Abo

Unfalldrama in HürthKunstwerk von HA Schult ehrt Selbstlosigkeit des getöteten Luis Paulo

4 min
Auf dem Foto ist eine Familie mit dem Künstler HA Schult zu sehen.

HA Schult (Mitte) mit Familie Jochim im Foyer der Sozialbank in Köln – wo Marcus Jochim (r.) zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern die Stiftung vorstellte und die Verbindung zur Kunst erklärte.

Das Kunstwerk „Hope“ ehrt den Schulbegleiter. „Hoffnung macht Dinge sichtbar, für die es keine Worte gibt“, erklärte sein Vater.

„Ich bin heute hier nur der Durchlauferhitzer“, sagte der international renommierte Künstler HA Schult am Freitagnachmittag (27. März) im Foyer der Sozialbank in Köln am Konrad-Adenauer-Ufer. Neben ihm standen Marcus Jochim und seine Familie, Ehefrau Lilian und seine Kinder Gustavo, Leonardo und Sofia. Sein Sohn Luis Paulo starb im Alter von nur 25 Jahren an den Folgen eines tragischen Autounfalls, der sich am 4. Juni 2025 in Hürth auf der Frechener Straße ereignet hatte.

Hürth: Der Unfallfahrer erfasste eine Gruppe von Viertklässlern und ihre Betreuer

Der damals 20-jährige Unfallfahrer aus Hürth hatte mit seinem BMW eine Gruppe von Viertklässlern und ihre Betreuer erfasst. Die zehnjährige Avin und der Schulbegleiter Luis starben. Der Mann muss sich nun wegen fahrlässiger Tötung in zwei und fahrlässiger Körperverletzung in mehreren Fällen verantworten. Das Landgericht Köln hat den Prozessbeginn auf den 18. Mai terminiert.

Um Werte von Luis und das, was ihm wichtig war, lebendig zu halten und in die Zukunft zu tragen, hat seine Familie die Luis Paulo Stiftung gegründet. „Luis fände das sicherlich toll“, ist die Familie überzeugt. Gustavo Jochim merkte am Rande der Veranstaltung sogar an, dass er glaubt, dass es genau das sei, was ihm sein Bruder mit seiner letzten Aktion habe sagen wollen: In einem entscheidenden Moment hat er gehandelt, vier Grundschüler vor dem herannahenden Auto weggeschubst und sich schützend vor Avin gestellt. „Er rettete vier Kindern das Leben“, berichtete Marcus Jochim.

Luis Paulos selbstloses Handeln endet nicht mit dem Tod, sondern wirkt weiter, in geretteten Leben, in Hoffnung und in den Werten der Stiftung
Marcus Jochim, Vater des getöteten Schulbegleiters Luis Paulo

Und: Sein Junge habe sogar nach seinem Tod mit seiner Organspende drei weitere Leben retten können. Das alles sei Ausdruck dafür, wer Luis Paulo gewesen sei: ein Freund, Bruder und Sohn, vor allen Dingen aber jemand, der für andere da war.

„Heute, hier und jetzt ist der Anfang“, betonte er. Deswegen seien sie alle nach Köln zur Sozialbank gekommen. „Unser Ziel ist es, Menschen Hoffnung zu schenken, durch unser Wirken, unsere Hilfsangebote und nicht zuletzt auch durch die Kunst."

Und genau da kommt auch HA Schult ins Spiel. Im Auftrag der Sozialbank hat er eine Skulptur geschaffen, die Hoffnung geben soll, die sich an die Bürger wendet, um in den Dialog mit den Menschen zu kommen. So sei „Hope“ entstanden – ein Denkmal, das wie Schult sagte, mit den Bürgern spricht.

Auf dem Foto ist das Kunstwerk von HA Schult zu sehn, das Portrait von Luis Paulo ist zu sehen.

„Hope“, das Kunstwerk von HA Schult, zeigt das Portrait von Luis Paulo.

Fast täglich sind auf den großen Monitoren, die zum Kunstwerk gehören und unter der Skulptur befestigt sind, Portraits von Menschen zu sehen, die mit ihrem Denken, Handeln und Tun die Hoffnung und den Glauben an die Veränderung der Welt zum Guten niemals aufgegeben haben – so wie Luis Paulo.

Jeder, der hier vorbeikommt, kann und soll sein Gesicht jetzt sehen
HA Schult, Künstler über sein Kunstwerk „Hope“ und Luis Paulo

Seit Freitag und noch bis Dienstag (31. März) wird deswegen auch das Bild von Luis auf dem großen Bildschirm zu sehen sein und so die Welt zum Leuchten bringen. „Jeder, der hier vorbeikommt, kann und soll sein Gesicht jetzt sehen“, sagte HA Schult. Und das seien schon viele Menschen, da Köln eine große Stadt sei.

Kunstwerke ehrt Luis Paulo und die Stiftung der Familie

„Hoffnung macht Dinge sichtbar, für die es keine Worte gibt“, erklärte Marcus Jochim. So wie „Hope“: Hoffnung sei nie einfach so da. „Sie muss gestaltet werden“, ergänzte er. Dieses Kunstwerk ehre ihren Sohn und die Luis Paulo Stiftung nun als Hoffnungsträger.

In Absprache mit HA Schult ist darüber hinaus auch eine Kunstausstellung entwickelt und organisiert worden, die jetzt sogar schon terminiert ist: „Nachleuchten:“ Dabei ist ihr Titel sogar Programm. Denn ein Teil des durch den Verkauf der Bilder erzielten Erlöses kommt der Luis Paulo Stiftung zugute. „Luis Paulos selbstloses Handeln endet nicht mit dem Tod, sondern wirkt weiter, in geretteten Leben, in Hoffnung und in den Werten der Stiftung“, betonte Marcus Jochim.


Aktionen für Luis Paulo

Die Ausstellung „Nachleuchten – eine Kunstausstellung, die Hoffnung spendet“, Kellerstraße 4, Königswinter, wird mit einer Vernissage am Samstag, 25. April, 17 Uhr, eröffnet. Sie ist jeweils samstags und sonntags zwischen 12 und 17 Uhr bis einschließlich Sonntag, 24. Mai 2026, geöffnet.

Beim Bonn-Marathon am Sonntag, 19. April, wollte Luis Paulo in diesem Jahr mitlaufen. Seine Eltern und Geschwister trainieren nun dafür, sie wollen in einer Gruppe mit 160 Freunden das Logo der Stiftung und die Hoffnung in die Welt tragen wollen.

Auf den Bildschirmen am Kunstwerk Hope in Köln werden die Bilder von Luis und der Stiftung am Tag des Unfalls am 4. Juni, ebenso am Tag seines Todes am 10. Juni und am Tag, an dem die medizinischen Geräte ausgeschaltet wurden, am 13. Juni, leuchten.

An der Carl-Orff-Schule in Hürth ist für Donnerstag, 11. Juni, ein großer Verkehrsübungstag geplant. Zusammen mit der Transparenz Jugendhilfe plant die Stiftung dann auch einen Spendenlauf im Stadion. In Kooperation mit dem Lions-Club Hürth wird die Luis Paulo Stiftung dann rund 1000 Warnwesten für alle Kinder der elf Hürther Grundschulen übergeben. (mkl)