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Highland GamesWeltrekord im Bierfasshochwurf

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Das Bild zeigt die Castle Pipers aus Wassenberg

Die Castle Pipers aus Wassenberg sorgten bei den Highland Games in Kerpen-Balkhausen für den maßgeschneiderten musikalischen Rahmen.

55 Männer und Frauen aus fünf Ländern traten bei den Highland Games an

Mit seinen beiden riesigen Pranken packt der Koloss aus Tschechien das Bierfass, lässt es kurz zwischen den Beinen pendeln, um ihm Schwung zu geben – und schleudert das knapp 12,5 Kilogramm schwere Stahlgefäß dann mit einem gewaltigen Urschrei über seinen Kopf hinweg in die Luft. Das Fass fliegt hoch und höher, überquert die auf 8,50 Meter gelegte Querstange deutlich und schlägt einen Augenblick später dumpf in den Balkhausener Sportplatzrasen ein. Prompt folgt der zweite Urschrei des triumphierenden Athleten, doch der wird vom Jubel der Fans übertönt: Vladislav Tulacek hat nach seinem überlegenen Sieg im Elite-Wettkampf als Zugabe tatsächlich einen neuen Weltrekord im Bierfasshochwurf aufgestellt.

Der gelungene Rekordversuch des bärenstarken Tschechen war der finale Höhepunkt der internationalen Highland Games, die die kleine, in der Szene hoch angesehene Schottensportfraktion der Spielvereinigung Balkhausen/Türnich/Brüggen (BBT) am Samstag auf dem Balkhausener Sportplatz zelebrierte. „Der Vladi ist einfach unglaublich. Er gehört seit Jahren zu den besten Highland-Profis auf der ganzen Welt, und wir sind einfach nur stolz und glücklich, dass er auch diesmal wieder zu uns nach Kerpen gekommen ist“, gerät auch Marius Linhoff ins Schwärmen. Nur zu gern hätte BBT-Topmann Linhoff seinen tschechischen Freund an diesem Tag selber in der Elite-Klasse herausgefordert. „Doch ein kleiner Hexenschuss hat mich kurzfristig ausgebremst. Ich habe es im Training wohl mal wieder ein bisschen übertrieben.“

Das Bild zeigt Vladimir Tulacek bei Bierfasshochwurf.

Vladimir Tulacek war der absolute Topstar bei den internationalen BBT-Highland Games in Kerpen. Nach seinem Sieg in der Eliteklasse stellt er hier gerade kurzerhand noch einen neuen Weltrekord im Bierfasshochwurf auf.

So konnte sich Linhoff ganz auf seine Aufgaben als Organisationsleiter konzentrieren und war auch damit schon gut ausgelastet. Ein internationales Feld aus 55 starken Männern und Frauen aus Deutschland, Tschechien, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz rackerte, stöhnte, ächzte und schwitzte in vier Startklassen den ganzen Tag über um die Wette. Im Mittelpunkt der Einzelwettkämpfe standen die Wurfdisziplinen nach traditioneller schottischer Art, etwa das mit Natursteinbrocken ausgeführte Kugelstoßen und das Hammerwerfen nach spezieller Highland-Manier sowie der Gewichtweit- und der Gewichthochwurf. Auch der bei Puristen verpönte, weil aus Amerika importierte Strohballen-Hochwurf per Mistgabel war im BBT-Programm, weil er beim Publikum so beliebt ist.

„Die Königsdisziplin, vor der aber selbst die Besten Respekt haben, ist der Caber Toss, das Baumstammwerfen. Hier muss ein mehr als sechs Meter langer, oft über 60 Kilogramm schwerer Stamm so in die Höhe geschleudert werden, bis er sich der Länge nach überschlägt“, erklärt Marius Linhoff, „das klappt nur mit ausgefeilter Technik. Rohe Kraft ist nicht alles bei den Highland Games; es kommt auch auf Körperbeherrschung und Geschicklichkeit an. Nur wer das versteht, kann ein guter Highlander werden.“ Und noch etwas muss man verinnerlichen: Bei allem sportlichen Ehrgeiz sind gelebter Teamgeist, Gemeinschaftsgefühl und Freundschaft das A und O. „Dass es bei uns eben nicht so todernst zugeht wie in manch anderen Sportarten, macht den eigentlichen Reiz der Highland Games aus.

Hier ist es ganz selbstverständlich, sich für jeden gelungenen Versuch mit dem Konkurrenten zu freuen“, betont Marius Linhoff. So wurde nach den Wettkämpfen noch lange bei dunklem Bier, dem ein oder anderen kleinen Single Malt Whisky und Dudelsackmusik gefeiert.