Fachleute haben festgestellt, dass die Stadt ein großes Potenzial für den Ausbau nachhaltiger Energien hat.
Kommunale WärmeplanungPulheim könnte vollständig klimafreundlich heizen

Temperaturmessung in einer Geothermie-Anlage im Heizungsraum eines Hauses. (Symbolfoto)
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Die Stadt möchte bis 2045 klimaneutral sein. Um dieses Ziel schrittweise zu erreichen, hat sie mit dem Büro energielenker projects GmbH den ersten Kommunalen Wärmeplan ausgearbeitet. Nun ruft sie die Bürgerinnen und Bürger auf, sich zu dem Entwurf des Abschlussberichtes zu äußern.
Auch Träger öffentlicher Belange wie etwa Stromnetzbetreiber können ihre Stellungnahmen bis Freitag, 12. Juni, einreichen. Der Entwurf ist auf der Homepage der Stadt oder nach Terminabsprache bei der städtischen Klimaschutzmanagerin einsehbar. Sie ist per E-Mail und telefonisch unter 02238/808642 erreichbar.
Pulheim: Stadt könnte Vorreiterrolle einnehmen
Die Kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Planungsinstrument. Sie hat weder eine unmittelbare rechtliche Bindungswirkung für die Bürgerinnen und Bürger, noch werden darin Festlegungen beispielsweise zu individuellen Heizsystemen getroffen. In der Zusammenfassung des Ergebnisberichtes schildern die Fachleute, dass der Wärmebedarf in Pulheim derzeit überwiegend durch fossile Energieträger – insbesondere Erdgas – gedeckt wird.
Allerdings besitzt die Stadt „ein großes Potenzial für den Ausbau nachhaltiger Energien und könnte eine Vorreiterrolle in der regionalen Energiewende übernehmen“, so die Fachleute des Büros energielenker projects GmbH. Einen hohen Stellenwert hat dabei die oberflächennahe Geothermie.
Bevölkerung muss eingebunden werden
Die geologische Struktur in Pulheim bietet aus Sicht der Fachleute fast im gesamten Stadtgebiet die Möglichkeit, sie unter Berücksichtigung der Genehmigungspflicht in Wasserschutzgebietszonen III B für die Wärmeversorgung einzusetzen. „Geothermische Wärmepumpen könnten private Haushalte, öffentliche Gebäude und Gewerbebetriebe mit emissionsfreier Wärme versorgen.
Die konstante Verfügbarkeit der geothermischen Energie bietet Planungssicherheit und senkt langfristig Energiekosten“, ist dem Ergebnisbericht zu entnehmen. Ein „großes Strom- und Wärmeerzeugungspotenzial“ würden auch Freiflächen-Photovoltaikanlagen bieten. „Überschüssiger erneuerbarer Strom könnte in Batteriespeichern zwischengespeichert oder für den Betrieb von Elektrofahrzeugen genutzt werden.“
Nach Ansicht der Fachleute hat Pulheim die besten Voraussetzungen, um vollständig klimafreundlich zu heizen. Durch gezielte Investitionen könne die Stadt langfristig energieautark und klimafreundlich werden. Allerdings ist es aus ihrer Sicht unerlässlich, dass die Bürgerinnen und Bürger adäquat in die Wärmewende eingebunden werden. Schließlich ist Pulheim eine Stadt, in der es sehr viele Einfamilienhäuser gibt; auch ältere, deren Energiebedarf durch Sanierungen erheblich gesenkt werden könnte.
Stellungnahmen zum Entwurf des Abschlussberichtes sind bis Freitag, 12. Juni, per E-Mail einzureichen oder auf dem Postweg an: Der Bürgermeister, Amt für Umwelt, Klimaschutz und Grünflächen, Alte Kölner Straße 26, 50259 Pulheim.
