Mit acht Jahren war Lilo Urspruch so groß wie ihre Mutter Christine - jetzt tritt sie beruflich in die Fußstapfen der aus dem Münster-“Tatort“ bekannten Schauspielerin. In der „NDR Talk Show“ sprechen beide über ihren Beruf - und ChrisTine Urspruchs Einsamkeit beim Abendbrot.
„Tatort“-Star ChrisTine Urspruch und Tochter Lilo im NDR„Hatte ganz große Probleme, ihr das zu sagen“

Lilo (links) und ChrisTine Ursprung besuchten gemeinsam die „NDR Talk Show“. (Bild: NDR)
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„Ich mache Frühstück, habe auch früher schon Blumen gesammelt, habe eine Karte oder ein kleines Geschenk“, sagt Lilo Urspruch. Sie und ihre Mutter ChrisTine Urspruch aus dem Münster-“Tatort“ sind am Freitagabend Gast in der „NDR Talk Show“. Und beide freuen sich auf den Muttertag an diesem Sonntag, den die beiden miteinander bei Tochter Lilo in Berlin verbringen. „Wir haben es gemütlich, gehen schön essen, und hoffentlich gibt es Frühstück am Sonntag“, freut sich ChrisTine Urspruch.
Der Muttertag ist einer dieser Tage, wo sich Mutter und Tochter treffen. Denn Tochter Lilo ist vor Kurzem aus ihrem Elternhaus in Wangen im Allgäu in die Hauptstadt gezogen. Es habe ein wenig gedauert, bis sie erkannt habe, dass sie auch dort leben wolle, erzählt Lilo Urspruch.
Mutter ChrisTine hat noch nicht ganz verwunden, dass sie ihre Tochter nicht mehr an jedem Tag bei sich hat. „Besonders am Nachmittag kommt jetzt keiner mehr nach Hause und sagt 'Hallo'. Dann sitze ich da eben alleine und esse mein Abendbütterchen“, erzählt sie. Aber natürlich besucht ChrisTine Urspruch ihre Tochter, wann immer sie kann. „Sie ist ja nicht aus der Welt.“
„Ich dachte, vielleicht ist sie geschockt, oder sie versteht es gar nicht“

Am Muttertag ist ChrisTine Urspruch als Silke Haller in einer Wiederholung von „Tatort: Man stirbt nur zweimal“ zu sehen. (Bild: WDR/Thomas Kost)
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Seit dem Kindergarten weiß Lilo Urspruch, dass sie in die Fußstapfen ihrer Mutter treten und Schauspielerin werden will. ChrisTine Urspruch hatte eine ihrer ersten Filmrollen schon gespielt, da war Lilo noch gar nicht geboren. Sie war seit 2001 in allen drei „Sams“-Filmen zu sehen.
„Ich hatte ganz große Probleme damit, ihr das zu sagen, als sie so klein war. Ich dachte, vielleicht ist sie geschockt, oder sie versteht es gar nicht: Das Sams ist meine Mutter. Ich habe wirklich sehr lange damit gewartet. Ich hatte die DVD schon zu Hause. Aber wir haben natürlich erst mal die Bücher gelesen und die Geschichten. Und dann habe ich ihr das so häppchenweise erzählt. Irgendwann haben wir die DVD eingelegt und das geschaut, und Lilo hat sich schlappgelacht.“
ChrisTine Urspruch freut sich darüber, dass ihre Tochter nun den gleichen Weg gehen will. Lilo Urspruch will sich deutschlandweit bei Schauspielschulen bewerben, und ihre Mutter unterstützt sie dabei. ChrisTine Urspruchs Eltern hätten ihr Interesse fürs Schauspielen gar nicht erkannt, erzählt die Schauspielerin. Sie hatte zwar als Kind ein wenig in Theatern gespielt, dann aber etwas völlig anderes studiert: Deutsch und Englisch auf Lehramt.
Dann spielte sie aber irgendwann professionell an Theatern. „Sie sind dann auch zu meiner Premiere gekommen am Schauspielhaus in Bonn, und dann haben sie gemerkt, ach, das Kind spielt ja Theater.“ ChrisTine Urspruch wurde immer erfolgreicher als Theaterschauspielerin. „Meine Eltern haben das genossen und sie sind auch fast zu jeder Premiere gekommen. Mein Vater lebt leider nicht mehr, aber meine Mutter kommt immer noch. Die waren schon stolz.“
„Die Leute schauen nicht wegen meiner Größe, sondern weil man mich kennt“
Seit Jahren ist die kleinwüchsige Schauspielerin nun im Münster-“Tatort“ als Professor Börnes Assistentin Alberich zu sehen. Dass ihre Mutter gerade mal 1,32 Meter groß ist, hat Tochter Lilo als Kind nicht wirklich realisiert, sagt sie. Lilo war gerade acht Jahre alt, da war sie so groß wie ihre Mutter.
ChrisTine Urspruch hat sich an ihre Größe gewöhnt. „Eigentlich hat das Berühmt-Sein, wenn man das so nennen will, überhandgenommen. Ich beziehe es nicht mehr darauf, dass Leute schauen wegen meiner Größe, sondern weil man mich kennt.“ Am Sonntagabend (10. Mai, 20.15 Uhr) ist sie mal wieder im Münster-“Tatort“ zu sehen. Dann wird die Episode „Man stirbt nur zweimal“ im Ersten wiederholt. „Wir sind wirklich befreundet“, erzählt sie. Wir, das sind sie und die Schauspielkollegen Axel Prahl und Jan Josef Liefers. „Es ist ein wunderbares Verhältnis, und wir freuen uns immer, wenn wir uns sehen.“
Auch in der Serie kommen sie und ihr Chef Professor Börne ganz hervorragend miteinander klar. Doch dass sie irgendwann einmal ein Serienpaar werden, glaubt ChrisTine Urspruch nicht. „Börne ist ja auch mit Thiel sehr nah. Also ich meine jetzt nicht so, aber sie sind ja eigentlich so ein bisschen wie ein Ehepaar. Und ich glaube, da wäre ich der Seitensprung.“ (tsch)