Der Förster, Naturschützer und Autor kritisierte die Bundesregierung, die beim Klimaschutz nur „mit Blick in den Rückspiegel“ unterwegs sei.
VortragPeter Wohlleben erläuterte in Frechen, warum Bakterien wichtig fürs Klima sind

Jeder könne einen Baum pflanzen, empfahl Peter Wohlleben.
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Sie seien verschwindend klein, teilten sich alle 20 Minuten und stammten in den wenigstens zwei Millionen Jahren ihres Bestehens auf der Erde vielleicht gar nicht mal von diesem Planeten, charakterisierte Peter Wohlleben die Spezies, der er sein neues Buch gewidmet hat: „Bakterien die heimlichen Helden“. Milliarden verschiedener Bakterien gebe es, bekannt seien davon gerade mal 20.000.
Das Gewicht von Bakterien am und im menschlichen Körper wiege schwerer als unser Gehirn. Welche Rolle sie für das menschliche Leben spielten und wie sie Bäume und den Wald befähigten, bei steigenden Temperaturen im Klimawandel für Kühlung zu sorgen, legte der prominente Förster und Buchautor in einem rund eineinhalbstündigen Vortrag in Frechen dar.
Frechen: Kritik an der Bundesregierung
In einem Streifzug durch die Bedeutung der Wälder als Regenmacher im Klimawandel machte er Zusammenhänge zwischen der „Kaste der Forstwirte“, wie er ein Kapitel in seinem Buch betitelte, ihren „Plantagen“ und derzeit grassierenden Feuersbrünsten deutlich. Er geißelte die Bundesregierung, die beim Klimaschutz nur „mit Blick in den Rückspiegel“ unterwegs sei, und längst von Staaten um sie herum überholt werde. Selbst in China und Kamerun tue man bereits mehr für den Naturschutz.
Abschließend blickte Wohlleben aber optimistisch in die Zukunft: Mit mehr Wäldern könne auch die Rhein-Erft-Region erhöhten Temperaturen trotzen. Dafür könne jeder etwas tun, beispielsweise einen hier heimischen Baum pflanzen wie etwa Feldahorn, Bergahorn, Zitterpappel und andere. Sylvia Herber von den Frechener Grünen fühlte sich an die letzte Diskussion im Stadtrat erinnert, wo es um weitere Flächenversiegelung für Wohnbebauung auf dem Gelände der Grube Carl gegangen sei.
Silvia Maul, Vorsitzende des Grünen Ortsverbands Frechen, hatte Peter Wohlleben in der Reihe „Grünes Forum“ in das Keramion eingeladen. Mehr als 120 Anmeldungen habe sie nicht nur aus „der grünen Bubble“ erhalten, vielen habe sie wegen Überfüllung leider absagen müssen. „Ich freue mich, dass sich das Grüne Forum zu einer Bildungsinstitution entwickelt und von breiten Bevölkerungsschichten angenommen wird“, sagte Silvia Maul.
Als problematisch erwies sich für viele im Publikum die schlechte Hörbarkeit des Vortrags, gehalten von einem Autor, der schnell und undeutlich sprach, und das im Untergeschoss des Keramions, wo es hallt. Für die nächste Veranstaltung im September im Frechener Stadtsaal hat Silvia Maul den Blogger Thomas Laschyk zum Thema „Fake News in Medien“ eingeladen.
