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Eiserne HochzeitMit dem Maifest begann für Pulheimer Jubelpaar das große Glück

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Zu sehen sind Susi-Erika und Erich Leschitzki.

Seit 65 Jahren glücklich zusammen: Susi-Erika und Erich Leschitzki feiern eiserne Hochzeit. 

Susi-Erika und Erich Leschitzki gaben sich vor 65 Jahren das Ja-Wort, nun feiern sie eiserne Hochzeit.

Jeden Morgen trafen sie einander im Omnibus. Erich Leschitzki saß schon drin, auf dem Weg zur Arbeit nach Köln. Und jeden Morgen ärgerte er sich, dass der Busfahrer auf die junge Frau wartete, die stets verstrubbelt angerannt kam. Ihr Ziel war die Liebfrauenschule in Köln. „Da war ich schon bös damals“, erinnert sich Erich Leschitzki (92) und lacht. „Aber interessiert hat sie mich trotzdem.“

So sehr, dass der „Bartmann“, wie er aufgrund seines Bartwuchses in Sinthern genannt wurde, die hübsche Susi-Erika Koch, wie sie damals hieß, 1959 heimlich zum Maifest der Sintherner Maigesellschaft „Weißer Flieder“ als Braut ersteigerte. Zu welchem Preis, ist heute noch sein Geheimnis.

Die Nachricht, ersteigert worden zu sein, erreichte die spätere Ehefrau beim Einkauf

„Ich habe beim Einkaufen plötzlich erfahren, dass ich ersteigert wurde“, erzählt Susi-Erika Leschitzki (89). „Da war ich schon sehr überrascht. Und dann auch noch ausgerechnet vom Bartmann.“ Eine gute Wahl, wie sich bald herausstellte. Das Mai-Paar verliebte sich ineinander und heiratete am 3. August 1961 in der Sintherner Pfarrkirche St. Martinus.

Heute feiern Susi-Erika und Erich Leschitzki eiserne Hochzeit. „Fotos von der Hochzeit gibt es leider keine“, bedauert die Ehefrau. „Der Fotograf hatte vergessen, einen Film einzulegen.“ Erich Leschitzki, inzwischen Maurer, baute neben dem Elternhaus seiner Frau ein eigenes Haus für das junge Paar, mit den Steinen der alten Ölmühle in Sinthern. „Ich habe jeden Stein dreimal umgedreht“, erinnert er sich. Ein großes Haus mit weitläufigem Garten entstand mit viel Platz für die beiden Töchter Frauke und Miriam und später die Enkelkinder und Urenkel. „Wir haben beide eine sehr große Familie“, erzählt die Ehefrau.

Erich Leschitzki arbeitete 25 Jahre lang als Maurer. „Ich habe Köln mit aufgebaut“, sagt er lachend. Als der Rücken nicht mehr mitmachte, schulte er um, machte das Staatsexamen und war als Physiotherapeut in Brauweiler und später in der Diakonie Michaelshoven in Köln-Rodenkirchen tätig.

Susi-Erika Leschitzki besuchte die Höhere Handelsschule und war anschließend viele Jahre bei der Concordia-Versicherung in der Ärztebetreuung beschäftigt. Später wechselte sie in einen kleineren Betrieb, der Formulare für Krankenkassen verkaufte. Die Jubilare lieben Busreisen und Flusskreuzfahrten auf der Donau, bis auf die Krim und nach Russland gingen die Reisen.

Eine alte Aufnahme zeigt die beiden Pulheimer, die vom Mai-Paar wurde ein Hochzeitspaar.

Und sie lieben ihren Blumen- und Nutzgarten. „Aber im Garten sind wir uns nicht immer grün“, verraten die Jubilare. „Deswegen hat hier jeder seinen eigenen Bereich, sogar im Gartenhäuschen.“ Die beiden spielen abends gern Rummikub oder Karten. Doch die Zeit ab 17.30 Uhr gehört der Ehefrau allein. Dann malt sie, liest oder rätselt. Susi-Erika Leschitzki ist heute noch froh, dass ihr Ehemann sie damals zum Maifest „ersteigert“ hat.

Der Humor ist es, der die beiden seit 65 Jahren verbindet. Die Jubilare lachen viel zusammen. „Es war nicht immer alles rosig“, verrät die Ehefrau. „Aber wenn ich morgens aufwache und mein Mann mich mit einem leckeren Frühstück und Küsschen auf der Terrasse begrüßt, freue ich mich jeden Tag aufs Neue.“ Erich Leschitzki ergänzt gerührt: „Das mit uns beiden funktioniert eben. Wir sind einfach glücklich, dass wir zusammen sind."