Chor- und Preisträgerkonzert „Musica Sacra Nova“ in der Abtei
Chor- und PreisträgerkonzertJunge Musiker in alten Kirchenmauern in Brauweiler

Stiftungsvorstand Prinz Ferdinand zur Lippe mit Sohn, die Preisträger Yannick Wittmann und Grzegorz Wijas, Michael Utz, Oliver Sperling und Peter Heesen, Vorsitzender des Freundeskreises der Abtei (v.l.).
Copyright: Elke Petrasch-Brucher
In der Abteikirche St. Nikolaus sind in den vergangenen Jahrhunderten unzählige geistliche Chorgesänge erklungen. Seit der Renaissance berühren die mystischen, atmosphärischen Gesänge Generationen von Gottesdienstbesuchern. Sei es William Byrd im 16. Jahrhundert oder Guiseppe Verdi mit „Laudi alla Vergine Maria“ Mitte des 18. Jahrhunderts. Zeit für etwas Neues, fand einst der polnische Komponist Pawel Lukaszewski und initiierte den internationalen geistlichen Chor-Wettbewerb „Musica Sacra Nova“. Seit zwölf Jahren nun präsentieren die Preisträger junge Musik hinter den alten Kirchenmauern der Abteikirche. Am Samstag war es wieder soweit.
Von 81 Kompositionen aus Ländern wie Brasilien, Ecuador, Hongkong, Polen, Japan, den USA, Deutschland und vielen anderen wählte eine hochkarätige international besetzte Jury die diesjährigen Preisträger aus. Wettbewerbsleiter ist seit 2024 der Kirchenmusiker Michael Utz, früherer Kantor der Abteigemeinden Brauweiler-Geyen-Sinthern. Auch die Kooperationspartner sind hochkarätig, der Polnische Kammerchor Polski Chor Kameralny, die Musica Sacra Association Warschau, das Päpstliche Institut für Kirchenmusik in Rom, das Erzbistum Köln, die Stiftung Magnificat und der Verein Freundeskreis Abtei Brauweiler. „In diesem Jahr feiern wir eine Premiere“, freute sich Michael Utz. „Zu den Kompositionen für gemischten Chor a cappella und für gemischten Chor mit Orgelbegleitung werden zum ersten Mal Kompositionen für Kinderchor a capella mit Instrumentalbegleitung ausgezeichnet.“
So konnte das Publikum in der vollbesetzten Abteikirche dem Mädchenchor am Kölner Dom lauschen, einem preisgekrönten Spitzenensemble, das regelmäßig die Liturgie im Kölner Dom prägt. Unter der Leitung von Oliver Sperling trugen sie vollendet die Werke der drei Preisträger Pedro Araujo aus Portugal, Grzegorz Wijas aus Polen und Yannick Wittmann aus Deutschland vor. „Wittmanns modernes Werk thematisiert die Verbindung von göttlicher Liebe und menschlicher Nächstenliebe“, erklärte Michael Utz. „Das Klavier umhüllt den Gesang und verleiht ihm eine meditative, entrückte Atmosphäre.“
Dies ist auch dem Kammerchor Saarbrücken unter Leitung von Georg Grün gelungen, der gleichsam homogen als auch transparent die Werke der Preisträger „gemischter Chor a capella“ intonierte. Die Polen Grzegorz Wijas und Jakub Siekierzynski sowie Anej Cerne aus Slowenien überzeugten die Jury durch Kreativität und Kontemplation. „Ich bin ganz begeistert“, gestand Bärbel Bauer aus Rösrath. „Es ist eine mystische Stimmung entstanden und die Chöre singen sehr schön.“ Auch Wettbewerbsleiter Michael Utz war zufrieden. „Mit dem Wettbewerb ,Musica Sacra Nova’ wollen wir die zeitgenössische geistliche Chormusik fördern. Sie ist lebendiger geworden, gefühlvoller, und man spürt die Seele ihres Ursprungs.“
