Lidl will das Areal umbauen und plant eine moderne Filiale an der Stelle. Die angrenzende Hahnenpassage gilt als Schandfleck der Innenstadt.
Lidl-ArealFDP kritisiert fehlende Gastronomie in Plänen für die Hahnenpassage in Kerpen

Der Lidl in der Hahnenpassage ist umgeben von Leerständen und verwahrlosten Schaufenstern. Das Unternehmen möchte die alte Filiale durch einen Neubau ersetzen und das ganze Areal umgestalten (Archivfoto).
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Die Situation am Lidl in der Hahnenpassage in Kerpen wird seit Jahren politisch und in der Bevölkerung diskutiert. In der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses machten die Mitglieder nun einen kleinen Schritt in Richtung Veränderung. Sie empfahlen einstimmig eine rötliche Klinker-Fassade des Neubaus, den Lidl an der Stelle plant.
Kerpen: Leerstände, Abfall und Fäkalien
Leerstand in angrenzenden Geschäften, Fäkalien und Müll prägen das Areal. Deshalb will Lidl nicht nur eine neue Filiale bauen, sondern auch das Umfeld aufhübschen. Dennoch gibt es von der Kerpener FDP-Gruppe auch Kritik am Vorhaben des Discounters: „Die Hahnenstraße gilt als zentrale Achse der Kerpener Innenstadt. Umso unverständlicher ist für uns, dass die aktuellen Planungen für den Lidl-Neubau an der Hahnenpassage offenbar keine Gastronomie mehr vorsehen.“ Die neuen Vorschläge zur Fassade – der Politik wurden zwei Varianten vorgelegt – fanden die Liberalen hingegen gut.
Die zwei vorgelegten Varianten, die sich hauptsächlich in der Farbauswahl der Fassade unterschieden, zeigen nun zwar noch Sitzgelegenheiten und Grünpflanzen. Doch von einer Gastronomie oder gar den einst herbeigesehnten Wohnungen über der Filiale ist nichts mehr zu erkennen. Die Stadtverwaltung bat die Politik dennoch um einen zeitigen Beschluss. Die Sorge, dass Lidl von den Planungen zurücktritt, wächst nach Jahren der Diskussion um den Neubau.
„Die Hahnenstraße ist das Herzstück unserer Innenstadt und die neue Fassade sieht besser aus als das, was ursprünglich geplant war. Aber eine Fassade allein macht noch keine lebendige Innenstadt“, sagt Tamer Kandemir, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Ratsgruppe die Sicht der Liberalen. „Entscheidend ist doch, dass die Menschen künftig einen Grund haben sollen, dort länger zu bleiben als für den schnellen Einkauf.“
Besonders kritisch sieht die FDP, dass frühere Überlegungen zu einem Café, einer Eisdiele oder vergleichbaren gastronomischen Angeboten in den aktuellen Planungen nicht mehr erkennbar sind. „Gerade an dieser zentralen Stelle hätte eine gastronomische Nutzung nach Auffassung der Ratsgruppe erheblich zur Belebung des Zentrums beitragen können“, heißt es.
„Die Frage, warum an dieser Stelle keine Gastronomie mehr möglich sein soll, bleibt unbeantwortet. Wir reden hier nicht über einen Standort am Stadtrand, sondern über die zentrale Achse unserer Innenstadt“, sagt demnach Kandemir: „Menschen kommen nicht wegen einer Fassade in die Innenstadt, sondern wegen der Atmosphäre und der Angebote. Diese Chance sollten wir nutzen.“
Von der Ansiedlung eines gastronomischen Betriebs sollte ursprünglich die gesamte nähere Umgebung profitieren. Durch den Leerstand an der Passage haben aktuell wenig Menschen einen Grund, sie zu nutzen. Stattdessen halten sich hier immer wieder Menschen ohne festen Wohnsitz auf. Die Passage gilt als Angstraum.
