Die frühere Real-Fläche gehört inzwischen komplett dem Hürth-Park-Eigentümer Deka Immobilien. Das soll Planung und Vermarktung erleichtern.
EinzelhandelHürth-Park will bei Ansiedlung eines Supermarkts nun schneller vorankommen

Ein großflächiger Supermarkt mit Vollsortiment soll auf einem Teil der ehemaligen Real-Fläche im Ostflügel des Hürth-Parks angesiedelt werden.
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Knapp sieben Jahre nach der Schließung des Real-Warenhauses im Hürth-Park steht die rund 9000 Quadratmeter große Fläche im Ostflügel des Einkaufszentrums weiterhin leer. In den vergangenen Jahren hatte das Center-Management wiederholt erklärt, bei der Nachnutzung voranzukommen – ein konkretes Ergebnis steht jedoch bislang aus. Nun könnte aber Bewegung in die Sache kommen.
Ein Grund für das langwierige Verfahren zur Vermarktung der großen und sanierungsbedürftigen Fläche, die zwischenzeitlich teilweise vom Kreis als Impfzentrum genutzt worden war, waren nach früheren Angaben auch die Eigentumsverhältnisse. Nur ein Drittel der Fläche gehörte bislang dem Hürth-Park-Eigentümer Deka Immobilien. Das hat sich inzwischen geändert.
Hürth-Park: Entwicklung der Real-Fläche soll zügiger vorangehen
„Die ehemalige Real-Fläche befindet sich inzwischen vollständig im Eigentum der Deka“, sagt Center-Managerin Hella Dubrowsky. „Die einheitlichen Eigentumsverhältnisse erleichtern die Planung und Vermarktung erheblich. Entscheidungsprozesse sind deutlich schlanker geworden, so dass wir die Entwicklung eines tragfähigen Nutzungskonzepts sowie einer übergeordneten Gesamtstrategie zügiger vorantreiben können.“
Über die künftige Nutzung werden laut Dubrowsky derzeit „Gespräche in verschiedene Richtungen“ geführt. Priorität habe weiterhin die Ansiedlung eines Lebensmittel-Vollsortimenters. Konkrete Namen oder einen möglichen Eröffnungstermin könne sie jedoch noch nicht nennen. Bei Projekten dieser Größenordnung seien umfangreiche planungs- und genehmigungsrechtliche Schritte erforderlich – von Vertragsverhandlungen mit potenziellen Mietern über Machbarkeitsprüfungen und Bauplanung bis hin zur Abstimmung mit Behörden etwa zu Nutzung, Brandschutz, Lüftung und Anlieferung.
Center-Managerin sieht Hürth-Park stabil aufgestellt
Ähnliches gelte für ein weiteres Projekt im Center: die Umnutzung des ebenfalls leerstehenden Schlemmermarkts im Westflügel. Die Fläche werde für die Ansiedlung eines großflächigen Einzelhandelsbetriebs hergerichtet. „Namen können wir aktuell noch nicht nennen“, sagt die Center-Managerin.
Trotz einzelner Leerstände sieht sich der Hürth-Park insgesamt stabil aufgestellt. Die Leerstandsquote liege seit der Corona-Pandemie konstant unter dem Durchschnitt deutscher Shoppingcenter, betont Dubrowsky. Einige Flächen würden zudem bewusst zurückgehalten, um sie im Rahmen einer langfristigen Strategie neu zu entwickeln.
Abgänge und Neuansiedlungen im Hürther Einkaufszentrum
Hauptgrund für die Leerstände sei die gestiegene Zahl an Insolvenzen im Einzelhandel infolge der wirtschaftlich schwierigen Lage. Im Hürth-Park sei es aber gelungen, die Abgänge zum großen Teil mit Neuansiedlungen zu kompensieren. Konkret nennt Hella Dubrowsky die Floristikkette „Blume 2000“, „Hair Vision“ (als Nachfolger von Friseur Zander) sowie die Taqsim-Patisserie neben dem Modehaus P&C.
Auf der ehemaligen „Depot“-Fläche neben Intersport Voswinkel bietet in Kürze „Snipes“ Streetwear und Sneaker an. Gegenüber hat bereits der Beauty-Salon „Golden Nails & Spa“ eröffnet. Auch für den jüngst geschlossenen „Spanischen Obstgarten“ gibt es einen Nachfolger: das „Früchte Paradies“ mit einem ähnlichen Angebot.
Um attraktiv zu bleiben, setzt das Einkaufszentrum auf eine Mischung aus Nahversorgung, Dienstleistung, Gastronomie und Aufenthaltsqualität. Neben einem Supermarkt sieht die Center-Managerin noch Potenzial insbesondere bei Spielwaren sowie bei regionalen Konzepten.
Nach Einschätzung der Center-Leitung ist der Hürth-Park insgesamt gut positioniert. Vorteile seien unter anderem die gute Verkehrsanbindung – auch an den öffentlichen Nahverkehr – sowie kostenfreie Parkmöglichkeiten. Die Besucherzahlen entwickelten sich seit Jahren konstant positiv. „Das hebt uns von vielen anderen Standorten in Deutschland ab“, so Dubrowsky.
Um sich im Wettbewerb mit dem Onlinehandel zu behaupten, setzt das Center neben Service verstärkt auf Erlebnis und Aufenthaltsqualität. „Orte und Möglichkeiten zu schaffen, gemütlich zu verweilen oder gesellig zu sein, etwas zu erleben – das grenzt uns ab vom Onlinegeschäft“, sagt Hella Dubrowsky. Der Hürth-Park solle sich weiter als „Ort des Austauschs und der Begegnung“ entwickeln. Beispiele dafür seien unter anderem Konzerte der städtischen Musikschule sowie Ausstellungen lokaler Künstler.
Kunst im Schaufenster
Mit dem „Kunst.Fenster“ bietet der Hürth-Park seit Anfang des Jahres Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke einem breiten Publikum zu präsentieren. In diesem Monat sind gleich drei Kunstschaffende dabei.
Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf dem Werk „Nightwitch“ des Hürther Künstlers und Galeristen Werner Kramer. Orte, Landschaften, Gebäude sowie abstrakte Motive lassen Raum für Interpretationen und laden dazu ein, eigene Perspektiven zu entwickeln.
Eine Spendenaktion ergänzt die Ausstellung. Werner Kramer versteigert am Freitag, 8. Mai, um 15 Uhr im Ecklokal gegenüber dem Grillwagen eines seiner Werke. Der Erlös kommt dem Bundesverband Kinderhospiz zugute.
