Gerade für berufstätige Eltern sei die Situation schwer zu organisieren, schreibt die Elternschaft der städtischen Kita Abenteuerland.
Brief an Stadt und PolitikWesselinger Kita-Eltern beklagen höhere Beiträge und Notbetreuung

Die Elternschaft fordert von der Stadt Wesseling eine gesicherte Betreuung in der städtischen Kita Abenteuerland.
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Notbetreuung und steigende Elternbeiträge: Die Elternschaft der städtischen Kita Abenteuerland fordert von der Stadt Wesseling konkrete Maßnahmen zur Stabilisierung der Betreuung. In einem Schreiben an Bürgermeister Ralph Manzke, den Ersten Beigeordneten Matthias Neeser, das Jugendamt und die Ratsfraktionen, das der Redaktion vorliegt, schildern die Eltern eine aus ihrer Sicht zunehmend schwierige Situation.
Die Kita war am 10. August wieder in den Regelbetrieb gestartet. Doch schon kurz darauf sei es erneut zu Einschränkungen gekommen. Auch für die Herbstferien wurden Betreuungsengpässe angekündigt. Gerade für berufstätige Eltern sei die Situation schwer zu organisieren, heißt es. Eine verlässliche Betreuung sei aber für viele die Voraussetzung dafür, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren.
Unverständlich sei für die Eltern auch, dass einige Kinder erst kürzlich aus anderen Einrichtungen ins Abenteuerland gewechselt seien – teilweise in der Hoffnung auf eine verlässlichere Betreuung. Die Eltern wollen deshalb wissen, wie die Stadt die Personalsituation einschätzt und auf welcher Grundlage Wechsel in die Einrichtung angeboten wurden.
Wesseling: Weiterer Streitpunkt sind die gestiegenen Elternbeiträge
Von der Stadt verlangen die Eltern Zahlen zur Personalbesetzung, zu offenen Stellen und zum Springerpool. Außerdem wollen sie wissen, wie die Betreuung in den kommenden Monaten abgesichert werden soll. Der Hinweis auf die Einhaltung gesetzlicher Personalschlüssel reiche für sie nicht aus, da auch Urlaub und Krankheitsausfälle aufgefangen werden müssten. Fragen stellen die Eltern auch zur weiteren Kita-Planung.
Während neue Einrichtungen entstünden, fehle in bestehenden Kitas Personal. Die Stadt solle deshalb erklären, auf welcher Bedarfsplanung der Ausbau beruhe und wie zusätzliche Einrichtungen künftig personell besetzt werden sollen.
Ein weiterer Streitpunkt sind die gestiegenen Elternbeiträge. Nach Angaben der Eltern könnten dadurch rund 200.000 Euro zusätzliche Einnahmen pro Jahr entstehen. Sie fordern Auskunft darüber, wie hoch die tatsächlichen Mehreinnahmen sind und wofür sie eingesetzt werden.
Stadt Wesseling zeigt Verständnis für die Belastung der Familien
Die Stadt Wesseling zeigt Verständnis für die Belastung der Familien. Einschränkungen entstünden insbesondere bei unplanmäßigen Personalausfällen. Politik und Verwaltung seien sich der damit verbundenen Schwierigkeiten bewusst, heißt es auf Anfrage der Redaktion. Gleichzeitig verweist die Stadt auf den Ausbau der Kindertagesbetreuung.
Die 2019 gestartete „Kita-Offensive“ werde mit der derzeit im Bildungspark Urfeld entstehenden sechsgruppigen Einrichtung abgeschlossen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf habe für Verwaltung und Politik einen hohen Stellenwert. Auch bei der Personalausstattung sieht sich die Stadt gut aufgestellt. Sie verweist auf den aktuellen „Gemeindecheck“ des Instituts der deutschen Wirtschaft.
Danach gehöre Wesseling im Bereich Bildung – Kitas und Schulen – zu den besten zehn Prozent der rund 11.000 untersuchten Kommunen. Trotz des allgemeinen Fachkräftemangels bewege sich die Stadt bei der Personalausstattung im rechtlich vorgegebenen und finanzierten Rahmen.
Die Eltern betonen ausdrücklich, dass sich ihre Kritik nicht gegen die Beschäftigten richte. Diese müssten die Folgen des Personalmangels auffangen und seien dadurch selbst belastet. Die Verantwortung für ausreichende Rahmenbedingungen sehen die Eltern beim Träger.
