Für den Kreistagspolitiker wäre eine Duldung eines AfD-Ministerpräsidenten „eine verhängnisvolle Fehlentscheidung“.
Wahl in Sachsen-AnhaltDecruppe lehnt AfD-Unterstützung durch BSW ab

Hans Decruppe (BSW) kritisiert den Kurs der Bundespartei.
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BSW-Kreistagsmitglied Hans Decruppe lehnt eine mögliche Duldung eines AfD-Ministerpräsidenten durch seine Partei in Sachsen-Anhalt ab. Nach mehreren anderen fragwürdigen Vorgängen wäre dies „eine noch schlimmere strategische, geradezu verhängnisvolle Fehlentscheidung, die Wagenknecht zu verantworten hätte“, schreibt er in einem Facebook-Post.
Daher stehe er uneingeschränkt zu Aussagen des bayrischen BSW-Vorsitzenden Klaus Ernst, so Decruppe weiter. Der frühere Parteichef der Linken hatte in einem Interview gesagt, er sei nicht ins BSW eingetreten, „damit wir irgendwelche Experimente mit der AfD machen“. Und weiter: „Eine AfD-Regierung wäre alles andere als ein demokratischer Neuanfang. Als Gewerkschafter ist es für mich schlicht nicht denkbar, einem AfD-Regierungschef zur Macht zu verhelfen.“
Decruppe nennt Fälle, in denen das BSW mit der AfD stimmte
BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hatte für Sachsen-Anhalt den Kurs vorgegeben, sich einer etwaigen Wahl der AfD in die Staatskanzlei nicht in den Weg zu stellen. Am 6. September wird dort ein neuer Landtag gewählt.
Der Kurs von Wagenknecht für Sachsen-Anhalt sei politisch grundfalsch und nicht zu akzeptieren, unterstreicht Decruppe, selbst viele Jahre lang das Gesicht der Linken im Rhein-Erft-Kreis. Er verweist auf frühere Fälle, bei denen das BSW Positionen der AfD geteilt habe: Zunächst im Januar im, als es gemeinsam mit AfD und FDP dem „Zustrombegrenzungsgesetz“ der CDU/CSU zustimmte, und danach, als es durch Stimmenthaltung die Annahme eines Entschließungsantrags der CDU im Bundestag zu Migrationsfragen ermöglichte.
SPD-Chef spekulierte über Annäherung im Rhein-Erft-Kreis
Der Bergheimer SPD-Chef Torsten Rekewitz hatte unlängst angesichts der Wagenknecht-Annäherung an die in Teilen gesichert rechtsextreme AfD spekuliert, dass „die Resterampe-Leute des BSW im Rhein-Erft-Kreis mit der AfD kuscheln“ könnten. Die AfD ist im Kreistag in Bergheim mit zwölf Sitzen, das BSW mit zweien.
Decruppe, der sich als Antifaschist bezeichnet, hatte 2025 in einem anderen Zusammenhang versichert: Auf Kreisebene werde es mit der AfD „keine inhaltlichen Übereinstimmungen und keine politische Zusammenarbeit, schon gar nicht Koalitionen oder Ähnliches“ geben.