Sparkurs mit Folgen: In der ARD steht eine der bekanntesten Sendungen vor dem Aus. Der MDR zieht drastische Konsequenzen aus dem Gebühren-Zoff.
Sparzwang bei der ARDMDR gibt überraschend „Mittagsmagazin“ ab

Der MDR will die Produktion des ARD-„Mima“ (hier mit Moderator Tino Böttcher und Moderatorin Mariama Jamanka) abgeben. (Archivbild)
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Der Mitteldeutsche Rundfunk zieht Konsequenzen aus der unsicheren Finanzlage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Wie die Sendeanstalt in Leipzig bestätigte, plant der MDR, die Produktion des „Mittagsmagazin“ im Jahr 2027 abzugeben.
Erst Anfang 2024 hatte der Sender die Federführung für das Format vom Rundfunk Berlin-Brandenburg übernommen. Als potenzieller Nachfolger innerhalb der ARD-Gemeinschaft gilt nun der Norddeutsche Rundfunk, der bereits entsprechende Szenarien für eine Übernahme prüft.
Unsicherheit über Rundfunkbeitrag erzwingt Kürzungen
Hintergrund dieser Entscheidung ist das laufende Verfahren um den Rundfunkbeitrag. Da die Bundesländer die von der KEF empfohlene Erhöhung auf 18.94 Euro zum Jahresbeginn 2025 nicht umgesetzt haben, sieht sich der MDR zu einem umfangreichen Sparprogramm gezwungen.
Laut Sendersprecher Michael Naumann müssen insgesamt rund 160 Millionen Euro eingespart werden. Dies führe zu strategischen Einschnitten, die nun auch prominente Gemeinschaftsproduktionen und regionale Angebote betreffen.
Umstrukturierung im regionalen Programm
Neben dem „Mittagsmagazin“ ist auch das regionale TV-Magazin „MDR um 2.00“ von den Kürzungen betroffen. Ab 2027 soll die Sendung nicht mehr im linearen Fernsehen ausgestrahlt, sondern in ein rein digitales Streamingangebot umgewandelt werden.
Damit setzt sich der Sparkurs in den Landesfunkhäusern fort, nachdem bereits im Vorjahr das Magazin „MDR um 11.00“ eingestellt worden war. Während die ARD-Wochen des „Mittagsmagazin“ somit vor einer erneuten Standortverlagerung stehen, bleibt die Produktion der ZDF-Wochen im Berliner Hauptstadtstudio von diesen Plänen unberührt.
Das Mittagsmagazin (MiMa) ist seit dem 2. Oktober 1989 auf Sendung. Es startete als gemeinsame Informationssendung von ARD und ZDF, um bereits am Mittag über aktuelle Ereignisse der Wendezeit zu informieren. Heute wird die Sendung im wöchentlichen Wechsel produziert: Seit 2024 moderieren Tino Böttcher und Mariama Jamanka für die ARD (MDR), während Mirjam Meinhardt das Gesicht der ZDF-Wochen ist. (jag)
