eine Zuflucht finden, sondern auch Menschen aus anderen Unterkünften im Stadtgebiet einziehen werden. So auch Familien, die durch den Brand in der Unterkunft an der Norkstraße aktuell wieder in Zelten untergebracht werden müssen.
Stadtweit sind derzeit 762 von 828 tatsächlich verfügbaren Plätzen in Unterkünften belegt, was einer Auslastung von 92 Prozuent entspricht. In vielen Unterkünften bestünden nur noch geringe Belegungsspielräume, so die Verwaltung. Die Stadt Frechen müsse im Rahmen ihrer Aufnahmeverpflichtung aktuell noch 315 Personen aufnehmen. Zudem besteht weiterhin ein erhöhter Bedarf an der Unterbringung von wohnungslosen Menschen sowie Familien und Einzelpersonen, die unter anderem von Zwangsräumungen bedroht sind.
Uns ist wichtig, dass die Menschen, die hier ankommen, gute Bedingungen vorfinden – und dass die Nachbarschaft transparent informiert bleibt
Um einen geordneten Betrieb zu gewährleisten, setze die Stadt auf eine klare organisatorische Struktur: Tagsüber wird ein Hausmeister vor Ort sein. Sozialarbeiterinnen und -arbeiter begleiten die Geflüchteten mit individueller Beratung. Die Verwaltung wird regelmäßig Kontrollen durchführen, eine Fachfirma übernimmt die Reinigung der Sanitärbereiche und der Verkehrswege.
Bürgermeister Uwe Tietz (SPD) erklärte: „Mit dieser Unterkunft schaffen wir nicht nur dringend benötigte Plätze, sondern auch einen Ort, der Sicherheit, Struktur und Unterstützung bietet. Uns ist wichtig, dass die Menschen, die hier ankommen, gute Bedingungen vorfinden – und dass die Nachbarschaft transparent informiert bleibt.“ Er betonte, die Stadt werde die Anwohnerinnen und Anwohner weiterhin eng einbinden und stehe für Fragen jederzeit zur Verfügung.
Bereits im Februar hatte die Verwaltung die Anlage auf einer Bürgerversammlung vorgestellt. Für Irritationen bei den Anwohnern sorgte damals die Information, dass in der Unterkunft kein Sicherheitsdienst geplant sei. Dies sei eher bei größeren Unterkünften der Fall, hatte die Technische Beigeordnete Magdalena Pötschke erläutert. An der Hochstedenstraße gehe es primär um Wohnraum, es sei kein speziell zu schützendes Objekt. Sollte es jedoch zu Komplikationen kommen, werde neu über einen Sicherheitsdienst nachgedacht, versprach die Beigeordnete.

