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Plauderei auf Augenhöhe mit dem PublikumSky du Mont in Brauweiler: „Kanu des Manitu“ soll letzte Rolle gewesen sein

Bei der Lesung in der Abtei erzählt der fast 80-Jährige, warum „Das Kanu des Manitu“ seine letzte Rolle war und womit er heute sein Geld verdient.

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Sky du Mont las in Brauweiler.

Ein Abend über das Altern

Das ist so eine Sache mit dem Altern. „Wer will schon alt werden? Dennoch ist man froh, wenn es gelingt.“ Sky du Mont weiß, wovon er spricht und schreibt, schließlich wird der Schauspieler und Buchautor im kommenden Jahr 80. Und auch sein Publikum in der Abtei Brauweiler war größtenteils mit dem Thema aus eigener Anschauung vertraut.

Die Besucherinnen und Besucher erlebten einen unterhaltsamen Abend, auch dank der Musik des Pulheimer Ensembles von „Duo Talk“. Und als aus der Lesung zum Schluss eine lockere Plauderei wurde, war das Altern gar nicht mehr das wichtigste Thema.

„Das Kanu des Manitu“ als letzte Rolle

„Der nächste Fehler kommt bestimmt“, heißt das jüngste Buch des Mannes, den die meisten wohl in der Rolle des Schurken Santa Maria vor Augen haben. Der Film „Der Schuh des Manitu“ hatte dem Mimen noch einmal einen späten Karriereschub verpasst. In der Fortsetzung „Das Kanu des Manitu“ war er wieder dabei. Und das soll nun wirklich seine letzte Rolle gewesen sein. „Es ist wirklich vorbei“, sagte Sky du Mont. Die kleinen Takes zu drehen mache keinen Spaß.

Unglamouröser Alltag eines Filmschauspielers

Überhaupt zeichnete er ein denkbar unglamouröses Bild vom Leben eines Filmschauspielers. Das bestehe zum größten Teil daraus, im Wohnwagen zu warten – auf den nächsten Take nämlich. In der unkomfortablen Behausung bekomme man Käsebrötchen vorgesetzt, von denen man erst die Fliegen verscheuchen müsse, um den Belag zu erkennen. Überhaupt: „Ich wollte nie Schauspieler werden.“ Sondern Orchestermusiker. Der Weg wider Willen war dennoch ein erfolgreicher. Sky du Mont hat mit Hollywoodgrößen wie Gregory Peck gedreht und für seine Rolle als Graf Stauffenberg in der amerikanischen Miniserie „War and Remembrance“ einen Golden Globe bekommen.

Banalität des Älterwerdens

Sein Buch allerdings, wie auch der Vorgänger „Ungeschönt“, handelt von den ganz banalen Herausforderungen des Älterwerdens. Er habe die Zipperlein noch gut im Griff, las du Mont vor. Aber die Schwerkraft schlage erbarmungslos zu, man müsse sich damit abfinden, dass eine Liebesnacht um 21 Uhr vorbei sei.

Jeder habe das Recht, um seine Jugend zu trauern. Während man sich gern an das erste Mal, die diversen ersten Male im Leben erinnere, gehe es nun öfter um das letzte Mal. Das sei gewissermaßen der „dunkle Bruder“ des ersten Mals.

Vergnüglich erzählte Sky du Mont, wie er sich als Schauspieler hochgearbeitet habe: Die erste Rolle war eine Leiche, die zweite immerhin schon ein Mörder. Dann folgten Auftraggeber von Morden und schließlich Milliardäre. Trotzdem macht er sich wenig Illusionen: „Mein Ruhm wird mit mir verblassen.“

Plauderei auf Augenhöhe mit dem Publikum

Gegen Ende des Abends verließ er das Lesepult und setzte sich auf den Bühnenrand, auf Augenhöhe mit seinem Publikum, das das Gesprächsangebot gern annahm. „Sitzen Sie hier, weil Sie das wollen, oder weil Sie müssen?“ fragte ein Mann. Altersarmut von Schauspielern ist ja ein aktuelles Thema. Du Mont konterte humorvoll: „Der Hut liegt an der Garderobe.“ Um dann ernst und ehrlich zu werden. Tatsächlich lebe er mittlerweile „von der Sprache“. Von Werbespots, die er einspricht, und von Lesungen wie der in Brauweiler. (uj)