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ImmobilienpreiseHürth ist teurer als der Kölner Stadtteil Chorweiler

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Ein Haus im Rohbau. (Symbolbild)

Wohnungen in Hürth - im Bild ein Rohbau im Stadtteil Kendenich - sind teuer. (Symbolbild)

Mit sehr guter Anbindung an Köln und der Nähe zur Universität bietet Hürth beste Voraussetzungen für die Vermietung kleiner Wohnungen.

Der Preisanstieg bei Kauf und Miete von Immobilien im Kreisgebiet setze sich fort, fasst die KSK-Immobilien die Ergebnisse ihres neuen „Marktbericht 2026“ zusammen. Darin legt sie ein umfangreiches Zahlen- und Datenwerk rund um die Immobilienmärkte in der Region Köln/Bonn vor.

Kreisweite Preisanstiege für Bestandswohnungen im Mittel um 2,9 Prozent und für Bestandseigenheime um 2,5 Prozent seien Folge einer stetigen Zunahme der Nachfrage, die im Jahr 2025 das Niveau von Anfang 2022 erreicht habe, erläuterte der Geschäftsführer der KSK-Immobilien, Marco Persicke.

Spitzenpreise in Frechen und Hürth

Bei den Wohnungen wiesen die Städte Hürth und Frechen mit Abstand die höchsten Preise auf. Im Neubausegment würden sogar höhere Preise aufgerufen als im Kölner Stadtteil Chorweiler. In der kleinsten Wohnungsgrößenklasse bis 60 Quadratmeter überschritten die Werte in Hürth die Grenze von 6000 Euro pro Quadratmeter.

Mit sehr guter Anbindung an Köln und der Nähe zur Universität biete Hürth beste Voraussetzungen für die Vermietung kleiner Wohnungen, was Kapitalanleger mit hoher Zahlungsbereitschaft honorierten. Bezüglich der Mietpreise verhalte es sich ähnlich: in an Köln angrenzende Gemeinden bezahle man mit Abstand die höchsten Kaltmieten von durchgängig über 11 Euro pro Quadratmeter im Mittel.

Mieten unter 10 Euro

Im gesamten Gemeindegebiet von Pulheim und Frechen werde flächendeckend die Schwelle von 12 Euro pro Quadratmeter überschritten. Elsdorf sei die einzige Gemeinde mit Mietpreisen unter 10 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Kaltmieten im Rhein-Erft-Kreis deutlich um 3,5 Prozent angestiegen, besonders hohe Anstiege verzeichneten Hürth, Pulheim und Wesseling.

Spitzenreiter bei den Mieten sei Hürth, wo die Preisgrenze von durchschnittlich 12,50 Euro den Quadratmeter überschritten worden sei. Hürth sei auch Spitzenreiter bei Mieten im Neubausegment mit durchschnittlichen Mieten von knapp 17,50 Euro/Quadratmeter. Bei kleinen Wohnungen bis 60 Quadratmeter bezahlten Mieter sogar knapp 18,50 Euro. Damit bewege sich Hürth vom Preisniveau über den Kölner Stadtbezirken Chorweiler und Porz.

Auch Bestandseigenheime seien teurer geworden, denn der Rhein-Erft-Kreis diene als Ausweichstandort für Familien aus Köln, die im vergangenen Jahr wieder an Zahlungsfähigkeit dazugewonnen hätten, heißt es im Marktbericht. In Brühl und Elsdorf gebe es deutliche Preisanstiege. Das Hochpreisgebiet mit Durchschnittspreisen von mehr als 680.000 Euro umfasse „Top-Lagen“ in Pulheim, Frechen, Hürth und Wesseling.

Wesseling sei jedoch auch die einzige Gemeinde im so genannten ersten Speckgürtel von Köln, wo die Preise großflächig unter 500.000 Euro liegen. Im Westen des Rhein-Erft-Kreises, am Rande des Marktgebietes, sei das mit Ausnahme des Kerpener Stadtteils Sindorf flächendeckend der Fall. Im Nordwesten werde die Schwelle von 400.000 Euro häufig unterschritten, was jedoch nicht zu einer erhöhten Nachfrage führe.