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Interne WiderständeFusion der Volksbanken in Rhein-Erft gescheitert

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Das Logo der Volksbank ist auf einem Gebäude zu sehen.

Das Logo der Volksbank ist auf einem Gebäude zu sehen.  

Erst Ende November 2025 hatten die beiden konkurrierenden Häuser mitgeteilt, dass sie zusammengehen. Nun ziehen sie die Reißleine.

Das kommt überraschend: Die Volksbank Rhein-Erft-Köln und die Volksbank Erft haben ihre Fusionsverhandlungen abgebrochen. Nicht alle Organe der Banken könnten sich derzeit „trotz großer Übereinstimmung im Ansatz, dem Ziel und der weiteren Perspektive“ hinter einem positiven Beschluss versammeln, heißt es in einer kurz gehaltenen Mitteilung der Volksbank Rhein-Erft-Köln. Bedeutet: Es gab interne Widerstände. Details werden darin nicht genannt. Auch ein Statement der Volksbank Erft fehlt darin.

Diese Entscheidung sei nicht leichtgefallen und werde von allen Beteiligten sehr bedauert, heißt es weiter. Beide Banken seien in die Fusionsgespräche aus einer Position der Stärke gestartet und würden daher weiterhin eigenständig als starke Banken erfolgreich agieren. Die Fusionsverhandlungen waren 2025 aufgenommen worden, Ende November war Vollzug gemeldet worden.

Rhein-Erft: Fusion sollte bereits zum 1. Januar vollzogen werden

Damals hieß es, die beiden Häuser würden „ihre Kräfte vereinen und sich zu einer starken, zukunftsfähigen Regionalbank zusammenschließen“. Dies sei das Ergebnis einer intensiven und vertrauensvollen Sondierungsphase der Vorstände beider Häuser. Auch die Aufsichtsräte beider Banken hätten dem Vorhaben einstimmig zugestimmt. Die Fusion sollte zum 1. Januar 2026 vollzogen werden.

Nun also die Kehrtwende, die gemessen am Fortschritt der Verhandlungen und Verlautbarungen unerwartet kommt. Es war nicht der erste Versuch, die beiden Häuser zusammenzuführen. Schon im Jahr 2008 wagten die Volksbank Erft mit Sitz in Elsdorf und die Volksbank Rhein-Erft mit Sitz in Hürth, Vorgängerin der Volksbank Rhein-Erft-Köln, eine Kooperation, die in einer Fusion münden sollte. Doch schon damals wurde nichts daraus.

Wären die beiden Häuser nun zu einem Geldinstitut verschmolzen, wären  153.000 Kunden und 668 Mitarbeitende unter dem Dach der neuen Bank zusammengeführt worden. Das betreute Kundenvolumen der beiden Genossenschaftsbanken belief sich Ende 2024 auf knapp zehn Milliarden Euro, die Bilanzsumme betrug rund fünf Milliarden Euro, und das bilanzierte Eigenkapital stand bei 538 Millionen Euro. Unter dem Namen Rhein-Erft-Köln eG hätten Filialen im Rhein-Erft-Kreis, im Rhein-Sieg-Kreis und im Rhein-Kreis Neuss betrieben werden sollen.

Auch die Mitarbeiter beider Banken, die am Mittwoch unterrichtet wurden, wurden vom Scheitern der Fusionsverhandlungen überrascht. Zusammenschlüsse unter Volks- und Raiffeisenbanken haben in den vergangenen zehn Jahren zu einem Rückgang der Zahl dieser genossenschaftlich orgfanisierten Geldinstitute um 40 Prozent gesorgt.