Die Autobahn GmbH will auf der Leverkusener Brücke Drohnen zum Schneeräumen einsetzen.
Nach EisabfallDrohne könnte künftig den Schnee auf der Leverkusener Brücke räumen

Drei Feuerwehrmänner ließen sich mit einem Hubsteiger am 10. Januar 2025 hoch zu den Schneefeldern hieven, um die Gefahr mit einem Besen abzukehren. Die Pylone sind 55 Meter hoch.
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Die Autobahn GmbH hat eine erste Möglichkeit gefunden, wie die Rheinbrücke zwischen Köln und Leverkusen künftig enteist werden kann: per Drohne. Allerdings müsste auch dafür die Brücke wieder gesperrt werden, wenn in einem der kommenden Winter wieder auf Pylonen und Tragseilen Schnee liegt, der als Eisplatten auf die Fahrbahn zu fallen droht. Die Autobahn GmbH schreibt auf Anfrage: „Zur schnellen Beseitigung von Eis und Schnee auf den Pylonen und Seilen steht der Autobahn GmbH eine spezielle Beräumungsdrohne zur Verfügung, die bei Bedarf schnell aktiviert werden kann.“
Eine Autobahn-Sprecherin sagte, dass die Methode nicht der Weisheit letzter Schluss sei, weil der Verkehr dafür unterbrochen werden müsse. Die Technik stammt ursprünglich aus der Windkraftbranche, denn auch Rotoren von Windrädern vereisen im Winter. Als Lösung werden mitunter Drohnen verwendet, die einen dünnen Schlauch nach oben ziehen können, über den heißes Wasser gezielt auf die vereisten Stellen gespritzt wird. Eine Firma, die solche Drohnen betreibt, hat der WDR in einem Beitrag gezeigt. Darin heißt es, dass die Arbeitshöhe maximal 120 Meter sei, also für die Leverkusener Brücke vollkommen ausreichend: Deren Pylone sind 55 Meter hoch.
Pylone und Tragseile sollen Überwachungsanlage bekommen
An der Brücke dürfen wegen der Korrosionsbeschichtung keine Chemikalien gesprüht werden, also etwa Enteisungsmittel, sondern ausschließlich heißes Wasser. Die Technik habe man schon vor der letzten Enteisungs-Sperrung erprobt, aber nicht an der Leverkusener Brücke, weil man dafür dann den Verkehr hätte sperren müssen. Am vergangenen Rosenmontag sei man aber nicht dazu gekommen, die neue Drohne auszuprobieren, denn der Schnee auf den Pylonen sei von selbst abgefallen, weil es morgens warm genug gewesen sei.

Mit einer Kamera will man die Schneelage auf der Autobahnbrücke beobachten.
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Ab dem kommenden Winter sollen die Pylone und Tragseile über eine fest installierte Kameraüberwachungsanlage beobachtet werden. Bei Gefahr des Eisabfalls wird die Autobahn gesperrt und dann, falls nötig, die Drohnenfirma aktiviert.
Konstruktion der neuen Brücke birgt eine Gefahr
Das Schneeproblem ist offenbar durch die Art der Konstruktion der neuen Brücke bedingt, denn die alte Leverkusener Brücke musste deshalb nie gesperrt werden. Auch auf der Mülheimer oder Rodenkirchener Brücke hat Eisabfall noch nicht zu Sperrungen geführt, jedenfalls in den vergangenen Jahrzehnten. Auf schrägen Flächen auf den Pylonen und auf den quer über die Fahrbahnen gespannten Tragseilen kann Schnee festpappen, vereisen und als Platten herunterfallen. Die Pylone sind zudem durch die Beschichtung rau an der Oberfläche, sodass Schnee darauf haften kann.

Schnee lag auch an Tagen auf den Tragseilen der Autobahnbrücke, an denen diese nicht gesperrt werden musste, etwa am 6. Januar 2026.
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Die Autobahn GmbH strebt offenbar langfristig eine Lösung an, bei der der Schnee auf der Brücke erst gar nicht haften bleibt. Die Sprecherin: „Die Umsetzung weiterer konstruktiver Maßnahmen, ergänzend zur Kameraüberwachung, wird aktuell auf Machbarkeit überprüft. Dabei geht es auch um die Realisierbarkeit von Begleitheizungen für die Pylonenoberflächen sowie die Brückenseile. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.“
Das Thema der Verkehrssicherheit bei einem möglichen neuerlichen Vorfall sei mit Feuerwehren sowie der Polizei abgestimmt. Sollte die Feuerwehr demnächst wieder ausrücken, muss die Autobahn GmbH die Kosten tragen.
Die Autobahn GmbH des Bundes schreibt, man nehme das Problem ernst. Die Erkenntnisse der beiden Vorfälle im Januar 2025 und im Februar 2026 würden in die weitere Abwägung von Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf der A1 im Bereich der Rheinbrücke Leverkusen aufgenommen, um auf dieser Basis zu entscheiden, welche Lösungen technisch und wirtschaftlich realisierbar seien.
