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AnwohnerkritikStadt Wesseling stellt Pläne für neue Unterkunft vor

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Das Bild zeigt Bürger in Wesseling an einer geplanten Unterkunft.

Mit der Unterkunft für Geflüchtete müsse auch eine Verbesserung der Infrastruktur in der Ortschaft erfolgen, forderte der Berzdorfer Robert Jung (Mitte).

Modulbau in Berzdorf soll 150 Geflüchteten Platz bieten

Zur Informationsveranstaltung zum Bau einer dauerhaften städtischen Unterkunft für die Unterbringung von Geflüchteten hatte die Stadtverwaltung Wesseling vor Ort in der Straße „Im kleinen Mölchen“ eingeladen. Etwas mehr als 20 Persien waren am Mittwochnachmittag gekommen, unter ihnen Anwohner und Ratsmitglieder. Bürgermeister Ralph Manzke stellte die Bauvariante mit Plänen und Ansichten vor, für die sich der Rat am 7. Juli dieses Jahres entschieden hatte. Platz für 150 Menschen Zwei dauerhafte, dreigeschossige Wohngebäude mit Flachdächern, gebaut in „standardisierter Modulbauweise“, sollen auf dem städtischen Grundstück am südlichen Ortsrand nach der Fertigstellung im Juli 2023 Wohnraum für 150 geflüchtete Menschen bieten, mit Einheiten von zwei bis zwölf Personen.

Im Bauvolumen von insgesamt 9,9 Millionen Euro seien außerdem ein Spielplatz, ein Jugendtreff und Außenanlagen mit Sitzgelegenheiten geplant, die die soziale Teilhabe der Bewohner fördern, führte der Bürgermeister aus. Zur Gestaltung von Spielplatz und Jugendtreff werde der Jugendrat Ergebnisse aus dem Projekt „Jugend in Wesseling – niemand wird vergessen“ einbringen. Die Lage bringe günstige Busanbindungen mit sich. Beim Bau seien eine geringe Versiegelung von Flächen, Dachbegrünung, Regenwasserversickerung und ökologische, klimafreundliche Maßnahmen geplant. Die Kommune sei in der Pflicht, Geflüchtete aufzunehmen, erinnerte der Bürgermeister. Es sei nicht abzusehen, dass in 10 oder 20 Jahren keine Flüchtlinge mehr kämen.

Die Bürgerinformation kommt zu spät und stellt sie vor vollendete Tatsachen. Die Kommunikation der Stadt ist „unterirdisch“
kritisierten die Anwesenden die Stadtverwaltung

Aktuell deckten 22 Geflüchtetenunterkünfte im gesamten Stadtgebiet mit einer Vielzahl von Wohncontainern den Bedarf ab. Städtische Gebäude als Alternativen seien sanierungsbedürftig oder ungeeignet für eine dauerhafte Nutzung. Ziel sei es, bei Flüchtlingswellen Notunterkünfte in Sporthallen zu vermeiden. Mit den Worten „Feuer frei“ eröffnete Bürgermeister Ralph Manzke die Fragerunde und erntete den Unmut der Anwohner. Die Bürgerinformation komme zu spät und stelle sie vor vollendete Tatsachen. Die Kommunikation der Stadt sei „unterirdisch“, sie müssten den Informationen aus dem Rat hinterherlaufen, so kritisierten viele der Anwesenden die Stadtverwaltung. Eine Frau sagte, sie fühle sich wie „vor den Kopf gestoßen“. In öffentlicher Ratssitzung sei die Angelegenheit verhandelt worden, entgegnete der Bürgermeister.

Anwohner befürchten Preisminderungen ihrer Häuser

Den Spielplatz im Oberdorf habe die Dorfgemeinschaft abgeben müssen, um jetzt zu sehen, dass hier Flüchtlinge alles nach Maß serviert bekämen, fühlte sich Udo Pulver ungerecht behandelt. Er befürchtete, so wie andere Teilnehmer der Versammlung auch, eine Preisminderung des Einfamilienhauses in der Nachbarschaft zur Flüchtlingsunterkunft. Der Berzdorfer Robert Jung fragte, wann die Obergrenze für Geflüchtete in Berzdorf denn erreicht sei. Er regte an, parallel zum Bau der Unterkunft zusätzliche Verbesserungen bei der Infrastruktur, neue Schulplätze, die Müllabfuhr und den Straßenverkehr betreffend, durchzuführen. Er könne nicht genau sagen, wie viele nach Berzdorf kämen, sagte der Bürgermeister. Im Zuge der festen Unterkunft sollten aber andere Containeranlagen wegfallen.

Als „kein gutes Aushängeschild“ für Berzdorf bezeichnete einer die Unterkunft gleich am Sportplatz. „Ich würde das nicht so schwarz sehen“, sagte Manzke auch mit Blick auf die städtischen Häuser in Nachbarschaft des Bauprojektes, die ursprünglich als Obdachlosenunterkünfte konzipiert waren. „Bei mir entsteht kein negativer Eindruck von den Menschen, die da leben. Das sind Menschen, die ein Recht auf menschenwürdigen Umgang haben“, sagte Ralph Manzke. Probleme im Umgang mit der Müllentsorgung soll es in der Vergangenheit dort gegeben haben.