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Gefragte ErfrischungRund 500 Menschen kühlten sich im Freibad in Kerpen-Türnich ab

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Das Foto zeigt ein gut besuchtes Freibad.

Gut besucht zeigte sich das Freibad Türnich zur Saisoneröffnung. 1000 Quadratmeter Wasserfläche, Rutsche und Sprungturm und schattige Liegeplätze unter Bäumen machen das alte Bad für viele Menschen attraktiv.

Der Besuch des Freibads in Türnich lohnt sich vor allem für diejenigen, die eine nostalgische Erfahrung mit Freibad-Pommes suchen.

Bei Temperaturen um die 30 Grad, Sonnenschein und blauem Himmel eröffneten Pfingstwochende viele Schwimmbäder im Rhein-Erft-Kreis die Freibadsaison. Einige hatten zwar schon zuvor geöffnet, doch richtiges Badewetter stand erst am Wochenende an.

Blieb in Kerpen das Spaßbad Erftlagune auch zu, in das Türnicher Freibad kamen bei 23 Grad Wassertemperatur am Samstag mehr als 500 Menschen. Als „Old School Badeanstalt“ oder „alte Dame“ gilt den Kerpenern das Freibad aus dem Jahr 1952. Mit einem großzügigen Becken von 50 Metern Länge und 20 Metern Breite, also 1000 Quadratmetern Wasserfläche war es in Zeiten errichtet worden, als Personal-, Energie- und Wasserkosten noch keine große Rolle spielten.

Kerpen: Das Becken immer genau im Blick

Schwimmmeister Sven Hofmann hatte zum besseren Blick auf das Wasser und Gäste auf der erhöhten Terrasse gleich neben der Kasse Posten bezogen. Von dort überschaute er alles, vom Nichtschwimmerbereich mit der feuerwehrroten Wasserrutsche über den 4,50 Meter tiefen Bereich unter dem Sprungturm bis hinüber zur vom alten Baumbestand beschatteten Liegewiese. Das runde Kinderplanschbecken zeigte sich zur späten Mittagszeit im Schatten der Bäume.

Noch sei der Betrieb im Becken übersichtlich, erst ab 1000 Menschen ermöglichten die Kassierer den Zutritt nur noch im Nachrückverfahren. Etwa alle zwei Stunden öffne er auch die Fünfmeter-Ebene des Sprungturmes, dann suche er auf der Dreimeteretage Platz, um für alle Fälle dicht dabei zu sein, sagte Hofmann. Mit Sonnenschutzcreme Lichtschutzfaktor 50 schütze er sich in den ersten Arbeitstagen unter freiem Himmel vor Hautkrebs, der für Bademeister typischen Berufskrankheit.

Das Foto zeigt eine Familie auf der Wiese am Freibad.

Treffpunkt Freibad: Andreas Kubicz (r.) und seine Kinder freuen sich über Freunde und Nachbarn, wie beispielsweise Demet Arik (Mitte), die ihre Söhne mitgebracht hat.

Eine Duftmischung frisch frittierter Pommes und Sonnenschutzcreme wehte auf die erhöhte Terrasse vom Imbissbetrieb zu Füßen des Freibadgebäudes mit Umkleiden, Duschen und der ehemaligen Wohnung des Bademeisters. Als letzter hatte Siggi Elsing hier gewohnt. Den Türnichern habe er über Jahrzehnte als Typus, als Inbegriff des Bademeisters schlechthin gegolten, erst im Frühjahr sei er gestorben, erinnerte sich eine Angestellte des Freibadteams.

Am Imbiss rühmten Vater Stefan mit seiner Tochter Maya das Speisenangebot, Pommes, Burger und Nuggets. Überhaupt sei hier „eine tolle Stimmung und man treffe nur freundliche Leute“, schwärmten die zwei. Vor 20 Jahren sei er zuletzt im Bad gewesen, erzählt der Badegast aus Hürth-Efferen, bis auf die rote Rutsche habe sich nichts verändert. Ein Samstag im Schwimmbad sei jetzt, bei dem heißen Wetter, genau das Richtige. Eigentlich habe er der Schwester beim Bau ihrer Terrasse helfen wollen, selbst der Beton sei in der Hitze einfach zu schnell aufgetrocknet, am Abend wollten sie weitermachen. „Nur das Wasser ist ein bisschen zu kalt“, fand Tochter Maya.

Auf der Liegewiese hatten die Freunde Vinzent und Simon aus Sindorf die Liegestühle aufgeklappt, die sie noch ergattern konnten, gleich nach Öffnung des Bades um 11.30 Uhr. Zum Glück, denn er habe in der Eile des Aufbruchs völlig vergessen, eine Liegedecke mitzunehmen, schilderte Vinzent. „Einfach nur in der Sonne liegen und quatschen“, sei ihr Ziel, statt im Garten rumzusitzen, so der 20-Jährige.

Nicht weit entfernt hatte Andreas Kubicz sein Handtuch ausgerollt, die Töchter aalen sich auf Liegestühlen, der Sohn hat die Kinder der Nachbarin Demet Arik getroffen. Seit vielen Jahren schon besuche er das Bad, erzählte Andreas Kubicz. „Es ist schön hier, es ist ruhig und alle passen aufeinander auf“, sagte er.

Im letzten Jahr sei leider schon von der Schließung des Freibades die Rede gewesen. Kubicz sagt, er habe schon von einer möglichen Privatisierung des Freibades gehört und sogar darüber nachgedacht, selbst eine Rolle dabei zu spielen. Er führt ein im Türnicher Industriegebiet angesiedeltes Unternehmen. Auf die Frage, ob es denn Initiativen im Ort gebe, die so ein Vorhaben mittragen würden, ähnlich wie in anderen Orten des Kreises, überrascht Kubicz mit der Antwort: „Ich selbst würde es kaufen und weitermachen.“ Als Förderer von Vereinen, insbesondere des Ballspielvereins Brüggen/Balkhausen/Türnich ist Kubicz im Ort bereits bekannt.