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Engagement für InklusionPulheimer Chancenwerkstatt erhält mit 50.000 Euro dotierten Preis

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Zu sehen sind Melanie Schmitt und Maren Walter mit dem Philip Morris Award.

Melanie Schmitt (l.) und Maren Walter nahmen den Philip Morris Award für die Chancenwerkstatt entgegen.

Das Pulheimer Qualifizierungsprojekt für junge Künstlerinnen und Künstler mit Behinderung wurde ausgezeichnet – Jury lobt ganzheitlichen Ansatz.

Die „k:onnekt Chancenwerkstatt“ des „kaethe:k Kunsthauses“ der Gold-Kraemer-Stiftung erhielt am Dienstag ein Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro im Rahmen des „Powered by Philip Morris Award 2025 für gesellschaftliches Engagement“ in der Kategorie Kultur. Als eine von drei Organisationen wurde das Pulheimer Qualifizierungsprojekt für junge Künstlerinnen und Künstler mit Behinderung ausgezeichnet. Die Chancenwerkstatt möchte ihnen den Zugang zur Kultur- und Kreativwirtschaft eröffnen.

Die Jury lobte bei der Preisverleihung den ganzheitlichen Ansatz, Menschen mit Behinderung künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten und echte Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben zu eröffnen, heißt es in einem Schreiben der Philip Morris GmbH.

Umfassende Teilhabe ist die Ambition

In der Chancenwerkstatt gehe es um umfassende Teilhabe und gesellschaftliche Mitwirkung, davon habe sich die Jury beeindruckt gezeigt. Sie war prominent besetzt, mit Michi Beck, Dr. Gregor Gysi, Diana Kinnert, Minh-Khai Phan-Thi und Benjamin von Stuckrad-Barre. Als „schön und überraschend“ habe sie die Riesengala in den Berliner Bolle-Festsälen mit 400 Gästen aus Kultur und Politik erlebt, berichtete Melanie Schmitt. Als Leiterin des Kunsthauses hatte sie zusammen mit Maren Walter den Preis entgegengenommen.

Mit dem Geld wolle das Kunsthaus für ein Jahr lang ein Mentorenprogramm finanzieren, das kreativen Menschen mit Behinderungen Jobchancen im ersten Arbeitsmarkt eröffnen soll. Die Integration der kreativ begabten Menschen in den Arbeitsmarkt sei Ziel ihrer Weiterbildung und der künstlerischen Arbeit in den Ateliers der Chancenwerkstatt, sagte Melanie Schmitt. Konkret gehe es im Mentorenprogramm um die Vermittlung von Praktika, Hospitationen und Einblicke in Medienbetriebe für die Teilnehmer zum Kennenlernen der Berufsfelder.

Es gehe aber auch um die Sensibilisierung der Kreativbetriebe für die Beschäftigung von behinderten Menschen mit visuellen Fähigkeiten und um den Aufbau von Kontakten, beispielsweise zu Schauspielbetrieben mit Bühnen- und Malerwerkstätten, zur Comicbranche für zeichnerische Charakterentwicklungen von Figuren, zum Designbereich in der Entwicklung von Textilien oder zum Film bei Animationen. Auch Lehrtätigkeiten in der Kunstvermittlung an Kinder, Jugendliche und Erwachsene seien denkbar.

Das Preisgeld helfe dabei, im Heimteam für das Jahr 2026 eine zentrale Stelle zu schaffen, zur Assistenzbegleitung bei Besuchen in Betrieben, für Kontaktpflege und Öffentlichkeitsarbeit und zur Entwicklung eines Handlungsprogramms, mit dem sich das Mentorenprogramm über das Jahr hinaus verstetigen könne. Zum Kennenlernen des Brauweiler Kunsthauses lädt Melanie Schmitt für Samstag, 29. November zum Verkauf von Kunstwerken unter dem Motto „Neues von nebenan“ ein. Der Verkaufstag findet von 12 Uhr bis 18 Uhr im Kunsthaus am Guidelplatz 5 statt.