Mutter (62) und Tochter (36) sollen sich im September 2025 dazu entschlossen haben, den Ehemann der Tochter töten zu lassen.
Landgericht KölnProzess wegen Auftragsmord auf Mallorca – Frau aus Frechen angeklagt

Elf Verhandlungstage sind am Landgericht Köln angesetzt.
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Eine Frau (62) und ihre Tochter (36), die in Frechen wohnt, müssen sich von Dienstag (12. Mai) an vor dem Kölner Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchte Anstiftung zum Mord vor. rauen macht. Die jetzt 36 und 62 Jahre alten Angeklagten sind Mutter und Tochter. Sie sollen sich im September 2025 dazu entschlossen haben, den Ehemann der Tochter töten zu lassen.
Laut Anklage hatten sich die beiden Frauen des Mannes „entledigen" wollen. Auslöser der Tat sollen Trennungs- und Sorgerechtsstreitigkeiten der 36-Jährigen und ihres Ehemannes gewesen sein.
Frechen: Tochter (36) soll im Rheinland gewesen sein
Gemeinsam mit der Tochter soll die 62-Jährige besprochen haben, einen ihnen bekannten Restaurantbesitzer zu kontaktieren und ihn zu fragen, ob er jemanden kennt, der als Killer in Betracht käme. Weil die Tochter zu Hause in Frechen war, soll die Mutter den mutmaßlichen Kontaktmann alleine aufgesucht haben.

In Arenal auf Mallorca ist die 62-Jährige festgenommen worden, allerdings zufällig.
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Laut Anklage ging der Gastronom zum Schein darauf ein. Er soll erklärt haben, er kenne da jemanden. Als Lohn für den Auftragsmord soll er die Mutter aufgefordert haben, einen mittleren, vierstelligen Betrag bereitzuhalten. Die Frau soll dann eine Anzahlung geleistet und wenig später den Rest bezahlt haben. Die Zeit drängte, denn das „Zielobjekt“ wollte demnächst zurück nach Deutschland fliegen.
Der Gastronom rief dann allerdings nicht den erhofften Killer an, sondern das geplante Mordopfer. Dieses reiste dann sofort nach Deutschland zurück und erstattete Anzeige bei der Polizei. Kurz darauf wurde seine Ehefrau verhaftet, seine Schwiegermutter später auf Mallorca. Die heute 62-jährige Mallorca-Residentin wurde dann nach Deutschland ausgeliefert.
Frau (62) auf Mallorca eher zufällig festgenommen
Die Festnahme der Frau erfolgte nach Behördenangaben in S'Arenal auf Mallorca. Der Fahndungserfolg war ein völliger Zufall. Die 61-Jährige war selbst auf der Polizeiwache an der Playa de Palma vorstellig geworden, um einen Diebstahl anzuzeigen. Bei der Aufnahme ihrer Daten wurde klar, dass ein europäischer Haftbefehl gegen die Deutsche vorlag.
Die Festgenommene soll noch versucht haben, den Fall auf Mallorca verhandeln zu können. Das Gericht lehnte einen Antrag jedoch ab, berichtet die „Mallorca Zeitung“, obwohl die Hintergründe für den vermeintlichen Auftragsmord sich auf Mallorca abspielten. Zudem handelt es sich bei allen Beteiligten in dem Fall um Mallorca-Residenten.
Das Gericht argumentierte dem Bericht zufolge, dass die Angeklagte deutsche Staatsangehörige ist. Zudem sei es auch in Deutschland zu dem Zerwürfnis gekommen, infolgedessen es später zu dem geplanten Mord gekommen war. Die deutschen Behörden in Köln seien besser in der Lage, den Fall zu verhandeln, hieß es.
Das Landgericht Köln hat elf Verhandlungstage angesetzt. (jtü/iri/jv)