Teilnehmer des zweiten Oldtimertreffen „Berzdorf- Klassik“ trafen sich in Berzdorf zum Fachsimpeln.
OldtimertreffenAlte Automobile gaben sich in Wesseling ein Stelldichein

Peter Schmidt zeigte wie man in eine Isetta aus dem Jahr 1962 durch die aufgeklappte Nase einsteigt.
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Wie setzt man einen Traktor der Firma Deutz Baujahr 1941 in Gang? Einen elektrischen Anlasser hat der nämlich nicht. Die Brüder Marius, Niklas und Tobias Ervenich lernten beim alten Hasen Heinz Wild, wie viel Schwung eine Kurbel braucht, um den Kolben in ausreichende Umdrehungen zu versetzen und wie man die „Zündfix Diesel-Selbstzünder“ in die Motorkonstruktion einbringt. Auf Anhieb gelang es ihnen, den grauen Koloss zu starten, unter spuckendem Donnern und schwarzer Qualmwolke aus dem Auspuff.
Mit Feuereifer sei er in der Halle „R 90“, die Abkürzung steht für ihren Eigentümer Rolf Neunzig, zu Gange, um zu lernen, wie man mit der alten Technik umgeht, wie die Maschinen funktionierten, sagte Marius Ervenich. Mit Heinz Wild hat der 20-Jährige einen Lehrmeister gefunden. Neben einem Betrieb für Landmaschinen habe er sein erstes Elektrogeschäft gehabt, erzählt der 74-jährige Wild. Mittlerweile reparierten sie in der Halle von Rolf Neunzig alle Fahrzeuge selbst.
Wesseling: Alte Glühkolben werden noch mit Petroleum beheizt
In kniffligen Fragen pflege er einen heißen Draht zu einem Mitarbeiter der Firma Caterpillar. Zum zweiten Oldtimertreffen „Berzdorf- Klassik“ der Oldtimer IG Berzdorf plante er am Mittag auch die Lanz-Bulldog-Landmaschinen zu starten. Die seien mit ihren Glühkolben, die mittels Petroleumbrenner beheizt werden, noch ein ganz anderes Kapitel. Über ein Treffen mit „viel Atmosphäre und Enthusiasmus mit Gleichgesinnten“ freute sich Rolf Neunzig.
Ohne den Betreiber des informellen Museums alter Technik, Neunzig, Randy Hauck von der benachbarten Oldtimerwerkstatt und Thomas Klein, der in der Berggeiststraße den Rewe-Parkplatz für viele Hundert Autos zur Verfügung stelle, würde das Oldtimertreffen gar nicht laufen, sagte Harald Albert. Einst habe er für die Stadt Wesseling stets im September das Oldtimertreffen mitorganisiert. „Die Ausfahrten im Corso entlang des Rheins sind unvergessen“, sagte er und hoffte auf baldige Wiederbelebung der Veranstaltung. Randy Hauck ermöglichte den Gästen einen Blick in seine Werkstatt.
Vor dem Tor glitzerte der Chrom zweier schicker Sportwagen, die er dieses Jahr im wohl bekanntesten Oldtimerrennen „Mille Miglia“ von Brescia nach Rom und zurück begleitet habe: ein Austin Haley BN1 von 1954 und ein grüner Jaguar XK 120 von 1953. Für die Gäste gelte wieder, egal ob Fahrer eines Mofas, eines „Butter-und-Brot-Autos“ oder eines Sportwagens, ob Schrauber, Sammler oder Besucher, alle seien herzlich willkommen, sagte Harald Albert.

Fachleute und Autofreunde und solche, die es werden wollen, fanden zwischen den Oldtimern reichlich Gelegenheit für Schraubergespräche.
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Folglich traf man auf der Präsentationsfläche entlang der Berggeiststraße auf Fachleute, die erklären konnten, wie man einen originalen Porsche 911 Carrera RSR von einem nicht minder gut fahrbaren Nachbau schon an der Form des vorderen Kotflügels erkennen kann. Ehemalige Fahrer des Goggomobils unterhielten sich über die Fahreigenschaften, die ungewöhnliche Schaltung und die typische Schwäche des kleinen Autos am Berg.
Ein Kennzeichen, das auf die „Britische Zone Rheinland“ verweist
Kai-Ingo Weule zeigte seinen leuchtend blauen Chevrolet Style Line De Luxe, Baujahr 1954, mit dem silbernen Symbol eines Düsenjets auf der Haube. Ein Alltagsauto für die Amerikaner, dort seinerzeit so erschwinglich wie hierzulande der Käfer, sagte er. Eigens für das Treffen habe er das Kennzeichen getauscht in eines das bis 1955 in Deutschland, also auch noch nach Gründung der Bundesrepublik, anzutreffen gewesen sei: schwarz mit weißer Schrift und der Abkürzung BR „Britische Zone Rheinland“. Die Siegermächte hätten sich auf ein einheitliches Kennzeichen nicht einigen können.
Peter Schmidt zeigte seine Isetta aus dem Jahr 1962 und bekannte: „Ich habe an Oldtimern gar kein Interesse.“ Zum Auto sei er 2005 beim Wandern in Rösrath gekommen, das Auto habe am Straßenrand gestanden. Ein alter Herr mit Gehstock sei auf ihn zugekommen, als er das Auto zusammen mit seiner Partnerin mit Neugierde betrachtet habe: „Sie können es haben, ich habe es heute in der Zeitung annonciert.“ Mit 50 Euro habe er es damals angezahlt.
