Die Software bündele Einsatz-, Planungs- und Geodaten in einer zentralen Oberfläche, heißt es von der Firma.
„Premergency“Hürther Start-up unterstützt Feuerwehren mit Planungssoftware

Simon Zenz und Alexander Nichau (v.r.) führen die Lülf & Premergency GmbH, die Feuerwehren und Rettungsdienste mit ihrer speziellen Software unterstützt. Die Firma hat sieben weitere Mitarbeiter.
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In welchen Stadtteilen sind Rettungswagen oder Feuerwehr am häufigsten im Einsatz? Zu welchen Tages- und Nachtzeiten? Wie oft ist ein Notarzt beteiligt, und wie oft erweist sich der Einsatz im Nachhinein als notwendig? Solche Fragen beschäftigen regelmäßig die Mitarbeitenden von Feuer- und Rettungswachen, um ihre Arbeit effizienter und kostengünstiger zu organisieren. Dabei stützen sie sich auf Daten, die in den Leitstellen systematisch erfasst und ausgewertet werden müssen.
Hürth: Das Unternehmen wurde erst 2025 gegründet
Eine Firma aus Hürth, die Lülf&Premergency GmbH hilft nun dabei: Sie hat unter der Bezeichnung „Premergency“ eine Software entwickelt, die als Analyse- und Planungsplattform Feuerwehren, Rettungsdienste, Organisationen im Katastrophenschutz und Betreiber kritischer Infrastruktur unterstützt: „Premergency bündelt Einsatz-, Planungs- und Geodaten in einer zentralen Oberfläche und ermöglicht so eine effiziente Ressourcenplanung, fundierte Entscheidungen und mehr Sicherheit im Einsatz“, heißt es auf der Webseite des Unternehmens.
Gegründet wurde Premergency Anfang 2025 von Simon Zens und Alexander Nichau als Joint Venture zwischen dem auf Sicherheit spezialisierten Beratungsunternehmen Lülf und dem IT-Spezialisten Niologic. Die Muttergesellschaft Niologic sitzt im Hürther Euronova Campus, wo nun auch Premergency mit seinen sieben Mitarbeitenden Büros unterhält. Für Zens und Nichau ist Sicherheit und Rettungswesen nicht nur ein Geschäftsfeld, sondern auch eine Herzensangelegenheit: Beide sind ehrenamtliche Feuerwehrleute und wissen daher, worauf es in der Praxis ankommt.
Künstliche Intelligenz liefert Verbesserungsvorschläge
Nichau ist hauptsächlich für die Softwareprogrammierung zuständig, Zens hat Sicherheitstechnik und Brandschutz studiert und anschließend bei einer Werksfeuerwehr gearbeitet. „So kommen bei uns zwei Seiten zusammen: Die Softwareexpertise und das Verständnis für Gefahrenabwehr“, erläutert der 41-Jährige.
Zwar gibt es auch schon andere Software, die in Rettungsleitstellen genutzt wird und mit denen Einsätze geplant und gesteuert werden. Premergency setze jedoch einen besonderen Fokus auf die Bedarfsplanung und die Risikoanalyse, um einen Mehrwert zu bieten, den andere nicht haben. So können etwa automatisch Brandschutzbedarfspläne und Personalpläne erstellt werden. Künstliche Intelligenz liefert zudem Verbesserungsvorschläge für die Strukturen des Feuer- und Rettungsdienstes vor Ort. Die Software berechnet und visualisiert beispielsweise, wie schnell Einsatzmittel am Einsatzort eintreffen können und wo sich der ideale Standort einer zentralen Feuer- und Rettungswache befindet.
Der Rhein-Erft-Kreis ist bereits überzeugt: 2025 wurde Premergency mit dem Existenzgründerpreis ausgezeichnet. Zu den Kunden des jungen Unternehmens zählen kommunale Feuerwehren, Werksfeuerwehren und Rettungsdienste. Die Nutzung der Software kostet Kommunen je nach Größe einen meist dreistelligen Monatsbetrag. Das bringt nicht nur bessere Ergebnisse bei der Analyse und Gefahrenabwehr, sondern ist auch finanziell für die Kommunen von Vorteil, sagt Zens: „Damit braucht die Feuerwehr keine eigenen Leute mehr mit der Datenanalyse zu beauftragen. Das spart Personalkosten.“
