Zum zehnten Mal fand die Messe statt, die seit 2015 unter dem Wahlspruch „Nachhaltige Gartenkultur und Lebensart“ ausgerichtet wird.
Rosen, Kräuter und ArtenschutzBiogartenmesse in Kerpen hinterlässt bleibende Eindrücke

Von der Petersilie, über das Basilikum bis zur Zuckererbse, Kräuter aus seinem Biolandbetrieb namens Kräutermagie bei Datteln bot Gregor Keller an.
Copyright: Oliver Tripp
Aus bemalten Sperrholztafeln mit Motiven aus Fauna und Flora bauten die Jungen Tim, Mats, Noah und Jaron unser Ökosystem als Kartenhaus vor Schloss Türnich auf. „Wenn wir die Biene jetzt rausziehen, stürzt alles in sich zusammen“, verkündete Tim und warnte die Umstehenden, Abstand vom fragilen Bauwerk zu halten.
Die Biene hatten sie im Fundament des Kartenhauses verbaut. Zur Überraschung ihrer Erbauer blieb die Konstruktion stehen, als sie die Bienentafel entfernten, das symbolische Ökosystem erwies sich robuster als gedacht. Mit lautem Klappern stürzte das Kartenhaus erst ein, als die Jungen eine weitere Holzplatte entfernten.
Kerpen: 5000 Besucher bei der Biogartenmesse
Um Artenvielfalt drehte es sich dieses Jahr bei der zehnten Biogartenmesse auf Schloss Türnich. Über rund 5000 Besucherinnen und Besucher durfte sich Marktveranstalterin Batya-Barbara Simon im Park und Innenhof des Schlosses freuen. Zum zehnten Geburtstag der Messe, die seit 2015 unter dem Wahlspruch „Nachhaltige Gartenkultur und Lebensart“ stattfindet, habe sich die Zahl der Stände von 50 auf 90 erhöht.

Tim und Mats (v.l.) bauten aus bemalten Sperrholzplatten unser Ökosystem nach und brachten es zum Einsturz.
Copyright: Oliver Tripp
Nach den Anfangsjahren, in denen sie bis zu 700 Besucher an einem Wochenende gezählt habe, könne sie endlich sagen, „jetzt läuft's“. Das sei vor allem der Verdienst der ausstellenden Betriebe, die die anfänglich dürren Jahre mit „Herzblut“ für die Sache ausgehalten hätten und weiter Pflanzen, Speisen und Waren nach anerkannten Biostandards anbieten würden.
Kampagne für biologische Vielfalt
Für den Ausbau der privaten Gärten in Deutschland zu Trittsteinen für Insekten, Vögel und damit als Gewinn für Klimaschutz und Artenvielfalt stehe die Messe von Beginn an, schilderte Batya-Barbara Simon. Damit könnten die Naturschutzflächen verdoppelt werden.
Am besten gelinge das mit Zier- und Gemüsepflanzen aus biologischen Gärtnereien, die ohne Gift auskämen. Bei Pflanzen aus dem Baumarkt habe der BUND in einer Studie bis zu 44 verschiedene Pestiziden gefunden. „Da fliegt die Biene zur Pflanze und fällt gleich tot um“, fand Batya-Barbara Simon drastische Worte. Zum zehnjährigen Geburtstag stellte sie eine eigene, neue Kampagne für biologische Vielfalt vor: „Wir brauchen Blumen“.
Der Vorteil von Rosen
Beispielsweise die Rose beschrieb der Biogärtner Werner Ruf als Insektenmagnet. Kaum eine Gartenpflanze biete derart vielen Insekten Heim und Nahrung, erläuterte der Gründer der Bioland-Rosenschule Ruf in Steinfurth in seinen Vorträgen. Neben ihrer Schönheit sei das ein weiterer Grund, Rosen zu pflanzen.
Zum breiten Angebot an Zierpflanzen, Bäumchen, Büschen und Kräutern für den eigenen Garten gesellten sich Kunsthandwerker und Manufakturen, die nachhaltig Fair-Trade-Mode, Accessoires und Dekorationen, Gartenmöbel, Hängematten, Skulpturen, Bio-Speisen und und Werkzeuge produzieren.
In Vorträgen ging es um Apitherapie – der Apotheke aus dem Bienenstock – um die Biologisch-dynamische Entwicklung klimaresilienter Getreidesorten und die Schaffung von Wohlfühlorten. Die Kultur- und Naturstiftung Schloss Türnich stellte Projekte wie die Agroforstanlage vor. Führungen im Kräutergarten, durch Park, Kapelle und den Französischen Garten des Schlosses Türnich rundeten die Biogartenmesse ab.

