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Verspätetes JubiläumsfestMarienheider Löschgruppe Dannenberg-Müllenbach feierte ihre Gründung

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Eine Schauübung zweier Kinder der Kinderfeuerwehr, die mit einem Schlauch löschen.

Eine Löschübung der Jugendfeuerwehr war Teil des Festprogramms.

Seit 105 Jahren gibt es die Feuerwehr in den Marienheider Ortschaften Dannenberg und Müllenbach. Das wurde am Maifeiertag gefeiert.

105 Jahre – so lange sorgt die Feuerwehr in den Marienheider Ortschaften Dannenberg und Müllenbach schon für Sicherheit. Nicht nur bei Bränden, sondern auch bei Naturkatastrophen, Unfällen und vielen anderen Ereignissen, sei es die Ölspur am Sonntagmorgen oder der Baum auf der Straße nach Feierabend.

Ein Anlass, Dank zu zeigen und sich selbst zu feiern – allerdings mit fünf Jahren im Verzug. Denn   das 100-jährige Jubiläum 2021 fiel in die Zeit der Corona-Pandemie. Und so der Zufall will, wieder sind es 31 freiwillige Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen, die ihren Dienst leisten, wie im Mai 1921, als 31 Männer die Löschgruppe Dannenberg nach einem verheerenden Brand gegründet hatten.

31 Feuerwehrmänner und -frauen im Löschzug Dannenberg-Müllenbach

„Diese 31 Frauen und Männer sind ein starkes Zeichen für Beständigkeit, Gemeinschaft und ein kleines bisschen Feuerwehrmagie“, lobte der Marienheider Bürgermeister Sebastian Heimes. Frank Hartkopf, seit 1996 Wehrführer der Feuerwehr Marienheide, blickte in seiner Ansprache auf 100 Jahre Einsatz zurück und dankte Sascha Hipler, der seit 17 Jahren die Löschgruppe führt. „Es sind Generationen von Menschen, die bereit sind, ihre Zeit, ihre Kraft und manchmal auch ihre Sicherheit anderen bereit zu stellen“, sagte Hartkopf.

Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Marienheide auf der Bühne.

Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Marienheide sorgte für Stimmung.

Trotz vieler Änderungen in der Technik und den Anforderungen bleibe eines über die Jahre konstant: „Die Verlässlichkeit unserer Einsatzkräfte, ihre Kompetenz, Kameradschaft und ihr Beitrag zur Gemeinschaft im Dorfleben.“ Kreisbrandmeister Julian Seeger betonte zudem die Relevanz der einzelnen Löschgruppen in der Katastrophenschutz-Vorsorge des Kreises. So unterhält die Ortsgruppe Dannenberg-Müllenbach fahrbare Stromgeneratoren, um im Fall eines Blackouts zum Beispiel Tankstellen mit Strom zu versorgen.

Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, wie sehr sich die Anforderungen an die Feuerwehr ändern, von Extremwettern wie 2021, die es zu bewältigen gelte, über Störungen in der kritischen Infrastruktur bis zum Zivilschutz. Die Feuerwehren in den Ortsgruppen seien dabei unerlässliche Stabilitätsanker, betonte Seeger.

Bei den Feierlichkeiten in und um die Schützenhalle in Müllenbach gab es am Freitag neben dem Frühschoppen mit dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Marienheide auch Löschfahrzeuge und Trecker zu sehen sowie Kinderbelustigung und eine Löschübung der Jugendfeuerwehr. Am Tag zuvor wurde bis 4 Uhr nachts mit der Band Pink Panta in den Mai getanzt.

Und was die Zukunft der kleinsten Löschgruppe der Feuerwehr Marienheide angeht: Für Nachwuchs auf Jugendebene ist gesorgt, die Kinder- und Jugendfeuerwehr in Marienheide erfreut sich großer Beliebtheit und auch die Löschgruppe hat mit um die 30 Jahren ein junges Durchschnittsalter, weitere Kräfte sind willkommen.


Die Chronik der Löschgruppe

Oktober 1920: Das Anwesen Fritz Nohl in Dannenberg brennt bis auf die Grundmauern nieder, weil es keine Feuerwehr zum Löschen gibt.

Mai 1921: 31 Männer gründen die Freiwillige Feuerwehr Dannenberg.

1950er Jahre: Ein Feuerwehrhaus wird im Ort Dannenberg errichtet.

1970: Das erste Fahrzeug zieht ein, dafür muss das Feuerwehrhaus umgebaut werden.

Oktober 2009: Eine erneute Erweiterung des Gerätehauses in Dannenberg ist nicht möglich – daher zieht die Löschgruppe in das renovierte Gebäude der Feuerwehr Müllenbach und nennt sich ab sofort „Löschgruppe Dannenberg-Müllenbach“.

2021: Die Löschgruppe wird 100 Jahre alt, Feiern sind wegen der Corona-Pandemie aber nicht möglich. Dafür wird 2026 der 105. Geburtstag gefeiert.