Sie favorisieren das Areal, auf dem vor Jahren noch ein Kieswerk stand, als Standort für einen Badestrand, unter anderem aus Kostengründen.
Pulheimer SeePolitik debattiert über den seit Langem geplanten Badestrand in Pulheim

Ein Blick auf den geplanten Standort für einen Badeplatz.
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Ein Votum des Umwelt- und Planungsausschusses war am Mittwochabend (28. Januar) nicht erforderlich. Die Fraktionen mussten die Erläuterungen des Landschaftsarchitekten Christoph Hölzer und der Stadtverwaltung zum seit vielen Jahren geplanten Badeplatz am Pulheimer See lediglich zur Kenntnis nehmen.
Pulheim: Deutliche Vorteile
Den Zweckverband Naherholungsgebiet Stöckheimer Hof, dessen Geschäftsführer Christoph Hölzer ist, gründeten die Stadt Köln und die Stadt Pulheim 1980, um aus einer rund 540 Hektar großen Fläche, fünf Baggerseen und dem Orrer Wald, die zwischen Pulheim, Köln-Auweiler und Köln-Bocklemünd liegen, ein Naherholungsgebiet zu entwickeln. Das ist so weit gelungen. Nur der Badeplatz am Pulheimer See fehlt noch.
In seinem Vortrag machte Christoph Hölzer deutlich, dass der ursprüngliche Standort am Nord-Ost-Ufer des Gewässers, also dort, wo jahrzehntelang mithilfe von Schwimmbaggern Kies abgebaut wurde, deutliche Vorteile gegenüber dem Standort aufweist, der vor einigen Jahren als Alternative ins Spiel gebracht, dann aber zwischenzeitlich doch wieder verworfen wurde.
Gigantische Erdmassen fehlen
Grundsätzlich hält Christoph Hölzer es für möglich, am Nord-West-Ufer, nahe dem Parkplatz „Am Pulheimer See“, einen Badeplatz anzulegen. Es wäre allerdings sehr teuer, da „gigantische Erdmassen“, insbesondere Sand, benötigt würden, um für den rund 1800 Quadratmeter großen Badestrand ein Flachufer zu modellieren, so dass auch Kinder und Nichtschwimmer sicherer und einfacher ins Wasser gehen können.
Alleine für das notwendige Material würden mindestens vier Millionen Euro fällig. Ein Schwimbagger müsste eingesetzt werden. Auch am ursprünglich geplanten Standort müssten für einen rund 18.000 Quadratmeter großen Badeplatz Material bewegt werden, um eine Böschungslinie zu modellieren. Allerdings ist das Material an der Stelle schon vorhanden. Die Kosten wären deutlich geringer, so der Landschaftsarchitekt. Von rund 370.000 Euro war die Rede.

Das Naturschutzgebiet Große Laache ist bekannt für seine einzigartige Flora und Fauna.
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Christoph Hölzel machte darauf aufmerksam, dass ein Badeplatz am Nord-West-Ufer im Widerspruch zu der 2024 geänderten Planfeststellung stehe. Die Stadtverwaltung ergänzte, dass der Rhein-Erft-Kreis darin diverse Artenschutzaspekte wie den Schutz der Uferschwalbenkolonie sowie ein Habitat für Amphibien berücksichtigt habe.
Außerdem rückt das Flachufer in der geänderten Fassung von 2024 in Richtung Seemitte und somit weiter vom Naturschutzgebiet Große Laache ab. Sollte sich die Politik für die Alternative oder gar eine andere Variante entscheiden, müsste das Planfeststellungsverfahren erneut aufgerollt werden. Zwei weitere Jahre gingen dann mindestens ins Land.
In der Sitzung wurde aber dies deutlich: Die Grünen, Sabine Braun, langjähriges Mitglied des Naturschutzbundes Nabu, und der Bürgerverein Pulheim (BVP) sorgen sich um das Naturschutzgebiet Große Laache mit seiner einzigartigen Flora und Fauna, sollte der Badeplatz am Nord-Ost-Ufer entstehen.
Karin Schmithüsen, Specherin der Ortsgruppe Pulheim im Nabu-Kreisverband Rhein-Erft, hatte in einem Schreiben auf die negativen Auswirkungen durch den Badebetrieb hingewiesen. Die Ortsgruppe spricht sich für das Nord-West-Ufer aus, einen Hundebadestrand lehnt sie aus „naturschutzfachlichen Gründen“ ab.


