Ob Gemüsesetzlinge, Ableger von Zierpflanzen oder Blühstauden aller Art: In Kerpen gab es für Hobbygärtner einiges zu entdecken.
21 AusstellerPflanzenbörse lockte wieder zahlreiche Hobbygärtner nach Kerpen

Es grünt so grün: Die Pflanzenbörse des Netzwerks 55plus lockte wieder zahlreiche Gartenfreundinnen und -freunde lauf den Kerpener Stiftsplatz.
Copyright: Joachim Röhrig
Die Eisheiligen sind durch, und im Lauf der neuen Woche soll es endlich warm und sonnig werden – genau der richtige Zeitpunkt also für die beliebte Pflanzenbörse, mit der das Netzwerk 55plus am Sonntag trotz des eher ungemütlichen Wetters wieder viele Gartenfreundinnen und -freunde auf den in junges Grün getauchten Stiftsplatz lockte.
Dass keine gewerblichen Anbieter, sondern ausschließlich passionierte Hobbygärtnerinnen und -gärtner aus Kerpen und Umgebung mitmachen dürfen, verleiht dem traditionsreichen Tausch- und Kaufmarkt seit je her seinen besonderen Charme. „Hier findet man nicht nur eine stattliche Auswahl an mit ganz viel Liebe vorgezogenen Nutz- und Zierpflanzen, sondern kann sich im Gespräch mit den Ausstellern auch manch guten Tipp für die Bepflanzung des eigenen Garten oder Balkons holen“, erklärt Netzwerk-Mitglied Lothar Fanslau, der als Nachfolger von Dieter Krauhs die Organisationsleitung der Pflanzenbörse übernommen hat. Fanslau stellte auch selber aus. Ein Hingucker waren die bizarren Steingartenpflanzen, die er und seine Partnerin gern dekorativ in ausgediente Haushaltsgefäße einsetzen.
Kerpen: 21 Austellerinnen und Aussteller boten Pflanzen an
Insgesamt 21 Ausstellende breiteten auf langen Tischen aus, was sie im Winter und im Frühjahr auf der Fensterbank oder im heimischen Gewächshaus vorbereitet hatten und was in diesen Tagen nun endlich ins Freiland gesetzt werden darf. Junge Setzlinge von Tomaten, Zucchini, Paprika, Gurken und anderen heimischen Gemüsepflanzen waren bei den Besuchern besonders begehrt.
Aber auch Ableger von Zierpflanzen und Blühstauden aller Art standen hoch im Kurs – etwa die Telekien-, Funkien- oder Feigengewächse von Willi Frömbgen aus Bergheim: „Von Beruf war ich Nachrichtentechniker und hatte mit Pflanzen rein gar nichts am Hut. Doch das Gärtnern ist schon seit der Kindheit meine große Leidenschaft. Kein Wunder, mein Vater war schließlich Gärtnermeister. Wenn das, was man monatelang gehegt und gepflegt hat, dann irgendwann in bunter Pracht erblüht, geht mir immer noch Herz auf.“
Auch ein Imker, die Ortsgruppe des Naturschutzbundes und zwei Kerpener Schulen machten munter mit. So informierte eine Gruppe des Europagymnasiums über ihr Mangroven-Projekt in Nicaragua: „Auf dem Gebiet unserer dortigen Partnerstadt Corinto haben wir im Rahmen des Schüleraustauschs selbst schon Mangrovensetzlinge gepflanzt. Die Bäume wurden dort lange abgeholzt. Sie sind ökologisch aber sehr wertvoll, weil sie enorm viel CO2 speichern und auch Schutz vor Überschwemmungen bieten können“, erklärt Europaschüler Nico Margaritis, „deshalb sind Wiederaufforstungsprojekte ganz wichtig.“
Mit Mangrovenbäumchen konnten die Jugendlichen auf dem Pflanzenmarkt allerdings nicht dienen. Im Angebot hatten sie aber schönen selbstgemachten Schmuck aus getrocknetem Mangrovenholz, den man gegen eine Spende für das Corinto-Projekt erwerben konnte.
