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Messer und MobbingverdachtSchulrätin äußert sich zu Vorfällen in der Grundschule Gummersbach-Becke

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Die Obere Schulaufsicht in Köln ist den Schilderungen auf den Grund gegangen. 

Im Gummersbacher Schulausschuss gab es aber nur eine einzige Frage aus der Politik.

Die Berichterstattung dieser Zeitung über Vorfälle in der Gummersbacher Gemeinschaftsgrundschule Becke („Messer, Mobbingverdacht und Missverständnisse....“ vom 24. Mai) war jetzt auch Thema im Schulausschuss der Stadt. Die Untere Schulaufsicht, vertreten durch Schulrätin Gabriele Zimmermann, hatte den Wunsch geäußert, zu den Vorfällen Stellung zu nehmen. An deren Ende zeigte sich Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit froh, an die beiden Fälle „als Schulträger einen Haken machen“ zu können. „Wir haben 5000 Schüler und die Vorfälle lassen sich erklären“, so der Bürgermeister. Zur Erinnerung: Betroffene Eltern, die den Eindruck hatten, weder bei Schulleitung noch bei Schulrätin Zimmermann weiterzukommen, hatten sich an diese Zeitung gewandt und um Hilfe gebebeten.

Jetzt sagte die Schulrätin, die von mehreren Dutzend Kolleginnen und Kollegen aus den Gummersbacher Grundschulen begleitet wurde: „Wir brauchen keine Diffamierung unserer Arbeit.“ Dabei hatte die Obere Schulaufsicht, also Zimmermanns vorgesetzte Dienststelle beim Kölner Regierungspräsidenten, in einem Gespräch mit dieser Zeitung erkennen lassen, dass sie keineswegs zu 100 Prozent hinter dem Vorgehen der Kollegen in Gummersbach steht. „Da kann man anderer Meinung sein“ hatten sie beispielsweise auf das von der GGS Becke angestrengte Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen die Mutter eines seit Wochen kranken Jungen und vier unentschuldigter Tage reagiert.

Schulrätin bedankt sich bei dem Bürgermeister

Die Schulrätin bedankte sich derweil beim Gummersbacher Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit dafür, in dem Beitrag dieser Zeitung „klare Worte “ zur Zuständigkeit von Schule, Schulaufsicht und der Stadt als Schulträger gefunden zu haben. Im Gegensatz zum Schulausschussvorsitzender Rainer Sülzer. Er hatte in dem Beitrag eine vom Bürgermeister klar abweichende Position vertreten und betont, dass man auch als Schulträger in solchen Fällen hinsehen müsse. Zimmermanns Darstellungen zu den Vorgängen in Becke deckten sich in weiten Teilen mit der Berichterstattung dieser Zeitung. Die Redaktion hatte sich an die Obere Schulaufsicht beim Kölner Regierungspräsidenten gewandt, nachdem hier vor Ort ein Präsenzgespräch nicht möglich gewesen war.

So bestätigte auch die Zimmermann noch einmal drei Messervorfälle und das „Versehen“, einen Jungen mit langen Haaren auf die Mädchentoilette zu schicken. Zu keiner Zeit, so die Schulrätin, habe es in der Schule eine Bedrohung gegeben. Es gebe auch keine gewaltbereiten Schüler. Die Berichterstattung über die Vorfälle habe die Arbeit der Grundschule „extrem geschädigt“ und zu „Irritationen und Betroffenheit“ geführt, sagte die Beamtin. Zimmermann erklärte nun im Schulausschuss, dass Kinder in ihrer elementaren Entwicklungsphase ihre Grenzen ausprobieren würden. Darunter subsumierte sie auch einen der Messervorfälle. Damit umzugehen, gehöre zum Beruf des Lehrers. Und wenn Kinder einer Lehrkraft in die Tasche greifen würden, steuere Schule auch hier nach.

Was die Fälle der beiden Anzeigen wegen des Verdachts der Kindeswohlgefährdung gegen einen Vater angehe, so stellte die Schulrätin klar, dass diese absolut berechtigt gewesen seien. Auch das hatte bereits die Obere Schulaufsicht in Köln ausgeführt. Würde man dies künftig anklagen, müsse man damit rechnen, dass Lehrkräfte wegschauen. Zimmermanns Ausführungen untermauert wurden von Edgar Prinz, Rektor der GGS Hülsenbusch und Sprecher der Gummersbacher Grundschulen, Julia Graupner, Leiterin der Grundschule Windhagen, sowie Saskia Bohnenkamp als Vertreterin der Steuergruppe aller Grundschulen im Kreis und unterstützende Schulleitung an der GGS Bernberg. Fragen an die Schulrätin und ihre Begleiter hatte die Gummersbacher Politik lediglich eine, die rasch aufgelöst wurde. Rainer Sülzer, selbst über Jahrzehnte Grundschullehrer und Personalrat, bot den Schulen seine Hilfe an, wenn dies geboten sei. Er regte an, im Gespräch zu bleiben. Saskia Bohnenkamp (GGS Bernberg) machte indes deutlich, dass „Hilfe von außen für Unruhe“ sorge.