Freigabe im SeptemberHerzstück des neuen Stadionparks in Hürth ist bereits fertiggestellt

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Das Foto zeigt die beiden Vertreter der Stadtverwaltung vor Ort.

Nach Plan verlief der Umbau der Radrennbahn nach Angaben von Gebäudeamtsleiter Christian Stähler und Bürgermeister Dirk Breuer.

Im ersten Bauschnitt wurde die alte Radrennbahn in einen inklusiven Spielplatz und ein Amphitheater umgebaut. Pflanzen müssen noch anwachsen.

Der erste Bauabschnitt des neuen Stadionparks in Alt-Hürth ist seit Monaten abgeschlossen. Bis zur Eröffnung müssen sich die Hürtherinnen und Hürther jedoch noch gedulden. Erst im September soll die umgebaute frühere Radrennbahn – das Herzstück des Bewegungsparks – freigegeben werden. Dazu gehören ein inklusiver Spielplatz und ein Amphitheater. Unterdessen machen Artenschutzvorgaben Änderungen beim Zeitplan für die nächsten Bauabschnitte erforderlich. Der Stadionpark wird dadurch etwas später fertig als geplant.

Auf rund 14 Millionen Euro beziffert die Stadtverwaltung die Gesamtkosten des Projekts. Auf dem rund 13 Hektar großen Gelände am Alt-Hürther Stadion zwischen Frechener Straße, Kreuzstraße und Theresienhöhe entstehen nach Plänen des Berliner Büros Topotek 1 Sport-, Fitness- und Freizeitangebote für Menschen aller Altersgruppen – mit und ohne Behinderung.

Hürth: Kesselförmige Topografie der Radrennbahn bleibt erhalten

Für den Umbau der Radrennbahn hat die Stadt bereits 2,9 Millionen Euro ausgegeben, 750.000 Euro stammen aus Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen. Aufgrund der Förderbedingungen musste der erste Bauabschnitt, der im Sommer 2025 begonnen hatte, bis Ende desselben Jahres abgeschlossen und abgerechnet werden. „Das haben wir hinbekommen“, berichtet Christian Stähler, Leiter des städtischen Amts für Gebäudewirtschaft, bei einer Besichtigung vor Ort. „Wir sind sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen geblieben.“

Die kesselförmige Topografie der ehemaligen Radrennbahn ist erhalten geblieben. Eine Kiesschicht soll die Mulde vor Überschwemmungen schützen. Innerhalb des Ovals neben dem Stadion befinden sich nun unter anderem ein großer Kletterturm, Schaukeln sowie Spielgeräte wie Wippe und Karussell, die auch von Menschen im Rollstuhl genutzt werden können.

Unbefugte kletterten über den Zaun am Alt-Hürther Stadion

Außerdem wurde ein kleines Amphitheater mit Sitzstufen und runder Bühne angelegt. „Der Charakter der früheren Radrennbahn ist weiterhin deutlich erkennbar“, sagt Bürgermeister Dirk Breuer. Vom oberen Rundweg aus führen barrierefreie Wege hinunter auf den Spielplatz. Breuer spricht von einem „Lost Place“, also einem lange brachliegenden Ort, der nun wieder zugänglich gemacht werde.

Noch könne die umgebaute Anlage allerdings nicht freigegeben werden, sagt Stähler. Vor allem die Bepflanzung an den Hängen brauche noch Zeit, um fest anzuwachsen. Weil bereits mehrfach ungebetene Gäste über den Zaun rund um die alte Radrennbahn geklettert seien und Grünflächen zertrampelt hätten, sei die Absperrung zuletzt noch einmal verstärkt worden.

Das Foto zeigt die runde Bühne vor den Sitzstufen.

Ein Amphitheater mit runder Bühne davor steht künftig für Veranstaltungen zur Verfügung.

Bislang führt zudem noch kein befestigter Weg zur Radrennbahn. Der Ausbau des Wegenetzes im neuen Park wird zeitlich etwas nach hinten geschoben, berichtet Stähler. Der Grund: Auf dem Gelände des Stadionparks wurden geschützte Arten wie die Haselmaus, mehrere Fledermausarten, 14 Vogelarten sowie die Zauneidechse entdeckt. Dadurch seien weitere Artenschutzuntersuchungen erforderlich, die bis Oktober abgeschlossen werden sollen. Die alte Radrennbahn soll zunächst über einen provisorischen Weg von der Dunantstraße aus zugänglich gemacht werden.

Hürth: Artenschutzvorgaben bringen den Bauplan durcheinander

Noch vor dem Wegeausbau soll im dritten Quartal mit dem Bau der sogenannten Sportinsel im westlichen Bereich des Stadionparks begonnen werden. Auf den früheren Ascheplätzen an der Theresienhöhe entstehen, umgeben von einer Laufstrecke, unter anderem ein Pumptrack für Skater und Radfahrer, eine Beachvolleyballanlage, eine Calisthenics-Anlage („Muscle Beach“) für Krafttraining, Basketball-, Boule- und Bolzplätze sowie Tischtennisplatten. Stähler rechnet mit einer Bauzeit von 15 Monaten.

Die Baustellenlogistik sei dabei durchaus anspruchsvoll, erklärt der Gebäudeamtsleiter. Im Stadionpark müssten große Mengen an Material bewegt werden, unter anderem zur Aufschichtung eines Hügels, auf dem ein zentraler Platz zwischen Radrennbahn und Stadion entstehen wird; benannt wird er nach der Hürther Radsportlegende Jean Breuer. Die Baufahrzeuge sollen dabei weder den Nutzern der benachbarten Sportanlagen noch den Besuchern der bereits freigegebenen Parkflächen in die Quere kommen. Die früheren Lagerhallen der Stadionkolonne dort wurden bereits abgebrochen. Mit der Fertigstellung des Stadionsparks rechnet die Stadtverwaltung inzwischen im Frühjahr 2028.