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„Geschäftsschädigend“Kerpener Gastwirt verbietet AfD-Stammtisch in seinem Lokal

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Rund 200 Bürgerinnen und Bürger demonstrierten in Kerpen-Horrem gegen einen AfD-Stammtisch.

Rund 200 Bürgerinnen und Bürger demonstrierten in Kerpen-Horrem gegen einen AfD-Stammtisch.

Mastafa Balo versichert, er habe nicht geahnt, was da auf ihn zukommen werde. Er wolle mit Politik nichts zu tun haben.

Die AfD muss sich einen anderen Treffpunkt für ihren Stammtisch in Kerpen suchen. Der Betreiber der Sportsbar, Mustafa Balo, bestätigte am Mittwoch (25. Februar) im Gespräch mit dieser Redaktion, er habe den Verantwortlichen der Partei mitgeteilt, dass sie mit ihren Treffen in seinem Lokal nicht mehr willkommen seien.

Der Gastronom sagte, er habe nicht damit gerechnet, dass die Zusammenkunft von AfD-Anhängern und eine Demonstration mit rund 200 Teilnehmern und Begleitung durch die Polizei ein solches Ausmaß annehmen würde. „Das kann ich mir nicht erlauben. Das ist geschäftsschädigend“, sagt der vor einigen Jahren aus dem Irak geflohene Balo. Er habe mit Politik nichts am Hut, und das solle auch soo bleiben.

AfD hält Stammtisch nun an einem geheimen Ort ab

Nach Recherchen dieser Redaktion hatte zuvor ein anderer Wirt die AfD-Anfrage für einen Stammtisch mehrfach abgelehnt. Demnach handelt es sich um das „Gleis 7“, ein Grillhaus am Bahnhof in Kerpen-Horrem.

Ungeachtet des massiven Protests in der Vorwoche hält die AfD in Kerpen  an ihrem wöchentlichen Stammtisch fest. Sie kündigt in Sozialen Netzwerken an, sie werde ihren Mitgliedern und Anhängern über eine geschlossene Facebook-Gruppe die Treffpunkte mitteilen. Darin äußern sich führende Vertreter auch über die Demonstranten aus der Vorwoche. Indem die Teilnehmer das AfD-Treffen verhindern wollten, seien diese „die Faschisten, nicht wir“, heißt es darin. (jtü)