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„Ich hatte nur Augen für ihn“Hürther Paar will mit der Kutsche zur Diamanthochzeit fahren

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Das Bild zeigt das Ehepaar vor einem älteren Foto, das sie bei einem Hochzeitsjubiläum zeigt.

Das Foto im Hintergrund erinnert Hiltrud und Eduard Kött an ein früheres Ehejubiläum

Hiltrud und Eduard Kött können nach 60 Ehejahren ein besonderes Jubiläum feiern. Angefangen hatte alles an Karneval - mit gefärbten Haaren. 

Eduard „Edy“ Kött (84) und seine Ehefrau Hiltrud feiern ein besonderes Jubiläum: Seit ihrem Hochzeitstag am 27. Mai 1966 schauen sie auf 60 Ehejahre zurück.

Aber auch ein anderes Datum spielt im Leben der beiden eine wichtige Rolle: „Es war Samstag, der 23. Februar 1963. Wir feierten Karneval bei meiner Mutter und meine Cousine brachte ihren Arbeitskollegen mit“, so Hiltrud Kött.

Hürther Paar lernte sich an Karneval kennen

Und dieser trat als Indianer mit pechschwarzen Haaren an, was die junge Hiltrud faszinierte: „Die schwarzen Haare und seine dunkelbraunen Augen – ich hatte nur Augen für ihn.“

Edy Kött lacht bei dieser Geschichte: „Ich hatte meine dunkelblonden Haare extra gefärbt. Und als wir uns nach Aschermittwoch erstmals trafen, erkannte sie mich erst gar nicht. Sie suchte den Schwarzhaarigen.“ Doch die Sympathie blieb auch bei der Originalfarbe, man traf sich öfter und ein Jahr später wurde Verlobung gefeiert.

Das Ehepaar hat Verbindungen nach Köln-Nippes

Eduard Kött kam in Köln-Bickendorf in einer kleinen Klinik zur Welt und wuchs in Nippes auf. Nach der Schule erlernte er den Beruf des Zahntechnikers, den er bis zur Rente ausübte. Ehefrau Hiltrud war eine Nippeser Hausgeburt: „Meine Mutter wurde aus dem Krankenhaus wieder nach Hause geschickt, weil sie angeblich noch viel Zeit habe. Aber mit mir hatten die Ärzte das nicht vereinbart, ich wollte raus“, erzählt sie mit einem Schmunzeln.

Auch sie blieb dem erlernten Beruf bis zum Ende treu – als Buchhalterin. Am 27. Mai 1966 wurde die standesamtliche Trauung gefeiert. Und einen Tag später – am Pfingstsamstag 1966 – standen die beiden gebürtigen Kölner vor dem Pfarrer. Eine vierspännige Kutsche brachte sie zur Kirche.

Heute leben die Kötts in Hürth-Hermülheim

Bis 1983 lebte das Paar in Köln, zuletzt in Klettenberg. Doch den Ehemann zog es hinaus aufs Land, raus aus der Stadt. Hiltrud Kött fand das nicht so toll, und so einigte man sich auf die Peripherie als Kompromiss. In der Hürther Nibelungenstraße fanden sie die erste Wohnung und vor 16 Jahren entdeckten sie bei einem Spaziergang ein zum Verkauf stehendes Haus in der Franziskusstraße in Hermülheim, wo sie heute leben.

Ihre Urlaube verbrachten die Kötts gern am Meer. Sie bereisten Mexiko, das spanische Festland und auch afrikanische Staaten. Über 30 Jahre ging es regelmäßig nach Gran Canaria, bis das Alter seinen Tribut forderte. „Wir haben dann mehrfach die Ostsee erkundet, waren auch in Grömitz, Eckernförde oder Bad Zwischenahn.“

Feier zur Diamanthochzeit vorgezogen

Corona hatte das Paar relativ gut überstanden, am Ende steckten sie sich doch noch an. Inzwischen sind die Spaziergänge seltener geworden, auch weil es keinen Hund mehr gibt. Gymnastik hält das Paar weiterhin fit. Der Garten muss bestellt werden, und es wird auch viel gelesen. Hatten beide anfangs noch viel Spaß am Karneval, so hat das inzwischen nachgelassen. Der Ehemann nahm früher gern die Kamera in die Hand, filmte und fotografierte. Die Ehefrau hielt ihre visuellen Eindrücke mit dem Pinsel auf der Leinwand fest. Aktiv sind beide heute noch in einem Singkreis, der allerdings immer kleiner wird.

Zur Diamanthochzeit wird diesmal nicht am eigentlichen Hochzeitstag gefeiert. „Wir wollten gern wieder den Pfingstsamstag, also eine Woche vorher, feiern“, erklärt Hiltrud Kött. Und so gibt es wieder eine heilige Messe, anschließend trifft man sich mit der Familie und den Freunden in einem Hürther Hotel. Und zur Kirche und ins Hotel geht es mit vier Pferden vor der Kutsche – wie vor 60 Jahren.