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BenennungFrechener „Eselswiese“ erhält den Namen eines Stadthistorikers

Der Stadtrat folgt einem Vorschlag des Geschichtsvereins: Die „Eselswiese“, heute Gedenkstätte für Zwangsarbeiter, ehrt den Historiker und langjährigen Ratsherrn.

Von

Franz Joseph Kiegelmann.

Die Grünfläche an der Franz-Hennes-Straße in Flächen soll nach Dr. Franz Joseph Kiegelmann benannt werden. Dies hat der Stadtrat kürzlich beschlossen. Die Politiker unterstützen mit breiter Mehrheit einen entsprechenden Vorschlag des Frechener Geschichtsvereins, teilt die Stadt Frechen mit.

Jahrzehntelanges Engagement im Ehrenamt und im Rat

Kiegelmann gehörte von 1969 bis 1994 dem Rat der Stadt Frechen an. Darüber hinaus engagierte er sich über viele Jahrzehnte als Schiedsmann, im Kirchenvorstand von St. Severin sowie als Vorsitzender des Frechener Geschichtsvereins. Mit der Namensgebung würdige man das vielfältige ehrenamtliche und kommunalpolitische Engagement des Frechener. Er war 2020 im Alter von 88 Jahren gestorben.

Aufarbeitung der NS-Zeit

Besondere Bedeutung habe Franz Joseph Kiegelmann durch seine umfassenden Forschungen zur Geschichte der Stadt Frechen erlangt, so die Stadt weiter. Als Historiker, Autor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen setzte er sich intensiv mit der Entwicklung der Stadt, ihrer Industrialisierung sowie der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinander.

Sein Engagement für die Erinnerungskultur und das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus habe über viele Jahre die historische Arbeit in Frechen geprägt.

Für seine Verdienste erhielt Dr. Franz Joseph Kiegelmann zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Ehrenring der Stadt Frechen sowie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. „Mit der Benennung des Dr.-Franz-Joseph-Kiegelmann-Platzes erinnert die Stadt Frechen an einen Menschen, der sich über Jahrzehnte in besonderer Weise für das Gemeinwesen, die Stadtgeschichte und die Erinnerungskultur eingesetzt hat. Sein Wirken hat Frechen nachhaltig geprägt“, sagte Bürgermeister Uwe Tietz.

Vom Lehrer zum Doktoranden

Kiegelmann arbeitete als Lehrer gut 20 Jahre lang an einer Bergheimer Hauptschule, bevor er als Schulleiter an die Frechener Ringschule kam. Dem Stadtrat gehörte er für die CDU an. Nach seiner Pensionierung schrieb er mit 71 Jahren an der Universität zu Köln seine Doktorarbeit über die Sozialgeschichte Frechens im neunten Jahrhundert.

Die SPD-Fraktion begrüßte in einer Pressemitteilung die Benennung des Platzes im Frechener Stadtzentrum nach Franz Joseph Kiegelmann. Es handele sich bei dem Platz um die sogenannte „Eselswiese“ an der Franz-Hennes-Straße, die kürzlich zu einer Gedenkstätte für die Opfer von Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft umgestaltet wurde. Eine Gedenktafel und Skulpturen wurden dort vor zwei Jahren aufgestellt.

Auch die SPD weist auf Kiegelmanns bedeutende Beiträge zur Aufarbeitung der Stadtgeschichte und insbesondere zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus hin. "Der neue Name würdigt einen Frechener, der sich in besonderer Weise für die historische Erinnerungskultur seiner Heimatstadt eingesetzt hat", so die Sozialdemokraten. Wie die Stadt Frechen berichtet, wird an dem Platz auch ein Hinweisschild angebracht, das auf das langjährige Wirken von Dr. Franz Joseph Kiegelmann für die Stadt Frechen aufmerksam machen soll. Die Benennung erfolge nach Abschluss der erforderlichen organisatorischen Schritte, so die Verwaltung. (rtz)