Die Kölner Bezirksregierung warnte bereits verschiedene Einrichtungen vor der Frau. Sie selbst bestreitet die Vorwürfe.
Gefälschte UrkundeBergheimer Pflegedienst erhebt Vorwürfe gegen mutmaßliche Ex-Mitarbeiterin

Eine Krankenpflegerin soll sich mit falscher Urkunde beworben und eine Stelle bekommen haben (Symbolbild).
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Der Bergheimer Pflegedienst Care United wirft einer Frau vor, sich mit einer falschen Urkunde als Krankenpflegerin beworben zu haben. Der Pflegedienst hat Strafanzeige erstattet. Der WDR berichtete.
Frank Gerhard, Geschäftsführer von Care United, erklärte im Gespräch mit der Redaktion, die Pflegerin habe sich über einen anderen Versorgungsdienst beworben, mit dem Care United gemeinschaftlich Patienten versorgt.
Bergheim: Mutmaßlich falsche Pflegerin beschäftigt
Bei der Einarbeitung habe die stellvertretende Pflegedienstleitung Bedenken wegen der Frau angemeldet. „Dann haben wir ihre Urkunden durchgeguckt und uns ist aufgefallen, dass das Dokument nicht gegendert ist“, sagt Gerhard. Anstatt von einer Krankenpflegerin war im Dokument von einem Krankenpfleger die Rede. Daraufhin habe der Pflegedienst bei Nachforschungen festgestellt, dass die Urkunde gefälscht war.
Care United habe Anzeige erstattet und der Pflegerin fristlos gekündigt. „Da wir relativ gut vernetzt sind, haben wir erfahren, dass sie sich wieder bei einem Pflegedienst beworben hat und auch dort tätig gewesen ist“, sagt Gerhard. Auch von dort sei sie mittlerweile gekündigt worden, sie habe aber auch danach wieder eine neue Stelle gefunden.
„Bei uns gibt es eben nicht nur Grundpflege, sondern eben auch sogenannte Behandlungspflege, also Intensivpflege“, erklärt Frank Gerhard. „Gerade in dem Segment wird händeringend Personal gesucht. Dann sieht man vielleicht auch schon mal, zumindest am Anfang, über den einen oder anderen Defizit hinweg und versucht, das über Einarbeitung zu kompensieren.“ Glücklicherweise falle ein solcher Fall dort schnell auf, was auch deshalb wichtig ist, weil es im Handwerk um Leben und Tod gehe.
Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen die Frau
Die Bezirksregierung Köln erklärte auf Anfrage, umgehend die zuständigen WTG-Behörden (ehemals Heimaufsicht) im Regierungsbezirk gewarnt und informiert zu haben. „Aktuell informieren wir noch alle Krankenhäuser in unserem Zuständigkeitsbereich sowie alle anderen NRW-Bezirksregierungen für ihre jeweiligen Bezirke“, so die Pressestelle der Kölner Bezirksregierung. „Solche Fälle kommen glücklicherweise sehr selten vor. Aktuell ist uns kein weiterer Fall bekannt.“ Auch Frank Gerhard erklärt, kein systematisches Problem mit falschen Krankenpflegern zu sehen.
Die Beschuldigte, die aus dem Oberbergischen Kreis kommt, bestreitet die Vorwürfe. „Zu keiner Zeit habe ich so eine Urkunde vorgelegt“, so die Frau auf Anfrage. Sie erklärte, niemals für Care United oder ein anderes Kinderintensivpflege-Unternehmen gearbeitet zu haben. Zur Frage, warum Care United dann diese Vorwürfe erhebt, erklärte sie: „Ich denke, es ist ein persönliches Problem mit mir.“ Derzeit sei sie nicht in der Pflege tätig.
Die Kölner Staatsanwaltschaft erklärte auf Anfrage, „aus ermittlungstaktischen Gründen“ keine Auskünfte zum Fall erteilen zu können.
