In mehreren Schritten sollen die Nester der Krähen entfernt und die Bäume zurückgeschnitten werden, damit sie sich nicht dort niederlassen.
Vogelschwärme bei KitaSaatkrähen in Pulheim sollen vergrämt werden

Auf dem Gelände der Kita Kleine Strolche wurden zum Schutz vor den Saatkrähen Sonnensegel angebracht.
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Bereits seit mehreren Jahren bevölkern vor allem während der Brutsaison zwischen Februar und Juni Schwärme von Saatkrähen die Bäume am Fasanenweg, im Bereich der GGS Sinthern/Geyen sowie der dortigen Kita „Kleine Strolche". Die Tiere sorgen mit Kot und Lärm für Ärger.
Wie unsere Redaktion berichtete, seien neben verschmutzten Spielgeräten und Gehwegen auch tote Tiere auf dem Schulgelände gefunden worden. Zudem könnten die Kindergarten- und Schulkinder die Außenbereiche nur noch eingeschränkt nutzen, weil die Krähen aggressiv seien und angriffen, schilderte im Juni 2025 Oliver Donath, Klassenpflegschaftsvorsitzender an der GGS die Zustände und äußerte gleichzeitig Kritik am Umgang der Stadt Pulheim mit dem Problem.
Pulheim: Vergrämung der Krähen steht an
Vor der anstehenden neuen Brutsaison soll nun ein im Herbst 2025 von den politischen Gremien der Stadt Pulheim beschlossenes Maßnahmenpaket zur Vertreibung (Vergrämung) der streng geschützten Tiere in die Tat umgesetzt werden. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, sollen in einer ersten Phase in der kommenden Woche die rund 150 Nester, die sich derzeit noch in den Bäumen befinden, von einem Fachunternehmen entfernt und die Bäume zurückgeschnitten, um den Neubau von Nestern zu erschweren. Dafür liege die Genehmigung des Rhein-Erft-Kreises vor.
Für die Zeit zwischen 15. Februar und 15. April sollen dann alle neuen Nester, in denen keine bebrüteten Eier liegen, ebenfalls entfernt werden und die Bäume an diesen Stellen so geschnitten werden, dass ein Nestneubau dort erschwert wird. Diese Phase soll mit der Aufsichtsbehörde beim Rhein-Erft-Kreis sowie dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) abgestimmt und von Fachleuten begleitet werden, heißt es vonseiten der Stadt Pulheim weiter. Die erforderliche Genehmigung kann aber erst nach Abschluss der ersten Phase Anfang Februar beim Kreis beantragt werden.
Saatkrähen sind besonders geschützt
Über die bereits geplanten Vergrämungsmaßnahmen hinaus prüft die Verwaltung weitere Schritte, wie beispielsweise den Entzug von Nahrungsquellen in der Nähe der Kolonie. Auch will die Stadt langfristig Lösungsansätze finden, wie die Feldflur in der Umgebung wieder mit zusammenhängenden Gehölzbeständen bepflanzt werden kann, um den Vögeln perspektivisch neue Brutmöglichkeiten zu bieten.
Denn trotz allem Ärger mit den Vogelschwärmen sind Saatkrähen nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besonders geschützt. Das bedeutet, dass grundsätzlich ohne Genehmigung der entsprechenden Aufsichtsbehörden keine Maßnahmen gegen die Tiere ergriffen werden dürfen. Die Hürden dafür sind hoch, denn es gilt der Grundsatz, dass eine Gefährdung der Gesamtpopulation der Kolonie ausgeschlossen werden muss.

