Entscheidung vertagtZwei Hürther Schulhöfe müssen noch saniert werden

Eine Rampe ist erforderlich, wenn die Brüder-Grimm-Schule, wie hier bei der Europawahl 2019, als Wahllokal genutzt wird.
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Hürth – Zwei Grundschulen stehen noch auf der Liste für das Schulhofsanierungsprogramm, doch über die Reihenfolge gab es Streit im Hauptausschuss. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Wendelinusschule in Berrenrath vorzuziehen, weil an der Brüder-Grimm-Schule in Gleuel noch Bauarbeiten am Gebäude anstehen. Doch damit ist die SPD nicht einverstanden.
Im Zeitplan liegt das Sanierungsprogramm, mit dem die Schulhöfe an die Anforderungen des Ganztagsbetriebs angepasst werden sollen, ohnehin nicht mehr. Erst im Januar wurde der neue Schulhof an der Carl-Orff-Schule in Alstädten/Burbach freigegeben, mehr als ein Jahr später als geplant. Die Schulhöfe der Brüder-Grimm-Schule und der Wendelinusschule sollten 2019 und 2020 an die Reihe kommen. Nun ist klar, dass es erst 2021 weitergehen wird. Die Verwaltung begründete das mit personellen Engpässen im Rathaus.
Mängel bei Gebäudeprüfung gefunden
An der Brüder-Grimm-Schule müssen die Planer nicht nur den neuen Schulhof gestalten, sondern auch Umbauten am Schulhaus planen. Bei einer Gebäudeprüfung waren Mängel beim Brandschutz aufgedeckt worden, nun müssen neue Brand- und Rauchschutztüren eingebaut und ein neues Brandschutzkonzept aufgestellt werden. Dazu kommt, dass die Schule doch mehr Platz braucht.
Der genaue Bedarf muss laut Verwaltung noch abgeklärt werden, in Frage komme eine Erweiterung um zwei Klassenräume in Modulbauten. Dafür wird ein Standort gesucht. „Erst wenn die Planung für die bauliche Erweiterung steht, kann der Schulhof geplant werden“, sagte Bürgermeister Dirk Breuer. „Ich habe nicht die Leute für zwei Planungen.“ Die Verwaltung will den Schülern zudem zwei Baustellen gleichzeitig ersparen.
750.000 Euro im Haushaltsplan
Bevor der Schulhof umgestaltet werden kann, müssen die Leitungen erneuert werden. „Die Kanalsanierung ist aufwendig“, sagte Gebäudeamtsleiter Christian Stähler. „Der ganze Boden wird auf links gedreht.“
Die Verwaltung schlug also vor, zunächst den Schulhof der Wendelinusschule anzugehen. Knapp 750 000 Euro stehen dafür im Haushaltsplan für 2020. Die Planung sollte in diesem Jahr erfolgen, die Ausführung 2021. Erst danach sollte der Schulhof in Gleuel an die Reihe kommen.
Seit 2017 mit Sanierung beschäftigt
Doch SPD-Fraktionschef Stephan Renner bestand auf der beschlossenen Reihenfolge. Schon in den Haushaltsberatungen 2016/17 habe die SPD gefordert, den Schulhof zu sanieren und gleichzeitig einen barrierefreien Zugang zu schaffen, der nun auch gebaut werden soll – bisher ist die Schule nur über eine breite Treppe zu erreichen. Die Verwaltung sei bereits seit Frühjahr 2017 mit den Sanierungsmaßnahmen beschäftigt, es sei nicht nachzuvollziehen, warum noch keine Planung vorliege.
CDU-Fraktionschef Björn Burzinski sagte, er hätte die Sanierung gern früher gehabt, allerdings sei die Begründung der Verwaltung nachvollziehbar.
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Der Hauptausschuss folgte schließlich Breuers Vorschlag, den Beschluss zu vertagen. In der Zwischenzeit soll die Verwaltung den Raumbedarf klären und die Planung aufarbeiten.




