Die Unterbringungssituation hat sich laut Flüchtlingsamt entspannt. Unklar ist aber, ob das so bleibt.
Freie KapazitätenZahl der in Hürth untergebrachten Geflüchteten ist zurückgegangen

Die Flüchtlingsunterkunft am Weiherdamm in der Nähe des Friedhofs in Berrenrath ist demnächst bezugsfertig.
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Die Zahl der in Hürth untergebrachten Flüchtlinge ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Mitte Dezember lebten in den städtischen Übergangsheimen 647 geflüchtete Menschen – im März waren es noch 716. Die Zuweisungen durch das Land stagnierte im Jahr 2025. Derzeit gibt es laut Stadtverwaltung ausreichend freie Plätze.
„Die Unterbringungssituation hat sich deutlich entspannt“, berichtete Herbert Jost, Leiter des Amts für Inklusion, Integration und Flüchtlingshilfe bei der Stadtverwaltung, jüngst im Sozialausschuss. Im Jahresschnitt habe die Zahl der Zuweisungen durch das Land Nordrhein-Westfalen bei drei bis vier Menschen im Monat gelegen. Die Entwicklung in Hürth entspreche dabei dem Landes- und Bundesdurchschnitt.
Hürth verfügt derzeit über ausreichende Kapazitäten
In den Aufnahmeeinrichtungen des Landes gebe es weiterhin Kapazitätsreserven, auch deshalb sei die Zahl der Zuweisungen gesunken, erläuterte Jost. Hinzu komme, dass die Kommunen in Nordrhein-Westfalen infolge einer IT-Panne im Jahr 2024, von der auch die Ausländerbehörde betroffen gewesen sei, zeitweise mehr Geflüchtete aufgenommen hätten, als es der bundesweite Verteilungsschlüssel vorgesehen habe. Auch dies wirke sich derzeit dämpfend auf die Zahl neuer Zuweisungen aus, so Jost.
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Auch die Stadt Hürth selbst verfügt aktuell noch über ausreichende Unterbringungskapazitäten. In den 32 kleinteiligen, dezentral im Stadtgebiet verteilten Übergangsheimen standen zum Zeitpunkt der jüngsten Erhebung 84 freie Unterbringungsplätze zur Verfügung. Hinzu kommen demnächst weitere Kapazitäten in zwei neuen Einrichtungen.
Zwei neue Übergangsheime in Berrenrath und Kendenich
Die zweigeschossige Containeranlage am Weiherdamm, unmittelbar angrenzend an den Friedhof in Berrenrath, ist nach Auskunft der Stadtverwaltung weitgehend fertiggestellt. Die Inbetriebnahme habe sich aufgrund von Lieferengpässen bei der Ausstattung mit Betten verzögert, berichtete Jost. Ende Januar, Anfang Februar sollen die zusätzlichen Unterbringungsplätze bereitstehen.
Zu diesem Zeitpunkt soll auch eine weitere Unterkunft in einem umgebauten städtischen Gebäude an der Buschstraße in Kendenich bezugsfertig sein. Dort können bis zu 24 zu geflüchtete Menschen vorübergehend untergebracht werden. Kurzfristig sei der zu erwartende Unterbringungsbedarf damit gedeckt, so Jost.
Die meisten Geflüchteten in den Unterkünften kommen aus Syrien
Allerdings bleibe abzuwarten, ob der rückläufige Trend bei den Zuweisungszahlen anhalten werde. Angesichts internationaler Entwicklungen – unter anderem im Iran – lasse sich derzeit nicht verlässlich abschätzen, wie sich die Flüchtlingszahlen in den kommenden Monaten entwickeln würden.
Derzeit kommen die meisten der in Hürth untergebrachten geflüchteten Menschen aus Syrien (194), gefolgt von Afghanistan (89), der Türkei (68), der Ukraine (58), dem Irak (57) und dem Iran (31). Weitere Herkunftsländer sind Russland (20), Nigeria (17), Südsudan (14) und der Libanon (12).
Die Stadt werde die kommenden Monate, in denen voraussichtlich keine akuten Engpässe zu bewältigen seien, nutzen, um die mittelfristigen Planung der Flüchtlingsunterbringung für die kommenden Jahre voranzutreiben, kündigte Jost an.

