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Tauben gerettetSo lief der Abbruch des zweiten Teils der Brücke über die A 555 bei Wesseling

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Auf dem Bild ist ein Mann in einer organgefarbenen Warnjacke auf einer Baustelle zu sehen.

 Projektleiter Hans-Werner Seul von der Autobahn GmbH hatte bei dem Abbruch der Autobahnbrücke alles gut im Blick. 

Betonbohrer brachen den Teil der Brücke in Fahrtrichtung Köln ab. Tierschützer retteten Tauben und ihre Nester.

 Es klopfte und hämmerte und zwischendurch schien es fast so, als spuckten die gewaltigen „Stahlrösser“ unter der schweren Last ihrer Arbeit Feuer und Rauch. Doch die wie Qualm von der Baustelle aufgestiegenen Wölkchen waren nur der Staub, den die Betonbohrer und „Steinbeißer“ aufwirbelten.

Nachdem der erste Teil der Brücke der A 555 über den Kronenweg in Wesseling-Keldenich zunächst in Fahrtrichtung Bonn bereits im Juli 2024 abgerissen und anschließend neu gebaut wurde, wurde am vergangenen Wochenende (28./29. März) der zweite Teil der Brücke abgebrochen – der in Fahrtrichtung Köln.

Wesseling: Fahrbahn mit 600 Tonnen Sand bedeckt

Davon ungestört rollte der Verkehr allerdings hinter dem Bauzaun auf der neu gebauten A 555 weiter. Schon am 23. März konnte der Verkehr zweispurig in jede Richtung komplett auf die neu gebaute Seite umgelegt werden. Die sichtbaren Vorbereitungen für den Brückenabriss begannen am Freitagabend. Die Unterführung wurde gesperrt.

Zum Schutz wurde die Fahrbahn mit Stahlplatten und mit rund 600 Tonnen Sand bedeckt. „Das entspricht etwa 30 voll beladene Lkws“, erklärte eine Sprecherin der Autobahn GmbH. „Noch in der Nacht haben wir auch die alte Lärmschutzwand hier abgebaut“, ergänzte Projektleiter Hans-Werner Seul von der Autobahn GmbH.

Tierschützer suchten mit Wärmebildkameras Tauben

Er war auch dabei, als am Freitagabend (27. März) gegen 19 Uhr die Ehrenamtler des Taubenhausmanagement e. V. aus dem Rhein-Sieg-Kreis vorbeikamen und die Tauben, ihre Nester, die Jungtiere und Eier mit Wärmebildkameras in den Betonnischen aus der alten Unterführung suchten, fanden und in speziellen Boxen mitnahmen und retteten. Mit dem eigentlichen Abbruch begannen die Arbeiter gegen 6 Uhr am Samstagmorgen.

Etwa 600 Kubik Stahlbeton mussten runter, sortiert und weggefahren werden. Um den Staub direkt im Baustellenbereich niederzudrücken, waren feine Wasserzerstäuber im Einsatz. Noch effektiver schien allerdings der Regen zu sein, von dem es am Samstag eine ganze Menge gab. Die Arbeiten kamen trotzdem zügig voran. „Wir liegen gut in der Zeit“, sagte Bauleiter Oliver Bartling. Schon am Samstagmittag lagen gut zwei Drittel der Brücke am Boden.

Auf dem Bild sind Bagger und Baugeräte beim Abbruch der Brücke zu sehen.

Mehrere Bagger - richtige "Steinbeißer" waren bei den Abbrucharbeiten gleichzeitig im Einsatz.

Dort wurde der Stahl vom Beton getrennt. Wie lange Spaghetti sahen die Stahlseile aus, die die Baggerzähne aus dem Beton zogen. „Der Beton wird hier bei uns auf der Autobahnbaustelle zwischengelagert, mit einem Brecher noch weiter zerkleinert und kommt dann zum Teil als Unterbau wieder zurück auf die Autobahn“, erklärte Seul. Die Verwertung der etwa 70 Tonnen Stahl wird vom Abbruchunternehmen übernommen.

„Unser Ziel ist es, die Freigabe der Baustelle hier statt Dienstagmorgen (31. März) bereits am Montagabend zu erzielen“, erklärte Seul. Intensiv laufen parallel auch schon die letzten Abstimmungen für den nächsten Brückenabbruch in zwei Wochen.

Dann wird der zweite Teil der Brücke der A 555 über den Mühlenweg in Wesseling abgebrochen. Noch nicht terminiert ist der Neubau der Brücke der A 555 über die Brühler Straße im Norden Wesselings. „Mittelfristig muss aber auch diese Brücke wohl erneuert werden“, merkte Seul an. In den Planungen sei hingegen schon der Neubau der Brücke der A 555 über die Godorfer-/Immendorfer Straße im Süden Kölns.