Emma Polocek ist die erste Schülerin aus dem Europagymnasium, die es beim Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels bis zur Landesebene geschafft hat.
Lesen auf LandesebeneKerpener Schülerin ist im Finale des NRW-Vorlesewettbewerbs

Emma liest in der Bibliothek des Europagymnasiums aus Christopher Paolonis Murtagh.
Copyright: Berndt Woidtke
Die schlechte Nachricht: Die Zahl der Buchkäufer sinkt deutlich: 2012 gab es laut den Daten des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels noch 37 Millionen Käufer, 2023 nur noch rund 25 Millionen. Die gute Nachricht: Wer überhaupt Bücher kauft, kauft im Durchschnitt mehr als früher. Zumindest die Umsätze der Buchhandlungen sind konstant geblieben.
Der Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – Regionalgeschäftsstelle NRW ist eine Art Durchlauferhitzer für junge Leserinnen und Leser. Emma Polocek aus der Klasse 6.9 des Europagymnasiums Kerpen musste gar nicht lange überzeugt werden. Ihre Eltern hatten ihr schon früh vorgelesen; kaum war sie in der Grundschule, hatten sie ihr eine „Emma-Bibliothek“ angelegt: Bücher nur für sie. Sie liest ganz klassisch, nimmt gerne Bücher in die Hand, E-Books findet sie nicht besonders attraktiv.
Kerpener Schülerin fährt zum NRW-Finale nach Mülheim an der Ruhr
In der sechsten Jahrgangsstufe durchlaufen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst einen Lesewettbewerb innerhalb ihrer Klasse, dann tritt man gegen die Sieger der Parallelklasse an, die nächste Stufe ist der Bezirkswettbewerb. Auf allen diesen Ebenen hat Emma souverän gewonnen. Die Kerpener Bibliothekarin Dr. Kerstin Wolff bescheinigte ihr dabei schauspielerische Fähigkeiten: „Sie hat ihre Darstellung geradezu als szenische Lesung konzipiert!“
Am 13. Mai wird Emma mit ihren Eltern nach Mülheim an der Ruhr fahren, dann geht es um den NRW-Sieg. Konkurrenten kommen zum Beispiel vom Städtischen Couven-Gymnasium Aachen, vom Lessing-Gymnasium Köln oder vom Schiller-Gymnasium Münster.
Ist sie nervös? „Nein, nicht so sehr. Mir geht es gar nicht darum, besser zu sein als andere oder zu siegen. Ich finde es toll, dass ich die Möglichkeit habe, vor Publikum vorzulesen“, sagt Emma. In Mülheim wird sie aus der Percy-Jackson-Buchreihe vorlesen, einer Fantasy-Reihe des US-Autors Rick Riordan. Die Siegerin oder der Sieger wird anschließend am 24. Juni am Bundesfinale teilnehmen.
Erste Vorleserin auf Landesebene aus de Europagymnasium
Für das Europagymnasium ist es laut Kerstin Wolff das erste Mal, dass ein Schüler oder eine Schülerin es bis auf die Landesebene geschafft hat. Emma ist nicht nur eine begeisterte Leserin, sie schreibt auch selbst Geschichten. Sie notiert diese komplett analog in ein Schreibheft, dabei kommen schon recht dicke Bücher heraus, wie sie sagt. Sie gibt sie ihrer Familie und Freunden zum Lesen und erntet große Zustimmung. Ihre berufliche Perspektive deutet einerseits auf Lehrerin hin (Deutsch und Sport) oder auf Schriftstellerin. Emma ist nicht nur literarisch unterwegs, sondern betreibt Kunstturnen als Leistungssport, trainiert dreimal in der Woche – ein vielseitiges Mädchen, dem man für den NRW-Wettbewerb nur die Daumen drücken kann.
Der Vorlesewettbewerb wird seit dem Jahr 1959 jedes Jahr von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und kulturellen Einrichtungen veranstaltet. Er startet jeweils im Oktober an den Schulen und verläuft über mehrere regionale und landesweite Etappen bis zum Bundesfinale im Juni. Wie die Veranstalter auf der Homepage des Wettbewerbs mitteilen, soll durch die Teilnahme der Schüler nicht nur deren Lesekompetenz sondern auch Selbstbewusstsein und sozialer Austausch gefördert werden.
