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Hürther MusikschuleGedenken an einen berühmten Hürther

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Hürth – „Im Hause Metternich wurde immer viel gesungen und musiziert.“ Beim Festakt zum 100. Geburtstag von Josef Metternich, dem Kammersänger und Professor der Musikhochschule Köln und Namensgeber der heutigen Musikschule in Hürth, erinnerte Leonore Bühner, Musikwissenschaftlerin und Dozentin an der Musikschule, in einem Vortrag an das „Leben und Wirken von Josef Metternich“.

Zuvor hatte Bürgermeister Dirk Breuer die Bedeutung der Musik für die heutige Zeit und das Engagement der Musikschule hervorgehoben, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert: „Musik verbindet, beflügelt und entspannt.“ Ruddi Sodemann, Leiter der Musikschule, betonte: „Wir sind stolz, dass unsere Einrichtung den Namen einer so bedeutenden Hermülheimer Persönlichkeit tragen darf.“

Bevor Leonore Bühner das Schaffen Metternichs Revue passieren ließ, konnte sie noch einige besondere Gäste begrüßen. Zunächst einmal seinen Sohn Hans- Christian Metternich, Präsident des europäischen Patentgerichts, der sich in das Goldene Buch der Stadt eintrug. Der Einladung gefolgt war auch Oskar Hillebrandt, als bekannter Kammersänger Metternichs Schüler und laut Sodemann „glühender Verehrer“ des Professors. Erschienen war zudem Soto Papulkas, einer der ersten Schüler des Pädagogen. Er gab lange Jahre Metternichs Gesangstechnik an Schüler der Essener Folkwang-Schule weiter. Gudrun Pelker, „Absolventin einer der letzten Jahrgänge von Metternichs Studenten“ an der Musikhochschule Köln, wie sie selber sagt, ist heute Professorin an der Musikhochschule Hannover.

Dass Metternich ein außergewöhnliches Talent war, belegte Leonore Bühner in ihren Ausführungen. Obwohl 1915 in den Anfangsjahren des Ersten Weltkrieges geboren, kam Metternich schon früh durch seine Eltern mit der Musik in Berührung. Nach dem Besuch der Volksschule in Hermülheim, die sich im heutigen Altbau der Musikschule befand, wechselte Josef Metternich auf ein Gymnasium in Brühl. Nachdem ihm ein Onkel eine Geige schenkte, als er zwölf Jahre alt war, erhielt er Unterricht. Die zwei Mark, die eine Stunde kostete, sparten die Eltern am Haushaltsgeld ein.

Nach dem Abitur, zahlreichen Engagements in Chören der näheren und weiteren Umgebung und beim Arbeitsdienst begegnete Metternich immer wieder Pädagogen und Intendanten, die sein Talent förderten. Seine eigentliche Karriere begann 1935 mit Solopartien als Chormitglied beim Bonner Stadttheater. 1939 wurde er als Bariton am Deutschen Opernhaus in Berlin verpflichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg sang er auch im Haus Unter den Linden. Nach vier Jahren an der New Yorker Metropolitan Opera kehrte er nach Deutschland zurück und sang bis 1971 an der Bayerischen Staatsoper. Ab 1965 arbeitete der Sänger als Professor an der Musikhochschule Köln. 1971 nahm er Abschied von seinem geliebten Beruf als gefeierter Sänger.

Der Künstler war einer der bedeutendsten deutschsprachigen sowohl im deutschen als auch im italienischen Repertoire versierten Gesangspädagogen im späten 20. Jahrhundert.

Leonore Bühner , die die Stationen Metternichs nachzeichnete, ging auch die aktuelle Situation ein. „Unsere Musikschule ist aus unserem kulturellen Leben nicht mehr wegzudenken und ein wesentlicher Bestandteil der Stadt.“