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Nach 35 JahrenWarum die Musikschule Hürth eine neue Konzertharfe für 32.000 Euro braucht

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Das Foto zeigt die Harfenlehrerin mit dem Instrument.

Nach 35 Jahren ist die Konzertharfe der Josef-Metternich-Musikschule verschlissen und muss ersetzt werden, sagt Harfenlehrerin Eva-Marie Blumschein.

CDU und Grüne zweifelten zunächst am Bedarf für das teure Instrument. Jetzt gab der Kulturausschuss das Geld für die Investition frei.

Braucht die städtische Josef-Metternich-Musikschule eine neue Konzertharfe für 32.000 Euro? In den Haushaltsberatungen waren CDU und Grüne zunächst nicht überzeugt. Einer von sechs gemeinsamen Anträgen zum Etat 2026 war ein sogenannter Sperrvermerk auf dem entsprechenden Haushaltsposten – die Investition wurde also zunächst auf Eis gelegt. Nun hat der Kulturausschuss das Geld einstimmig freigegeben.

In ihrem Haushaltsantrag hatten CDU und Grüne auf die hohen Anschaffungskosten des Instruments für wenige Schülerinnen und Schüler verwiesen. Es stelle sich die Frage, „ob für diesen speziellen Bedarf nicht auch Musikschulen in der Umgebung aufgesucht werden können“. Auch Leihgaben oder andere Finanzierungsmöglichkeiten brachten die Bündnispartner in die Diskussion. Ihnen gehe es darum, „mit der Musikschule ein kulturelles Angebot für einen großen Nutzerkreis aufrechtzuerhalten, das für alle bezahlbar bleiben muss“.

Harfenschülerinnen und -schüler zahlen künftig eine Nutzungsgebühr

Das Kulturamt prüfte daraufhin den Bedarf und kam zu dem Ergebnis, dass „die Anschaffung einer neuen Konzertharfe aus fachlichen, wirtschaftlichen und strukturellen Gründen zwingend erforderlich ist“. Die Fachabteilung untermauerte die Nachfrage nach Harfenunterricht und dessen wirtschaftliche Bedeutung mit Zahlen.

Demnach werden derzeit 22 Schülerinnen und Schüler an der Harfe unterrichtet. Durch die Teilnehmerentgelte der Harfenklasse wurden in den vergangenen 13 Monaten Einnahmen in Höhe von rund 22.200 Euro erzielt. Um die Kosten für die Anschaffung und Instandhaltung des neuen Instruments abzufedern, schlug die Verwaltung vor – wie bereits bei den Klavieren – eine monatliche Benutzungsgebühr von 3,22 Euro einzuführen.

Harfenlehrerin Eva-Marie Blumschein verwies auf den schlechten Zustand der vorhandenen Konzertharfe aus dem Jahr 1991. Deren Feinmechanik sei nach 35 Jahren Dauereinsatz trotz regelmäßiger Wartung verschlissen. Aufgrund verzogener Wirbel lasse sich das Instrument, das seine zu erwartende Lebensdauer längst überschritten habe, kaum noch stimmen. Für den Unterricht fortgeschrittener Schülerinnen und Schüler nach Lehrplan des Verbands deutscher Musikschulen sei eine Doppelpedalharfe unverzichtbar.

Diese Argumente überzeugten schließlich auch die CDU. Sprecher Thomas Klug erklärte im Ausschuss: „Der Bedarf ist detailliert dargestellt. Hätten wir das im Verfahren gewusst, hätten wir den Sperrvermerk nicht setzen müssen.“